Biermösl Blosn und Gerhard Polt aus Bayern in Mainz, Hauptstadt von Rheinland Pfalz

Zu Beginn überbrachten die Biermösl Blosn bei ihrem Auftritt in Mainz die Grüße der bairischen Staatsregierung.

Darüber haben sich die etwa 1.700 Zuhörer in den Rheingoldhallen sehr amüsiert, mehr noch dann über das Intro mit aktuellen Themen aus Mainzer und Rheinland-Pfälzischer Politik und Sport, wobei ein Sturm der Entrüstung losbrach als die drei Brüder davon sangen, dass die Mainzer nach Kaiserslautern fahren müssten, um guten Fußball zu sehen.

Nicht gesagt haben sie dann allerdings, dass dann die Münchner ja nach Mainz kommen müssten – das war ein übles Versäumnis.

 Aber man kann es ihnen verzeihen.

Kenner dieser Gruppe wissen, was die Besucher einer Biermösl-Blosn -Veranstaltung erwartet. Musikalisch ein Mix aus bairischer Volksmusik, Klassik, Elementen andrer Volksmusiken – alles allerdings etwas verfremdet dargestellt, dargeboten durch die grandiosen Musiker –Peter Weil als Trompeter und Konzertharfenist –   mit diesen Instrumenten hat er sein Können bereits als Mitglied der Münchner Philharmoniker gezeigt – , und Michael Weil, der als Solotubist  ebenfalls Mitglied des selben Orchesters war. Aber auch Dudelsack, Alphorn, Leier, Didgeridoo und Akkordeon kamen zum Einsatz, letzteres von Hans Weil gespielt, der die Instrumente nicht minder schlecht als seine Brüder beherrscht, aber besonders durch die Texte wurde, die er für die Gruppe verfasst. Die Texte sind politischen, kirchenpolitischen und gesellschaftskritischen Inhalts, es ist Satire, hier wird Kabarett vom Feinsten geboten.

 Neben vielen Preisen für die Kleinkunst und auch große Kunst wurden die Biermösl Blosn mit der höchsten Auszeichnung des bairischen Rundfunks geehrt, in dem ihnen dort eine Zeit lang ein Sendeboykott auferlegt wurde – die Biermösl Blosn hatten sich musikalisch-textlich gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf ausgesprochen.

 Ein zweites Highlight ihrer Karriere war sicherlich die Aufnahme einer CD, an der auch die Toten Hosen mitgewirkt haben (1994), sie selbst werden jedoch auch den Event zu schätzen wissen, als auf Veranlassung des bairischen Kultusministeriums ein gerade gedrucktes Liederbuch, ein Schulbuch für Bayerns Hauptschüler,  wieder eingestampft werden musste, in dem die Biermösl’sche Umtextung der Bayernhymne abgedruckt war.. Ziel der Satire war die BayWa, das ist wohl die Handelsfirma des Raiffeisenverbandes in Bayern.

 Nichts also für Freunde von Sorglos-Dicke-Backen-Blas- und Volksmusik, auch wenn Anklänge daran vorhanden sind, die allerdings fast ausschließlich ironisierend auf die Texte, teilweise in bairischer <reimtradition in eine Art von Gestanzln transferriert werden.

Ein besonderer Ohrenschmaus sind auch die Instrumentaldarbietungen mit den Soli von Christoph Weil mit Trompete und an der Harfe, nicht zu vergessen die Alphornvariationen zur Oper Wilhelm Tell.

 Zwischendurch war dann immer mal wieder Gerhard Polt dran, der das Publikum mit seinen über weite Strecken faden, langatmigen und –weiligen Monologen weniger beglückte. Erst als es mit dem Auswurf anderer im eigenen tönernen Bierseidel weniger fad und dafür derber wurde, riss er das Publikum mit – in die Niederungen der ansonst herrlichen bairischen Biergärten. Ein Höhepunkt des Abends war dann der gemeinsame Auftritt aller vier Akteure mit den multi-kulti-überwiegend-afrikanischen Rhythmen und Text zum Schluss der Veranstaltung, teilweise mitsing/klatsch-geeignet.

 Beim nächsten Auftritt der Biermösl Blosn in der Region werden wir wieder dabei sein. Gerhard Polt kann zu dem Zeitpunkt seinen Osterhasi – den er an diesem Abend nicht mitbrachte – und den Kurdirektor von Badenhausen anderswo darbieten.


