Porzellan-Manufaktur Meissen

Ein Besuch in Schauwerkstatt und Museum

 

Bei einem Besuch Dresdens, sollte man versuchen, einen halben Tag oder gar einen ganzen für einen Besuch in Meißen einzuplanen. Nicht nur die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH ist einen Abstecher wert, sondern auch Burg und Dom.

 

Wir besuchten von Meißen aus die Schauwerkstatt der Manufaktur mit angegliedertem Museum und den Verkaufsräumen der Erzeugnisse und der 2.Wahl-Angebote.

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Die Anfahrt mit dem Auto aus Dresdens Innenstadt war Anfang April 2009 zeitaufwändig, da wir den Weg über Radebeul wählten, wobei wir uns in Dresden um und durch Baustellen schlängeln mussten und die Ortsdurchfahrt Radebeul auch nicht gerade zügig verlief. Falls man nicht plant, auf dieser Route einen Zwischenstopp einzulegen, empfehle ich die Strecke links der Elbe zu nehmen.

 

Einen Parkplatz fanden wir um diese Jahreszeit mühelos in der Innenstadt am Kleinmarkt. Von dort führt der ausgeschildert Weg in knapp 15 Minuten zum Ziel, vorbei an vielen vom Zerfall geprägten Häusern in der Talstraße. Das Phänomen des Zerfalls habe ich auf meinem Blog www.philipp1112.wordpress.com  unter dem Titel „Meißener Häuser und die Chemie des Todes“ ausführlicher beschrieben. Es ist ein weitgehend trostloser Weg.

 

Ganz anders das Innere der Schauhalle mit dem Meissener Porzellan – hell, großzügig, sauber, dabei ohne Schnick-Schnack am Gebäude, so dass die Wirkung des ausgestellten und zum Verkauf stehenden Porzellans gut zur Wirkung kommt.

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Mit einer Eintrittskarte für 8,50 € für Werkstatt und Ausstellung ausgerüstet (für die Verkaufsräume ist der Eintritt frei) ausgerüstet,  entschieden wir uns zunächst für die Besichtigung der Schauwerkstatt.  In kleinen Gruppe geht man hier von Station zu Station, zunächst gibt es in einem Minikino eine kurze Übersicht, danach wird dann der handwerkliche und künstlerische Werdegang der Produktion gezeigt. Kommt die Gruppe zu so einer Station, startet der Schaffende zunächst an einem Computer den Vortrag, der auf Deutsch per Lautsprecher übertragen wird, in anderen Sprachen über einen Audioguide zu hören ist. Zunächst wird die Formung eines Tassenkörpers an der Drehscheibe gezeigt sowie die Formung des Rohlings in einer Form. In einer anderen Station erhalten wir einen Einblick in das Bossieren, dem Herstellen von Figuren aus einzelnen Teilen, auch wie zum Beispiel eine kleine Blüte entsteht und an eine Figur angesetzt wird. Eine Station mit Unterglasurmalerei, wie sie zum Beispiel beim Zwiebelmuster angewendet wird und eine mit einer Vorführung zur Aufglasurmalerei schließen sich an. Aus den Lautsprechern gibt es dazu die Erklärungen, auch zu den Prozessen wie den Brand, die hier nicht gezeigt werden können.

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Nach der Schauhalle gehen wir in den Museumsbereich, der das Schaffen der Künstler und Handwerker der Manufaktur über die Jahrhunderte zeigt. Die Sammlung der Figuren ist umfangreich und beiendruckend, große Tierfiguren findet man jedoch umfangreicher in der Porzellansammlung des Zwingers in Dresden. Bei dem Geschirr  waren neben den bekannten alten und neuen Formen und Bemalungen für uns besonders die weniger bekannten aus der Zeit des Jugendstils  und Bauhausformen interessant, die ich in diesem Umfang bisher noch nicht gesehen hatte.

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Zum Abschluss stöberten wir dann durch die Verkaufsräume und nahmen als Souvenir eine Mokkatasse vom Zwiebelmuster und einen klein Puttenkopf mit.

Die Mokkatasse steht nun neben einer ähnlichen von Hutschenreuther. Der Unterschied ist, dass die Meißener weniger bemalt ist – aber da wurde ja auch jeder blaue Strich und Punkt mit dem Pinsel aufgetragen währen die von Hutschenreuther  ein üppigere Bemalung aufweist, die aber bekanntlich nicht mit dem handwerklichen Aufwand wie die Meißener hergestellt wurde.

 

Auf alle Fälle hat uns die Werkstatt gezeigt, unter welchem riesigen Aufwand Meißener Porzellan hergestellt wird. Das erklärt den Preisunterschied zu anderem Geschirr.

Ein Besuch in der Schauwerkstatt und der Schauhalle war beeindruckend und lohnenswert.

 

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