Meine erste Liebe – Eintracht Braunschweig und ihr Stadion

1957 hatte ich meine ersten Spiele im Eintracht Stadion.

Nicht im Stadion selbst, sondern beim Schulsport des Wilhelm Gymnasiums auf den Rasenplatz, dem B-Platz daneben oder auf den Schotterplätzen, die während der Spiele der Eintracht als Parkplätze genutzt wurden. Wir hatten dann später auch Sportunterricht bei Hannes Vogel, dem damaligen Trainer der 1. Mannschaft, der sie bis zur Gründung der Bundesliga coachte. Montags morgens im Sommerhalbjahr war auf dem Gelände Sport bei Hannes und wir spürten dann immer, wie das Spiel am Sonntag ausgegangen war. Freies Fußballspiel nach Siegen, Treppenlaufen mit Sprints an anderen Montagen. Wir waren Stolz auf unseren Sportlehrer wie die Gauß-Schüler auf Hennes Jäcker, dem damaligen Torwart.

Die Kabinen zum Umziehen durften wir nicht nutzen, wir taten das unter einer Kastanie an der Ostseite der Nordkurve.

An diesem Schulsport nahm auch Wolfgang Joop teil. Kein Wunder, dass er sich nicht gern an seine Schulzeit in Braunschweig erinnert. Dann müßte er sich auch an die grausamen Sprints die Treppen hoch im Stadion erinnern. Da wurden Knaben noch zu Männern geformt, jedenfalls die meisten.

Nach Gründung der Bundesliga stand ich dann bei den Spielen öfters im Stadion und habe mit meinen Freunden versucht, den Ball ins Tor zu brüllen. Das gelang besonders gut in der Saison 66/67, WIR wurden Meister. Eine  Dose Meister-Bier habe ich heute noch – kleiner Makel: Das Bier hab ich natürlich vor mehr als 40 Jahren getrunken und es war von der Dortmunder Union Brauerei abgefüllt, nicht von Wolters oder Feldschlösschen (den lokalen Brauereien) 

 

Meister-Bier 1967

Und dann existiert sogar noch eines von den beiden 74er Jägermeister Trikots, die ich mir mit meiner Frau kaufte, inzwischen sind sie von unseren Kindern in Discos aufgetragen worden. Unsere Tochter hat es gerade aus ihrem Fundus gekramt.

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Das zweite Trikot wurde inzwischen wohl entsorgt, das tat auch die Eintracht mit sich selbst nach einem kleinen Zwischenhoch Ende der 70er zu dem auch Paul Breitner beitrug – sie entsorgte sich bis in die Dritte Liga und vielleicht schafft sie es noch in die vierte. (Anmerkung vom 30.10.2013: nach Aufstiegen in den letzten Jahren wird’s wohl demnächst wieder abwärts gehen.)

Axel Hacke, der Schriftsteller und Kolumnist, der ebenfalls das Wilhelm Gymnasium besuchte, schrieb 2000 in einer Zeitungskolumne (http://www.tagesspiegel.de/sport/art272,2195192 ) über die Eintracht – der Artikel könnte von mir sein – könnte ich so gut schreiben – und über seine Entscheidung, die er treffen musste, zu Hennes Jäcker oder Hannes Vogel in die Schule zu gehen. Lest es mal, mehr braucht ihr über die Geschichte von Eintracht Braunschweigs Fußballern nicht zu wissen.

P.S. Der Titel des Beitrags wurde gewählt in Anlehnung an den Titel von Axel Hackes Kolumnenbeitrag „Meine erste Liebe: Eintracht Braunschweig“

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2 Kommentare on “Meine erste Liebe – Eintracht Braunschweig und ihr Stadion”

  1. Eckart Zeidler sagt:

    Ich habe sowohl bei Hannes Vogel Sport und Geographie im WG gehabt. Da ich in der 11.Klasse auf die Gaußschule wechselte, hatte ich 3 Jahre Sport bei Hennes Jäcker bis zum Abitur. Jäcker wohnte in der Zeit unter uns mit seiner Frau Hellena und 2 Jungen(Schloßstr.1)
    Er war mein Vorbild damals und ich studierte auch Pädagogik mit dem Schwerpunkt Sport. Von der Sorthochschule in Köln riet Jäcker mir damals ab.

  2. togo sagt:

    Wunderschöner Text. Danke und blau-gelbe Grüße!


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