Ein Taktstock vom Taktstockschreiner als potenzielle Mordwaffe

Beim Lesen von Kriminalromanen freue ich mich immer über ungewöhnliche Schauplätze, Todesarten und Mordinstrumente. Sie stechen aus dem Einerlei von Mord auf der Straße mit Revolver oder Messer und anderen trivialen Morden hervor.

Manchmal geht aber auch die Fantasie mit mir durch und ich entdecke ein neues potenzielles Mordinstrument.

So geschehen, als ich ein Posting über einen Taktstockschreiner und dessen Produkte las. Ein Taktstock! Ein spitz auslaufender Stab, 25-40 cm lang, in diesem Fall gefertigt aus Ahornholz.

Das wäre doch mal ein Instrument, mit dem der berühmte Dirigent eines ebenso berühmten Orchesters morgens vom der Putzfrau im Orchestergraben aufgefunden wird. Der Dirigent ermordet, mit einem Taktstock durch die Brust ins Herz gestochen. Na ja, nicht mit irgendeinem Taktstock, sondern – wie sich leicht ermitteln läßt – mit einem individuell gefertigten Taktsock aus der Werkstatt eben jenes Taktstockschreiners. Schnell wird hersusgefunden, für wen der Taktstock gefertigt wurde. Wie eine registrierte Handfeuerwaffe führt sie zum Eigentümer, aber……..

Schluß mit der Fantasiererei!

Faszinierend allemal: Der Taktstockschreiner!

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P.S.: Mir sind einige Morde mit einer Hutnadel bekannt, von denen auch berichtet wird. Agatha Christie war meines Wissens die Entdeckerin der Hutnadel als Mordwaffe. Da das Instrument inzwischen sogar in der Fensehkrimiserie „Der Bulle von Tölz“ als tödliche Waffe verwendet wurde, kategorisiere ich die Hutnadel als gewöhnliches Mordinstrument.

P.P.S.: Über den „Selbstmord“ des Komponisten Jean-Baptiste Lully (Quelle: Wikipedia) mit einem Taktstock: …………..Doch als er die Motette am 8. Januar 1687 in der Église des Pères Feuillants aufführte, passierte ein Unglück: Lully schlug, wie damals üblich, den Takt mit einem langen, reich verzierten, schweren Stab auf den Boden, wobei er unglücklich seinen Fuß traf. Die Wunde entzündete sich rasch und infizierte sich mit Wundbrand. Da sich Lully weigerte, den Zeh amputieren zu lassen, verstarb er wenige Monate darauf. Er wurde in Notre-Dame-des-Victoires unter großer Anteilnahme begraben.

Und schließlich: Ich danke Karu für die Anregung zu diesem Posting.

Und ganz zum Schluß: Inzwischen wurde ich durch einen Kommentar zu diesem Beitrag desillusionisiert. Möglicherweise ist die Tatwaffe „Taktstock“ schon ein ganz alter Hut. Für konkrete Hinweise, die zu dem Taktstockmörder in der Literatur führen, wäre ich sehr dankbar!


8 Kommentare on “Ein Taktstock vom Taktstockschreiner als potenzielle Mordwaffe”

  1. puzzle sagt:

    Ich bilde mir ernsthaft ein, das Thema in einem Kriminalroman alten englischen Stils schon gelesen zu haben, aber es wäre, wenn, lange her und es müßte „uralt“ sein. Dorothy Sayers und ihren Lord Peter Wimsey? oder sie oder Agatha Christie unter einem ihrer anderen Pseudos? Oder doch Rex Stouts Nero Wolfe? *grübel*

    • Philipp Elph sagt:

      Wenn es bei Dorothy Sayers so einen Mord gegeben hätte, würde es mich nicht wundern. In den Kreisen von Lord Peter könnte es so einen Vorfall gegeben haben. Ich habe zwar alle Kriminalromane und – geschichten von ihr gelesen, erinnern kann ich mich daran nicht. Sayers Romane waren der Einstieg für mich in dieses Genre – vor knapp 50 Jahren. Bitte weiter grübeln!

  2. kormoranflug sagt:

    Vampire erledigt man auch mit einem so schön gestalteten Ahornholz.

  3. Meike aus der bunten Welt sagt:

    Ich finde ungewöhnliche Waffen auch prima. Ist aber nicht so leicht. Als leidenschaftliche, aber erfolglose Krimi-Erfinderin habe ich mal einen Mord mit einem Glücksbambus konstruieren wollen – ging nicht. Zu Recherchezwecken habe ich einen gekauft und damit gefochten, gestochen, zugeschlagen: Selbst mit brachialem Krafteinsatz wollte das als Mordopfer dienende Nackenkissen den Geist nicht aufgeben. Folglich musste ich umdisponieren und nahm den Bambus als Bestandteil eines Zimmerbrunnens, den ich dem Opfer komplett über den Kopf hauen wollte. Test ergaben jedoch, dass man sich beim beherzten Ausholen mit dem schweren Ding erst mal das ganze Brunnenwasser überschüttet, was eine Affekttat schwieriger macht. Seitdem dümpelt der Krimi und droht zum Frauenroman mit viel Liebe zu verkommen. Ich muss das nochmal durchdenken…

  4. karu02 sagt:

    Hm. Daran entzündet sich jetzt natürlich die Phantasie. So ein Taktstock ist sehr dünn und nur bis zu einem gewissen Grad elastisch. Er würde – nehmen wir mal einen beherzten Herzstich an – am Brustbein zerbrechen. Von hinten durch die Brust wird ein ähnliches Ergebnis ergeben. Was dann? Jetzt fallen mir nur sehr unappetitliche Dinge ein, die einen so dünnen Stab, der 40 cm lang ist, nicht zerbrechen ließen. Das will ich nicht ausführen und weiß auch nicht, ob es zum Tode führte. Bliebe evtl. eines der Nasenlöcher, dann würde viel Blut fließen, was aber nicht tödlich sein muss. Wie wäre es mit dem Auge und damit direkt ins Hirn? In irgendeinem der vielen halb oder ganz vergessenen Krimis hat das jemand mit einer Kugelschreibermine gemacht. Taktstock wäre taktvoller.

  5. rotewelt sagt:

    Ich sehe schon, das Lesen zahlreicher Kriminalromane beflügelt deine Fantasie! Aber es ist in der Tat spannend, was für Mordwerkzeuge es so gibt, zumindest in der Literatur.

  6. cablee sagt:

    Noch ein paar Absätze mehr und ihr könnt zusammen ein Drehbuch schreiben😉 Herrlich!


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