Der Zwinger in Dresden

Es gibt sicherlich wenige Gebäude in Deutschland, die einen höhern Bekanntheitsgrad haben als der Zwinger in Dresden. Schloss Neuschwanstein und das Hofbräuhaus in München könnten dieser barocken Anlage den 1.Rang streitig machen.

Blick Richtung Wallpavillon

Blick Richtung Wallpavillon

Allerdings ist hier der Sinn und Zweck nicht so einfach zu definieren wie bei den beiden anderen. Vielleicht ist es die Summe von Neuschwanstein als fantastische Anlage der Selbstdarstellung von „Kini“ Ludwig II. von Bayern und dem Hofbräuhaus mit dem Wunsch nach Ausgelassenheit unter Einfluss von Alkohol gewesen, die diesen windgeschützten Festplatz für August den Starken entstehen ließen – für die Feierlichkeiten zur Hochzeit seines Sohnes, zum Feiern und zur Selbstdarstellung des starken Augusts wann immer es möglich war.

Mit der Architektur von Matthäus Daniel Pöppelmann und den Skulpturen und all dem Schmuck vom Bildhauer Balthasar Permoser stellt der Zwinger in seiner ursprünglichen Bedeutung einen Festungsbau dar  – besser wohl das Bild eines Festungsbaus.

Es würde den Rahmen an diesem Platz sprengen, ausführlich über die Architektur und all die Werke des bildhauerischen Schmucksund deren Bedeutung zu berichten.

Denkwürdige Gedenktafel

Denkwürdige Gedenktafel

Heute ist das barocke Schmuckstück, das im zweiten Weltkrieg wie die meisten Gebäude der Umgebung stark zerstört wurde, aber bereits zu DDR-Zeiten wieder aufgebaut wurde eine Ansammlung bedeutender Museen, insbesondere die Porzellansammlung  und die Gemäldegalerie Alte Meister. Es beherbergt aber auch die Rüstkammer und derzeit einen Teil der Skulpturensammlung in der Ecke des Nymphenbads. Der Mathematisch-Physikalische Salon war zur Zeit unseres Besuchs ausgeräumt.

Die Porzellansammlung

August der Starke hinterließ uns mit der Porzellansammlung ein weiteres Denkmal seiner unerschöpflichen Sammeleigenschaft.  Japanisches und chinesisches Porzellan aus den bedeutenden Epochen der Pozellanfabrikation wurden schiffsladungsweise nach Europa transportiert, eine vielfältige Auswahl wird in dieser sammlung gezeigt. Dazu Meißener Porzellan, insbesondere von Johann Greorgius Hörholdt mit den von ihm geschaffenen unterschiedlichsten Dekoren und die Plastiken von Johann Joachim Kändler aus dem Rokoko. Böttgers Versuche, Gold herzustellen und der Weg vom braunen Steingut zum weißen Porzellan werden gezeigt.

 Neben all diesen Exponaten und besonders den unterschiedlichen und teilweise filigranen Formen des chinesischen und japanischen Porzellan und den darauf abgebildeten Szenen und Darstellungen haben uns insbesondere die Dragonevasen fasziniert. Nicht wegen Größe, Form oder Farbe, sondern wegen ihrer Geschichte:

August der Starke verscherbelte 600 Dragoner seines maroden Heeres an Friedrich Wilhelm I., König von Preußen. Dieser Deal wurde mit der Zahlung von 151 Stücke aus Porzellan abgeschlossen, unter denen sich die danach benannten Dragonervasen befanden.

Die Skulpturensammlung und Nymphenbad

Mit der Eintrittskarte für die Porzellansammlung erhält man auch Zutritt zur Skulpturensammlung, die auf der gegenüberliegenden Seite des Zwingers, am Nymphenbad untergebracht ist. Sie stellt eine kleine Auswahl der Werke dar, die aus dem eigentlichen Standort der Sammlung derzeit ausgelagert sind. Neben Nachbildungen alter griechischer Bronzearbeiten werden hier auch Werke von Rodin und Degas gezeigt, insbesondere aber Skulpturen deutscher Künstler des 20. Jahrhunderts bis hin zu einer modernen Darstellung der Loreley aus Wasserrohren, -hähnen und Hanfsträngen wie sie von Installateuren als Dichtungsmasse Verwendung finden. Außerdem wird hier auch noch eine lebensgroße Szene des Sprungs aus Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ gezeigt.

Im Nymphenbad

Im Nymphenbad

Ein kleiner Abstecher nach dem Besuch der Porzellansammlung, der sich lohnt.

Rundgang auf der Balustrade

Auf der Balustrade vor dem Kronentor

Auf der Balustrade vor dem Kronentor

Neben dem Besuch der Museen sollte man einmal auf der Balustrade, praktisch auf dem Dach der Anlage, den Zwinger umrunden. Dort kann man immer wieder neue Sichten von der barocken Pracht des Bauwerks bekommen und durch den oberen Teil des Kronentors flanieren. Wie bei vielen Touristenattraktionen Dresdens bietet sich der Besuch am frühen Vormittag besonders an.

Für Fotografen sollten allerdings ein zweiter Besuch am Nachmittag eingeplant werden, wenn das Licht aus Richtung des Zwingerteichs kommt und zum Beispiel das Kronentor besonders fotogen erscheinen lässt.

Am Zwingergraben

Am Zwingergraben



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