Rita Rosen: Die Harfenfichte

IMG_0891 Rita Rosen hat vieles auf der Welt gesehen: das Empire State Building, nebelumhüllt und unter blau-weißem Himmel, eine zerbeulte alte Zinkbadewanne als Kunstwerk in Wiesbaden, alte Heiligtümer, Statuen der griechischen Mytologie, Personen mit seltsamem Verhalten und selbstverständlich auch die Harfenfichte in ihrer Heimat, der Eifel. Darüber und über andere Begegnungen wie die mit Menschen, Ruinen, der machthaltigen Sustanz namens Wasser hat sie geschrieben. Begebenheiten aus ihrer Kindheit bis heute.

Sie erzählt es in einer für die meisten von uns ungewöhnlichen Form, dem Haibun. In diese Schilderung wahrer Erlebnisse wird ein Haiku eingebunden, jene japanische Gedichtform, die in drei Zeilen und in der klassischen Form 17 Silben umfasst. Dieses Büchlein enthält zudem noch einige Haiga, Bilder, die verwoben sind mit einem Text, hier jeweils mit einem Haiku von Rita Rosen, die Bilder und die Bildgestaltung sind von Eva van der Horst.

Die Erlebnisse, Begegnungen und Erfahrungen hat Rita Rosen in kurzen Geschichten beschrieben, die teilweise zum Schmunzeln verführen, teilweise lange im Kopf nachhallen und nachdenklich stimmen. Stets sind sie geprägt von der Empathie und der Sichtweise der Autorin. Beim Lesen lernen wir völlig neue Aspekte des Betrachtens und der Erinnerungen kennen, aber auch solche, die der eine oder andere schon einmal genau so erfahren hat. Das ist zugleich das offensichtlich Menschliche aber auch die subjektive Distanz zum Gegenstand der Betrachtung.

Es fasziniert, weil mit wenigen Worten so viel gesagt wird. Das trifft auf den schlichten Stil der Erzählung ebenso zu wie auf die darin eingebetteten Haikus. Die Haiga sind zudem die I-Tüpfelchen des Buches und in meiner Umgebung von einer Seltenheit, wie ich sie lange nicht mehr erlebt habe.

Eines der schönsten und von den Inhalten wertvollsten Geschenke, die ich je erhalten habe.

Erschienen ist DIE HARFENFICHTE von Rita Rosen mit den Haibun und den in Kooperation mit Eva van der Horst hergestellten Haiga im Engelsdorfer Verlag, dessen vordere Umschlagseite bereits das erste Haiga zeigt:

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Ausschnitt der Umschlagseite, Bild und Gestaltung: Eva van der Horst, Haiku: Rita Rosen



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