Schlachtefest – Handgeschriebenes

Aus einem Brief des 5.Klässlers Philipp Elph vor mehr als 50 Jahren

Wir hatten  im Januar eine Woche frei, weil Aufnahmeprüfungen für das Gymnasium anstanden.  Hausaufgabe war,  einen Brief an unseren Deutschlehrer, Herrn Dr. Loock, zu schreiben. Hier ein Teil davon, Thema „Schlachtefest“ – aus aktuellem Anlass.


Das war nicht „Steinzeitspiel“ in Ratekau, sondern Realität. Damals noch Normalität auf dem Dorfe, wobei kein Kind bei diesem „Fest“ mitmachen musste.

„Schwanzhalten“ war so ein alter Brauch. Das war immer die Aufgabe eines Kindes und sehr wichtig!

Es handelt sich bei der Abbildung uum den Scan des Originals, das ich seit der Zeit – Januar 1959 – in meinem Diercke Weltatlas aufbewahrt habe.

11 Gedanken zu „Schlachtefest – Handgeschriebenes

  1. Wie schön: Noch einer, der Hausschlachtungen als Normalität mitbekommen hat. Bei uns wurden die Kinder allerdings weggesperrt, bis das Blut herauszulaufen begann. Die Betäubung mit dem Bolzenschußgeerät und den Stich in den Hals sollten wir nicht mit ansehen. Erste Kinder-Aufgabe war dann, das Blut zu rühren, damit es nicht stockt.

    Was hattest Du für eine schöne Schrift als Elfjähriger.

  2. Super! Es ist wirklich schön zu lesen. Gut geschrieben, das Kind wird mal Blogger oder sowas.

    Als ich klein war, hatte die Hausschlachterei schon ihre beste Zeit hinter sich. Aber noch heute hat Mutter Kaninchen, die sie das ganze Jahr füttert, damit wir zu Weihnachten einen Braten haben. 🙂

    Am besten an dem Schlachtskandal fand ich die Mutter, die sich ernsthaft beschwert hat, jetzt sei es ja noch schwieriger für sie, ihrem Sohnemann zu erklären, wo das Fleisch herkommt. Ähm, ja.

  3. Beneidenswert. Als Stadtkind habe ich erst spät im Leben erfahren, woher das Fleisch kommt. Gerührt haben mich die 5 Äpfel als Belohnung. Das sollte man heute mal einem Kind anbieten.

  4. Auch ich Ostwestfalenkind kenne die Hausschlachtung noch. Solange wir
    Schafe hatten, durften wir nicht dabei sein, aber beim Geflügelschlachten musste ich auch rupfen, überbrühen und ausnehmen. Mit zwölf Jahren sollte ich dann das erste Mal ein Huhn köpfen, das war schon hart.
    Wie anders sieht man das im „Erlebnisunterricht“ – Projektwoche in Schleswig-Holstein: Tschüss, liebes Kaninchen

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    • Beim Töten des Tieres wurden wir Kinder weggesperrt, aber beim Därme auswaschen und späterem Stopfen durften wir dabei sein. Als der Schlachter in einem großen Kessel Blutwurst rührte, lockte er mich mit den Worten: „probier mal, schmeckt gut ..“. Ich habe danach nie wieder Blutwurst gegessen.

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