PHILIPP 1112 und der BUENA VISTA COOKING CLUB im MAGGI Kochstudio

Neulich hatte ich die Gelegenheit, einen Abend im Frankfurter Maggi Kochstudio zu verbringen. Wir waren eine Gruppe von 25 Personen, die dort eine Einführung in die kubanische Küche erhielten und die selbst hergestellten Speisen genießen durften.

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 Neben erfahrenen Hausfrauen und Hobbyköchen- und köchinnen nahm auch Philipp1112 teil, der im Umfeld von Herd und Backofen nur über minimalste Kenntnisse verfügt. Der Superlativ ist an dieser Stelle durchaus angebracht, obwohl minimalst ja nicht gerade eine superlativ-würdige Eigenschaft ist. Jedenfalls beschränken sich meine Kenntnisse hauptsächlich auf das Putzen von Gemüse, Tee-, Kaffee- und Eierkochen sowie auf die Mülltrennung von Küchenabfällen und deren fachgerechter Entsorgung in die Mülltonnen rund ums Haus.

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Wir kamen an und wurden von zwei netten Damen des Kochstudios mit einem Glas Sekt, O-Saft oder wahlweise einem Gemisch beider Getränke empfangen.

 Als dann der Letzte unserer Gruppe eingetroffen war, erhielten wir eine Schürze mit unseren aufgesticktem Namen sowie eine Einführung in den fachgerechten Gebrauch scharfer Messer und die auszuführenden Tätigkeiten. Die beiden Damen stellten dabei zunächst sich selbst und dann auch die Aufgaben vor, denen wir uns stellen wollten um ein dreigängiges Menu zu zubereiten. An sieben Arbeitsplätzen sollten Vorspeise, diverse Hauptgericht und Beilagen, die später zu einem Büffet aufgebaut wurden, und Nachspeise zubereitet werden. Die Rezepte und die Arbeitsschritte wurden anschaulich beschrieben und bereits mit Tipps und guten Ratschlägen gespickt.

 Als nächster Arbeitsschritt stand die Auslosung der Teams an, die für mich glücklich verlief, da ich nicht nur in ein Team mit zwei kocherfahrenen Kolleginnen kam, sondern zudem auch noch dem Dessert zugeteilt wurde, welches stets einen besondern Reiz auf mich ausübt.

Während in anderen Teams Gazpacho oder Ropa Vieja (Gefüllte Tortellinis), Boliche (Kubanisches Schweinefilet), Würziger Ofenfisch, ein Süßkartoffel-Möhren-Gratin „Kubanischer Art“, Maisgemüse „Kuba“ oder Krautsalat „Santiago“ schnippelten, dressierten, kochten, backten oder garten, war die Aufgabe meines Teams eine Kokos-Schokoladen-Torte herzustellen.

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Die beiden Damen vom Kochstudio unterstützen, wo es nötig war, mit viel Geduld und größtem Sachverstand die Teams.

Das Ergebnis war für alle ein höchst erfreulich: Kennenlernen der neuen Rezepte, das Kochen, das Kosten und Verzehren, aber auch der gemeinsame Abend mit den netten MitkocherInnen.

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Neben der Schürze, den neuen Erkenntnissen, dem gefüllten Magen erhielten wir über den ganzen Abend auch nicht alkoholische Getränke, Bier und unterschiedliche Weine. Zum Abschluss gab es neben einem Leinentäschchen mit Rezepten und ein wenig Maggi Werbung noch Applaus für alle und jeden, auch ausgiebigen für die Damen vom Kochstudio, die diesen Abend vorzüglich organisiert und gestaltet hatten.

 

Das Fazit von Philipp 1112: Auch mir als unbedarfter Koch-Brat-Back-Laien hat der Abend sehr gut gefallen. Jedoch traue ich mir nicht zu, eines dieser Gerichte oder die Torte zubereiten zu können. Ich werde in Zukunft jedoch ständig bemüht sein ( ich liebe diese Floskel in Arbeitszeugnissen), meine Kenntnisse in der häuslichen Küche einzubringen. Die Torte ließ sich übrigens wegen der zwei Blätterteig-Schichten, die dabei verwendet wurden, recht schlecht in Stücke schneiden. Daher gehörte der optische Eindruck des Desserts nicht zu den Highlights des Abends, aber geschmeckt hat’s lecker.

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Und im Übrigen bin ich der Meinung, dass man auch gelegentlich eine Tüte zum Anrichten einer Mahlzeit nehmen kann.


Robin Gibb und der “Evening of Bee Gees Greatest Hits”

Wir waren dabei: In den 60ern auf den Klassenfeten in schummrigen Partykellern  mit den Schmusesongs „Massachusetts“, „Words“ und I’ve Gotta Get a Message to You“,  10 Jahre später in den Discos mit „Stayin’ Alive“ and „Night Fever“ und Ende der 80er haben wir „One“ zu Hause auf dem Sofa gehört. Die Bee Gees haben unser Leben begleitet wie die Stones oder die Beatles.

