Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim in der alten Festung der Stadt

P1010140Die Geschichte Rüsselheims ist seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stark verknüpft mit dem Unternehmen Opel. Zunächst wurden von Adam Opel Nähmaschinen produziert, 1886 die Produktion von Fahrrädern aufgenommen. Die ersten Autos wurden dort 1898 hergestellt, bald kamen Motorräder, Lastkraftwagen und Flugmotoren dazu. Bis 1928 entwickelte sich Opel zum größten Automobilhersteller Deutschlands, 1929 übernahm General Motors das Unternehmen.
Diese Geschichte ist in Schwerpunkten in diesem Museum dargestellt, aber es werden auch andere Richtungen der beginnenden Industrialisierung gezeigt. So wird auf die P1010135Hasenhaarschneiderei aus der Zeit der Frühindustrialisierung hingewiesen, aus der sich schließlich eine Teppichfabrik entwickelte. Ebenso wird die Geschichte der Zichorienfabrik gezeigt, die neben Opel längere Zeit das zweitgrößte Industrieunternehmen war. Im Mittelpunkt steht jedoch die Metallverarbeitung, der Wechsel der Arbeit mit Amboss, Schmiedehammer und Blasebalg bis hin zu automatisierten Fertigungsbereichen der Automobilindustrie, dazu sind einige Modelle von Fahrzeugen, beginnend mit den Fahrrädern bis hin zum Opel Rekord der 50iger Jahre ausgestellt.
P1010144Aber nicht nur handwerkliche und technische Geschichte wird hier gezeigt, sondern auch die menschliche Seite. Sie fängt an mit dem Wandel der Stadt von einer landwirtschaftlich orientierten Ortschaft zu der Stadt mit dem großen Arbeitgeber Opel für die Region und das weitere Umland. Den ersten gewerkschaftlichen Aktivitäten, dem genossenschaftlichen Bau von Wohneigentum, Arbeiterkämpfen um mehr Rechte. Der kritischen Betrachtung des Naziregimes und des II. Weltkriegs wird breiter Platz eingeräumt und schließlich wird der Zeitgeist der 60ger und 70er Jahre beschrieben. Das Leben und die Unterbringung der Gastarbeiter, die Zeit der Proteste P1010150mit Dutschke und gegen die Startbahn West am Frankfurter Flughafen. Viele anderen Kleinigkeiten wie Haushaltsgeräte der Nachkriegszeit und Sitzmöbel wie Cocktailsessel und Sitzmulden runden das Ausstellungsprogramm ab.
Es wird ein interessanter Querschnitt aus dem Leben der letzten 200 Jahre in Rüsselsheim gezeigt. Vieles davon fand so aber auch in anderen Gegenden unseres Landes statt, sodass es sich nicht nur für Besucher aus der Umgebung lohnt, ein paar Stunden in der zum Museum ausgebauten Rüsselsheimer Festung zu verbringen.

 

 

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2 Kommentare on “Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim in der alten Festung der Stadt”

  1. Das klingt sehr interessant, danke für den Tipp!

  2. nur gut, daß wir Dich fleißigen Museumsgänger haben, da kann ich mir ja fast den Besuch sparen. Fast, ist eh zu weit weg jetzt.


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