Die Oppenheimer Rose und ihr „Standort“

Sie blüht schon seit fast 700 Jahren, die Oppenheimer Rose.

Zusammen mit dem Lilienfenster ist die „Oppenheimer Rose“ eines der bekanntesten Fenster an der Südfassade der Katharinenkirche. Ihre Glasscheiben sind weitgehend original erhalten und stammen aus den Jahren 1332/1333. 80% der Glassubstanz dieses Fensters sollen noch aus jener Zeit stammen.

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Damit gehört dieses Fenster zu den ältesten erhaltenen Teilen der Katharinenkirche, die  1689 von Franzosen zerstört wurde. Und was nicht zerstört worden war – ein Teil der Gewölbe – stürzte später ein.

Wikipedia beschreibt das Fenster so: Als Grundriss der Oppenheimer Rose diente eine Heckenrose das Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen. Die Mitte des Fensters ziert der Reichsadler, das Oppenheimer Stadtwappen. Im Kreis um das Stadtwappen sind die Wappen der Oppenheimer Ratsherren aus dem Jahre 1332/33 angeordnet. Und dazu die Legende aus gleicher Quelle: Die Bürger der Stadt Oppenheim hatten als Bildhauer für ihre Kirche einen bekannten Meister aus Mainz gewonnen. Neben vielem anderen entwarf er mit großer Sorgfalt das Maßwerk einer Fensterrose. Die Ausführung der Rose überließ er allerdings einem Gesellen. Dieser war mit Feuereifer bei der Sache. Beim Bauen veränderte er, ohne es zu bemerken, den Entwurf seines Meisters und schuf so ein eigenes Kunstwerk. Als der Meister die Veränderungen sah, schalt er ihn: „Das ganze Bildwerk hat deine Bubenhand verdorben“. Ein Faustschlag traf den Gesellen, der so unglücklich vom Gerüst fiel, dass er seinen Verletzungen erlag. Die Oppenheimer hielten den Sturz für einen Unglücksfall. Als sie die hervorragende Arbeit des Gesellen sahen sagten sie: „Der Lehrjunge hat seinen Meister übertroffen“. Der Meister wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Viele Jahre später stellte sich heraus, dass der Meister nicht der Mörder war, sondern ein eifersüchtiger Geselle, der aber zu Lebzeiten nicht bestraft werden konnte.

Auf einer Tafel am Eingang wird die Geschichte der Kirche vom Baubeginn zur Zeit der Romanik bis zum jetzigen Stand beschrieben.

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Dabei wird die „untypische Hervorhebung der Südfassade“ besonders erwähnt. An ihr befinden sich diese beiden berühmten, oben erwähnten Fenster. An der Südfassade befinden sich auch diverse Sonnenuhren wie im folgenden Foto:

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Im Gegensatz zur hervorgehobenen Südseite wirkt die Nordseite weniger üppig und durch die Gleichheit der Fenster wesentlich ruhiger:

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Einen herrlichen Blick auf die Kirche hat man von der Ruine Burg Landskron:

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Eine ausführliche Beschreibung der Katharinenkirche und ihrer Besonderheiten fand ich in einem Artikel von Martin Held.

 


6 Kommentare on “Die Oppenheimer Rose und ihr „Standort“”

  1. puzzleblume sagt:

    Diverse Sonnenuhren auf derselben Seite – weisst du zufällig, weshalb?

    • Philipp Elph sagt:

      Aus dem Artikel von Martin Held (wie das manchmal so ist, wenn man nicht weiß, wohin es geht: ich habe erst zuhause erkannt, was ich hätte noch sehen können): Am Außenbau der Kirche sind drei Sonnenuhren hervorzuheben: Eine – vor wenigen Jahren nach alten Vorlagen wieder rekonstruierte – unter der Räderuhr am Südturm, eine kleine „kanoniale“ (also die Stundengebetszeiten anzeigende) neben dem Hungerbrotstein. Die dritte Sonnenuhr schließlich sieht man an der Querschiffwand. Gegenüber ist eine
      Planetenuhr angebracht, deren Zweck es war, Grundlage für horoskopische Untersuchungen zu bieten.Über ihren Zweck hinaus ist das Uhrenpaar, laut Datierung entstanden 1586, ersichtlich auf Schmuckwirkung angelegt und gehört zu den schönsten Beispielen dieser Gattung in Deutschland.

      • puzzleblume sagt:

        Also konnte man sagen, die Uhren wären geeignet gewesen, auf diesem indirekten Wege die Anziehungskraft der Kirche zu erhöhen.

  2. Utasflow sagt:

    Es ist sehr selten, Originalglas in so einem hohen Maße erhalten zu wissen. Ein wahres Kunstwerk!

  3. Philipp Elph sagt:

    Hat dies auf norschtwan rebloggt und kommentierte:

    Am Rande bemerkt (3)

  4. […] dem Rosenfenster (Oppenheimer Rose) mit dessen Glasbeständen aus dem 14. Jahrhundert gehört das Lilienfenster zu den bekanntesten […]


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