Jetzt waren wir dabei als Robin Gibb die ganz alten, mittelalte  und die neueren Hits der Bee Gees mit Unterstützung einer kleinen Vocal-Gruppe und teilweise der des Publikums zum Besten gab.

Bei den alten Songs schwelgten wir in Erinnerungen – sie wurden sehr professionell vorgetragen mit ein wenig ungenk wirkenden  Gesten und spärlicher Moderation. „Thank you Mannheim“ kam Robin dabei außerhalb der Songs noch am Besten über die Lippen.

 Bei den Disco-Songs gingen das Publikum mit, sprang von den Stühlen, einige der Zuhörer gerieten in ekstaseartige Zustände.

 Ein tolles Konzert, auch wenn die hohen Stimmen aus dem Chor kamen und der Barbara Streisand Song „Woman in Love“ – auch von den Bee Gees geschrieben -recht dürftig zum Publikum rüberkam.

 Wir waren alles in allem von den 1 ½  Stunden begeistert.

 Jade Gallagher  als Gast und 20minütigen Vorspiel hätte man sich allerdings sparen können. Jade hat sicher gute Songs, die sie aber besser zunächst weiterhin in britischen Clubs präsentieren sollte als in der SAP-Arena in Mannheim oder anderswo. Zumal durch die schlechte Aussteuerung oder Akustik die Texte wenig verständlich waren. Da hatte es Robin leichter: „World“, „Stayin’ Alive“ und andere Titel konnte das Publikum rauf- und runterjodeln.


Abendliche Schlenderweinprobe durch das Kloster Eberbach

  

Eine abendliche Schlenderweinprobe bei Kerzenlicht durch das Kloster Eberbach mit einem musikalischen Ausklang in der Basilika ist ein außergewöhnliches Ereignis.

 

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Es ist eine Weinprobe mit Weinen der Hessischen Staatsweingüter, die an verschiedenen Orten des Klosters stattfindet, dazwischen schlendert man durch das Kloster, fachkundig aber dennoch kurzweilig informiert über die Geschichte und die Namensgebung des Klosters. Die Entwicklung des Weinbaus im Rheingau und die Aktivitäten des Klosters in diesem Metier und im Handel mit dem Wein werden erzählt, dazu erfährt der Schlenderer, Zuhörer und Verkoster einiges über die Weine, die probiert werden. Zum Schluss der Führung tritt in der Basilika ein A-cappella-Chor auf, der mittelalterliche kirchliche Lieder vorträgt.

 

Ein jeder Besucher bekommt bei einer solchen abendlichen Führung  eine Kerze in die Hand gedrückt, die elektrische Beleuchtung ist an diesem Abend ausgeschaltet und los geht’s mit der Begrüßung und der Verkostung des ersten Weins. Die Verkostung wird dann an verschiedenen Stationen des Rundgangs fortgesetzt. Die Auswahl der zu verkostenden Weine ändert sich des Öfteren.

 

Die Atmosphäre ist unbeschreiblich, an diesem Ort göttlich zu nennen.

 

 

Wir starteten mit einem Riesling vom Wiesbadener Neroberg und erfuhren, dass zu Hochzeiten des Klosters unter dessen Regie unvorstellbare 9000 Hektar Anbaufläche bewirtschaftet wurden. (Diese Zahl habe ich während der Führung gehört. Ich habe sie allerdings nie an einer anderen Stelle wiedergefunden. Da die Größe unglaublich ist, verbürge ich mich dafür nicht.)

Das Gebiet erstreckte sich über große Teile des Rheingaus bis hin zur Bergstrasse und in den Gewölben lagerten zeitweise über 1,5 Millionen Liter Wein, die rheinabwärts bis nach Holland verkauft und dazu auf eigenen Schiffen transportiert wurden. Ein Modell davon ist im klostereigenen Museum zu sehen. Insgesamt gehörten in dieser Zeit über 200 Außenstationen, Kellereien und Gutshöfe zum Kloster und wurden von hier verwaltet.

