Gutenberg-Bibeln und das Gutenberg-Museum in Mainz

Besuchermagnet sind nicht nur die hier ausgestellten Gutenberg-Bibeln, sondern besonders für jüngere Besucher die Vorführungen an der Druckpresse, an denen fast stündlich gezeigt wird, wie zu Gutenbergs Zeit Lettern hergestellt und Seiten gedruckt wurden.
Die Sammlung an Büchern nach Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern ist umfangreich und sehenswert. Aus der Zeit vor Gutenberg werden ebenfalls Beispiele des Buchdrucks von Holzstöcken gezeigt. Eine Sammlung von Setz- und Druckmaschinen ist im Untergeschoss zu sehen,
Das Highlight ist jedoch der Raum mit den B 42-Bibeln, zwei von den noch existierenden 48 Exemplaren von 150, die von Gutenberg in den Jahren 1452-1454 hergestellt wurden, werden hier gezeigt. Man erhält einen guten Eindruck von der großartigen Erfindung des gebürtigen Mainzers und der aufwändigen Arbeit der Buchdrucker zu jener Zeit.
Die Bücher sind in recht düsteren Räumen ausgestellt, leider wohl eine Notwendigkeit, um die sie vor Licht zu schützen und zu erhalten.
Bedauerlich, dass so gut wie nichts über Handwerk und Kunst des Buchbindens und der Einbandherstellung gezeigt wird. Das, was zu diesem Thema ausgestellt ist, ist recht willkürlich aus diesem Bereich herausgegriffen – wie zum Beispiel die Faksimiles eines Faltbuches und eines Beutelbuches – und haben nichts mit den Werken zur Zeit Gutenbergs und danach zu tun.
Trotz dieser Einschränkung ist das Gutenberg-Museum einen Besuch wert, zumal häufig Sonderausstellungen gezeigt werden.

Zur Zeit sind es die folgenden Sonderausstellungen:

ON-TYPE: Texte zur Typographie (bis 06.05.2012)

Gezeigt werden Texte über Schriftgestaltung von den Gestaltern der Schriften, aber auch z.B. von T.W.Adorno („Gleicht nicht das Ausrufungszeichen dem drohend gehobenen Zeigefinger? Sind nicht Fragezeichen wie Blinklichter……..“) aber auch Josef Goebbels („Der Führer ordnet an, daß die Antiqua künftig nur noch als deutsche Schrift gewertet wird. ………..Und unsere Sprache kann endlich Weltsprache werden.“)

Eine Auswahl an Schriftmustern des 20.Jahrhundert aus dem deutschsprachigen Raum wird ebenso gezeigt wie viele Bücher zur Typographie.

Ein kleiner aber faszinierender Überblick!

Dazu gibt es jede Menge Material wie die oben gedruckten Typen, dazu auch die oben erwähnten Zitate auf DIN A4-Seiten gedruckt, die man sich „vom Haken“ nehmen kann. Die Zitate der Schriftgestalter sind dabei in Schriften, die von ihnen entwickelt wurden.

Moving Types – Lettern in Bewegung (bis 12.08.2012)

(Besuch steht noch bevor)

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7 Gedanken zu „Gutenberg-Bibeln und das Gutenberg-Museum in Mainz

  1. Die Moving Types hat mich enttäuscht; schien mir eher die Werbeveranstaltung eines großen Elektronikkonzerns (und wenig an Filmen / Filmchen / Vorspännen, was man nicht auch irgendwo in der DuTube finden würde).
    Das Gutenbergmuseum hingegen liebe ich.

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