Abendliche Schlenderweinprobe durch das Kloster Eberbach

  

Eine abendliche Schlenderweinprobe bei Kerzenlicht durch das Kloster Eberbach mit einem musikalischen Ausklang in der Basilika ist ein außergewöhnliches Ereignis.

 

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Es ist eine Weinprobe mit Weinen der Hessischen Staatsweingüter, die an verschiedenen Orten des Klosters stattfindet, dazwischen schlendert man durch das Kloster, fachkundig aber dennoch kurzweilig informiert über die Geschichte und die Namensgebung des Klosters. Die Entwicklung des Weinbaus im Rheingau und die Aktivitäten des Klosters in diesem Metier und im Handel mit dem Wein werden erzählt, dazu erfährt der Schlenderer, Zuhörer und Verkoster einiges über die Weine, die probiert werden. Zum Schluss der Führung tritt in der Basilika ein A-cappella-Chor auf, der mittelalterliche kirchliche Lieder vorträgt.

 

Ein jeder Besucher bekommt bei einer solchen abendlichen Führung  eine Kerze in die Hand gedrückt, die elektrische Beleuchtung ist an diesem Abend ausgeschaltet und los geht’s mit der Begrüßung und der Verkostung des ersten Weins. Die Verkostung wird dann an verschiedenen Stationen des Rundgangs fortgesetzt. Die Auswahl der zu verkostenden Weine ändert sich des Öfteren.

 

Die Atmosphäre ist unbeschreiblich, an diesem Ort göttlich zu nennen.

 

 

Wir starteten mit einem Riesling vom Wiesbadener Neroberg und erfuhren, dass zu Hochzeiten des Klosters unter dessen Regie unvorstellbare 9000 Hektar Anbaufläche bewirtschaftet wurden. (Diese Zahl habe ich während der Führung gehört. Ich habe sie allerdings nie an einer anderen Stelle wiedergefunden. Da die Größe unglaublich ist, verbürge ich mich dafür nicht.)

Das Gebiet erstreckte sich über große Teile des Rheingaus bis hin zur Bergstrasse und in den Gewölben lagerten zeitweise über 1,5 Millionen Liter Wein, die rheinabwärts bis nach Holland verkauft und dazu auf eigenen Schiffen transportiert wurden. Ein Modell davon ist im klostereigenen Museum zu sehen. Insgesamt gehörten in dieser Zeit über 200 Außenstationen, Kellereien und Gutshöfe zum Kloster und wurden von hier verwaltet.

Noch heute sind die Staatsweingüter Kloster Eberbach mit sechs Domänen und 200 Hektar Weinbaufläche sowie drei Kellereien  der größte „Winzer“ Deutschlands. Durch die unterschiedlichen Lagen mit unterschiedlichen Böden und klimatischen Bedingungen erzeugt das Weingut eine Vielzahl unterschiedlicher Weine zumeist hoher Qualitäten. Eine besondere Lage ist der Steinberg, der von einer 3000 Meter langen Bruchsteinmauer umgeben ist. Als Schutz vor Traubendieben erbaut, sorgt die Mauer heute für ein mildes Mikroklima und schützt die Reben vor Kaltlufteinbrüchen.

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Neben den Rheingauer Rieslingen sind besonders die Rotweine der Domaine Assmannshausen bekannt, die wohl berühmtesten aus der Region.

 

Die Schatzkammer der Weinkeller ist der Cabinet-Keller, in dem die besten Weine lagerten und von dem die Qualitätsbezeichnung Kabinett abgeleitet wurde.

Während einfache Gutsweine ab 6 € kosten, liegt der Preis für Kabinett-Weine derzeit bei 9-10 €, ein Erstes Gewächs kostet mehr als das Doppelte.

Die Weine sind in der Vinothek des Klosters erhältlich (täglich von 9-18 Uhr), online natürlich auch.

 

Nach mehreren Stopps zwecks Verkostungen gelangten wir dann zur Basilika.

Dort mussten wir dann einige Zeit warten, da die letzten Dreharbeiten zum Film über Hildegard von Bingen, der im Herbst 2009 in die Kinos kommt, nicht gestört werden durften. In der Basilika sah es dann vor dem Altar nach Dreharbeiten aus, Nonnen in historischen Gewändern warteten, bis unser Erkundungsgang mit dem A-cappella-Gesang eines kleinen Chores bei wunderbarer Akustik zu Ende gegangen war, um dann die Dreharbeiten fortzusetzen.

Für uns alle ein gelungener Abend mit vielen Informationen zum Kloster und zum Wein, glücklicherweise nicht immer bierernst dargeboten.

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