Noch heute sind die Staatsweingüter Kloster Eberbach mit sechs Domänen und 200 Hektar Weinbaufläche sowie drei Kellereien  der größte „Winzer“ Deutschlands. Durch die unterschiedlichen Lagen mit unterschiedlichen Böden und klimatischen Bedingungen erzeugt das Weingut eine Vielzahl unterschiedlicher Weine zumeist hoher Qualitäten. Eine besondere Lage ist der Steinberg, der von einer 3000 Meter langen Bruchsteinmauer umgeben ist. Als Schutz vor Traubendieben erbaut, sorgt die Mauer heute für ein mildes Mikroklima und schützt die Reben vor Kaltlufteinbrüchen.

 

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Neben den Rheingauer Rieslingen sind besonders die Rotweine der Domaine Assmannshausen bekannt, die wohl berühmtesten aus der Region.

 

Die Schatzkammer der Weinkeller ist der Cabinet-Keller, in dem die besten Weine lagerten und von dem die Qualitätsbezeichnung Kabinett abgeleitet wurde.

Während einfache Gutsweine ab 6 € kosten, liegt der Preis für Kabinett-Weine derzeit bei 9-10 €, ein Erstes Gewächs kostet mehr als das Doppelte.

Die Weine sind in der Vinothek des Klosters erhältlich (täglich von 9-18 Uhr), online natürlich auch.

 

Nach mehreren Stopps zwecks Verkostungen gelangten wir dann zur Basilika.

Dort mussten wir dann einige Zeit warten, da die letzten Dreharbeiten zum Film über Hildegard von Bingen, der im Herbst 2009 in die Kinos kommt, nicht gestört werden durften. In der Basilika sah es dann vor dem Altar nach Dreharbeiten aus, Nonnen in historischen Gewändern warteten, bis unser Erkundungsgang mit dem A-cappella-Gesang eines kleinen Chores bei wunderbarer Akustik zu Ende gegangen war, um dann die Dreharbeiten fortzusetzen.

 

Für uns alle ein gelungener Abend mit vielen Informationen zum Kloster und zum Wein, glücklicherweise nicht immer bierernst dargeboten.


Axel Hacke, Lesung von Der weiße Neger Wumbaba, der Wortstoffhof

Axel Hacke hat in Mainz gelesen – von der Weihnachtsbaumkugel, die die fiktiven (oder real existierenden?) Familienmitglieder MAN, JEMAND oder EINER selbst im August noch nicht wieder in den Keller gebracht haben, von Howi’s SCHWEINESPUREN IM SAND und anderen Verhörern. Am Ende der Veranstaltung hörten wir auch eine Hitparade mit Verhörern aus deutscher Popmusik, an erster Stelle natürlich Herbert Grönemeyer, der Axel Hacke und seinen Fans einige herrliche Texte vorlegte. Als Zugabe wurde von den Zuhörern die Geschichte von Jörg, dem Vater von Luis Genossen in der privaten Kindergruppeninitiative. Die kann man wirklich immer wieder gern hören. Das waren nur einige Höhepunkte der Lesung aus den Büchern des Vorlesers, dessen Veranstaltung in Anlehnung an das parallel laufende Pokalspiel Mainz 05 gegen Schalke 04 zwei Mal 45 Minuten dauerte, plus einer Verlängerung, wie das in Pokalspielen möglich ist, Mainz wie sich hinterher herausstellte, allerdings nicht nötig hatte.

Hackes Vortrag ist in den letzten Jahren theatralischer geworden. War er vor 3 Jahren bei einer Lesung in Frankfurt noch der lesende Autor, ist er heute zu einem vorlesenden Schauspieler mutiert. Das tut den Texten zumeist gut, wirkt aber an einigen Stellen überzogen, schon fast kinskiesk. Die Texte selbst werden durch eine frei vorgetragene Moderation verbunden, die wie alles was von Axel Hacke vorgetragen wird zu leisen, zuweilen auch brüllenden Lachern des Publikums führt. Darüber hinaus hatten wir eine Kichererbse hinter uns, die eine Parallelveranstaltung zur Lesung performte, sozusagen im Duett mit dem auf der Bühne Vortragenden. Hilfreich, denn auf einigen Witz wurden wir, da  hintergründig vorgetragen, erst durch das sich steigernde Kichern aufmerksam.

 

Der Verlag Antje Kunstmann hat einen Teil der Bücher von Axel Hacke auch als Hörbücher herausgegeben – vom Autor gelesen. Am schönsten sind aber neben der Lesung live die Bücher selbst, mit den herrlichen Illustrationen von Michael Sowa.

 

Wer keine Gelegenheit hatte, eine Lesung zu besuchen, sollte Axel Hacke über die Bücher oder Hörbücher kennen lernen – oder sich auf www.axelhacke.de 

den Tourneeplan anzuschauen, vielleicht kommt er ja vorbei. Dann sollten Sie hingehen.

 


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