Das Grüne Gewölbe im Residenzschloss zu Dresden

Das Grüne Gewölbe im Residenzschloss besteht aus zwei getrennten Museen, dem Historischen und dem Neuen Grünen Gewölbe – inhaltlich ähnlich, derart getrennt, dass man für beide gesondert Eintritt zu zahlen hat.

 Zweimal Eintritt zahlen ist der einzige Wermutstropfen für eine einzigartige Ausstellung. 

 Sorgen bereitet einem vor dem geplanten Besuch der Gedanke, ob man für das Historische Grüne Gewölbe Karten bekommt – groß ist die Freude dann, wenn der Audioguide umgehängt ist und die Schleuse in die Ausstellungsräume betreten ist.

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 Der Kartenkauf

Bevor ich von dem Besuch berichte, hier einige Informationen zum Kartenkauf: Der Besuch des Historischen Grünen Gewölbes ist das Nadelöhreiner Dresden-Tour auf eigene Faust. Es ist wie das Neue Historische Gewölbe dienstags geschlossen und an den Öffnungstagen ist die Anzahl der Besucher limitiert. Der Ticketkauf ist möglich durch Online-Buchung oder telefonisch (möglichst einige Wochen vor dem geplanten Besuch) oder an der Kasse im Residenzschloss. Wir haben uns morgens um10:00 Uhr angestellt, um die Karten für den Tag zu erwerben, auf der Website des Museums heißt es jedoch, dass man die Karten dort einen Tag vorher kaufen kann (wer den Kartenkauf dort einplant, sollte sich vorher erkundigen, wie die Regelung ist). Man erhält je nach Verfügbarkeit oder Wunschtermin die Karten mit einem Zeitfenster von 15 Minuten für den Eintrittszeitpunkt. Um dieses Zeitfenster kann der weitere Tag in Dresden geplant werden. Zu beachten ist hierbei, dass der letzte Einlass um 17:45 –18:00 Uhr ist. Für Besucher, die sehr ausgiebig die Exponate betrachten wollen, kann diese Zeit zu kurz sein. Karten für das Neue Grüne Gewölbe können ohne Probleme eines Besuchs am gleichen Tag an der Tageskasse gekauft werden.

Das Historische Grüne Gewölbe

 Ist man dann in der richtigen Zeit durch die Klimaschleuse der Wunderkammer oder Schatzkammer eingetreten fängt das Staunen auf hohem Niveau an. Zunächst betritt man das Bernsteinkabinett mit dem großen Kabinettschrank, nach dem Petersburger Bernsteinzimmer die zweitgrößte Bernsteinsammlung. Acht weitere Zimmer schließen sich an mit Kunstwerken aus Elfenbein, Weißsilber, silbervergoldeten Goldschmiedearbeiten, einem mit Juwelen, ein weiteres mit Pretiosen wie Steinschnittarbeiten aus Bergkristall und einer Sammlung mit Exponaten hergestellt aus Straußeneiern sowie weiteren Räumen. Man erkennt und genießt die Einzigartigkeit und die Fülle der Ausstellungsstücke und wird dabei durch den Audioguide gut geleitet und informiert. Diese Schatzkammer wurde in den Jahren 1723-1729 durch August den Starken als Museum innerhalb der alten mittelalterlichen Burg, die 1701 durch einen Brand stark beschädigt wurde, errichtet. Wie beim Bau des Zwingers war Matthäus Daniel Pöppelmann der Architekt, der diese barocke Anlage erbaute, in dem die Schätze aus dem fürstlichen Besitz gesammelt und ausgestellt wurden. Weitere Kunstwerke erschufen die Hofkünstler wie die Brüder Dinglinger speziell für August den Starken und dieses Museum. Der Name „Grünes Gewölbe“ stammt von der malachitgrünen Bemalung der Wände der Räume, die August von Sachsen 1550 als Aufbewahrungsort für seine Schätze als „Geheimverwahrung“ bauen ließ. Das Historische Grüne Gewölbe wurde nach Restaurierung und Rekonstruktion 2006 wiedereröffnet, nachdem die Schätze zunächst im II. Weltkrieg ausgelagert und nach Kriegsende in die Sowjetunion gebracht wurden. 1958 kamen sie dann wieder nach Dresden zurück. Durch diese Wirren ist auch ein gewisser Schwund an Exponaten zu verzeichnen, so sind einige Plätze auf den Konsolen an den Wänden leer geblieben. Gezeigt werden noch etwa 3.000 Stücke und weitere 1.000 in dem Neuen Grünen Gewölbe, das ebenfalls im Residenzschloss untergebracht ist und ebenso sehenswerte Werke enthält.

Das Neue Grüne Gewölbe

Das Neue Grüne Gewölbe, das im ersten Stock des Residenzschlosses untergebracht ist kann jederzeit ohne Einhaltung eines Zeitfensters wie im historischen Teil betreten werden. Der Eintritt kostet 6 €, dienstags ist nicht geöffnet. Eines der Prunkstücke – und für uns der Grund, das neue Historische Gewölbe zu besuchen – war der „Hofstaat zu Dehli am Geburtstag des Großmoguls Aureng-Zeb“, dass Johann Melchior Dinglinger – Hofgoldschmied von August dem Starken – von 1701- 1708 zusammen mit seinen Brüdern Georg Friedrich, einem Emailleur, und Georg Christoph, dem Juwelier, geschaffen hat. Das Kunstwerk war teurer als die Baukosten für das Schloss Moritzburg und August der Starke musste es in Raten bezahlen. Die Bezahlung zog sich bis 1731 hin. Der Preis ergab sich aus der Summe der Kosten für 5000 Diamanten, Edelsteinen und Perlen, einer größeren Menge Gold unter anderem für die 137 in Gold gegossenen Figuren, die einen Emaille-Überzug erhielten und letztlich auch der jahrelangen Arbeit der drei Brüder. Die Kosten für die zusätzlich beschäftigten 14 Gehilfen dürfte dabei nicht so sehr ins Gewicht gefallen sein. Außer diesem Werk auf einer Grundfläche von etwa DIN A0 werden hier seit 2004 über 1000 Exponate gezeigt. Viel Elfenbeingeschnitzes und Stücke aus Bergkristall Geschliffenes, goldenes Kaffeegeschirr und den kleinen Kirschkern, in den 185 Gesichter geschnitzt sind.

Viele Stücke ähneln denen, die im Historischen Grünen Gewölbe gezeigt werden. Vielleicht hätte man die absoluten Prachtstücke auch dort mit unterbringen können, aber siehe oben: Ein Schelm, der Böses dabei denkt.



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