Buchsbaumzünsler gehen in die Falle

IMG_4925Arg von Raupen des Buchsbaumzünslers zerfressen ist der Buchbaumbestand im Klostergarten von Seligenstadt. Hunderte Meter von Beeteinfassungen aus Buchs sind betroffen, und obwohl ein Teil der kleinen Hecken sich vom Fraß zu erholen scheint, wird der Verlust groß sein.

Es ist ein herrliches Revier mit großem Nahrungsangebot für den Buchsbaumzünsler.

Pheromonfalle

Pheromonfalle

Ein gut geeignetes Revier auch für die Diplom – Biologin Stefanie Göttig vom Julius-Kühn-Institut in Darmstadt, die derzeit über die „Entwicklung umweltfreundlicher Methoden zur Überwachung und Regulierung des Buchsbaumzünslers, Cydalima perspectalis (Lepidoptera, Pyralidae), eines invasiven Schaderregers im Zierpflanzenbau“ im Rahmen ihrer Doktorarbeit forscht. Zu diesem Zweck wurden im Klostergarten Pheromonfallen aufgestellt, die mit Gemischen verschiedener Lockstoffe die männlichen Falter in die Falle locken sollen. Ziel ist es, den Lockstoff zu finden, der dem Dusftstoff der Weibchen am ähnlichsten ist und somit die Männchen am stärksten anzieht.

Ich konnte mich davon überzeugen, dass es bereits Erfolge gibt!

In einigen der Fallen, die regelmäßig kontrolliert werden, befanden sich eine größere Anzahl von Faltern die von dem darin enthaltenen Gemisch angelockt wurden. Andere Pheromonmischungen locken die Männchen nicht an, die Fallen bleiben leer.

Wenn weitere Untersuchungen dazu führen, dass diese Methode, die Vermehrung des Buchsbaumzünslers zu reduzieren, erfolgreich ist, könnte sicherlich in absehbarer Zeit eine Buchsbaumzünsler-Falle auf den Markt kommen.

In die Falle gegangen

In die Falle gegangen

Bis dahin heißt es, weiterhin sorgfältig die Raupen abzusammeln und mit chemischen, möglichst aber biologischen Mitteln befallenen Buchsbaumbestand nach der Eiablage zu spritzen.

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Nachdem ich mich bisher nur von der Wirkung der sogenannten chemischen Keule CALYPSO® überzeugen konnte, habe ich heute erfahren, dass das biologische Insektizid mit dem Produktnamen DIPEL® ES ( Hersteller: Dr. Stähler) die Larven des Buchsbaumzünsler nahezu vollständig vernichtet. Da es sich bei  DIPEL® ES um ein Bakterium (Bacillus thuringiensis)  handelt, das über den Fraß in den Darm der Tiere gelangen muss um zu wirken, sollte das Mittel ab dem ersten Erkennen von neuem Fraß und Auftreten der Larven gespritzt werden. Ebenfalls mit dem gleichen Wirkstoff erhältlich: Raupenfrei Xentari® von der Firma Neudorff

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Angeregt zu diesem Post wurde ich durch ein zufälliges Zusammentreffen mit Stefanie Göttig, die im Klostergarten die Fallen kontrollierte, leerte und die Ergebniss dokumentierte. An dieser Stelle bedanke ich mich bei Frau Göttig für die interessanten und für mich neuen Informationen über den Buchsbaumzünsler.

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Ein wunderschöner Buchsbaum-Solitär – Die Kaiserkrone

Buchsbaum-Solitäre kennen wir – als Kugeln, Kegel, Spindeln, Spiralen und Pyramiden. Seltener als Tierformen oder anderen interessanten Skulpturen.

Dieses Exemplar einer Krone habe ich in einem Vorgarten in Ahlbeck (Usedom) entdeckt.  Ein ganz ausgefallener und sehr  gepflegter Solitär. Auch die Umgebung mit der Gestaltung des Vorgartens und die Unterpflanzung finde ich großartig!

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Ich bezeichne dieses Unikat als „Kaiserkrone“, denn wie soll es sonst heißen, wenn es in einem der „3 Kaiserbäder“ auf der Insel Usedom wächst.

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Neues von „Spatzen fressen Buchsbaumzünsler“

Als ich vor einem Jahr diese Meldung über Zünsler fressende Spatzen in den Voralberger Nachrichten las, äußerte ich mich skeptisch.

Fast zeitgleich zu einem neuen Artikel in den Vorarlberger Nachrichten (VN) erhielt ich jetzt die gute Nachricht aus einer verläßlichen Quelle aus der Nähe von Seligenstadt (Hessen). Dort wurden Spatzen dabei beobachtet, wie sie befallene Buchsbäume gezielt anflogen und die Raupen des Buchsbaumzünslers herauspickten.

Klaus Hämmerle schreibt in den VN u.a.:

Klaus Zimmermann (55) von der inatura sieht Licht am Ende des Raupentunnels. „Wir stellen fest, dass die Raupe immer mehr zu einer beliebten Nahrungsquelle für Singvögel wird“, hat der wissenschaftliche Berater der Inatura beobachtet. Es sei jetzt ein Selbstregulierungsprozess in Gang gekommen, „der langsam wirklich greift“. Wie Brunner glaubt auch Zimmermann, dass beim Buchsbaumzünsler der Höhepunkt bereits überschritten ist.

Im vollständigen Artikel wird erwähnt, dass aber auch andere Einflüsse eine Rolle dabei spielen,  dass der Buchsbaumzünsler wohl den Schrecken verloren hat:

– geringerer Buchsbaumbestand

– weniger Neuanpflanzungen von Buchsbaum

– frühes Bekämfen durch Spritzen

Ferner werden in dem Beitrag auch Alternativen zum Buchsbaum beschrieben.

Wenn dann nicht mehr derartige Bilder zu sehen sind, würden sich sicherlich viele Buchsbaumfreunde wieder über ihre Solitäre und Hecken freuen:

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Hier noch einmal der Link zu dem immer noch gültigen Post

Buchsbaumzünsler -Alarm – Erkennen und Bekämpfen des Buchsbaumzünslers – Relevante und aktuelle Beiträge im Netz

 

 


Buchsbaumzünsler 2014, die zweite Generation

Die zweite Generation des Jahres frißt sich wieder als Raupe durch den Buchsbestand. Meldungen aus der Schweiz gibt es dazu seit zwei Wochen. Als die Gartenbesitzer in der Nähe von Seligenstadt (Hessen) jetzt aus dem Urlaub zurückkamen, waren die unerweünschten Besucher des Buchses wieder in großer Zahl bei der Nahrungsaufnahme.

1. Maßnahme: Nahrungsentzug durch Absammeln.

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Nachricht vom Buchsbaumzünsler – Meldungen aus dem Netz 2014

Die ersten Raupen sind wieder aktiv!

Bedingt durch den milden Vorfrühling, schreibt all-in.de in einer Meldung vom 21. März 2014, sind die ersten aktiven Raupen im Landkreis Lindau am Bodensee bereits gefunden worden.

Einige Wochen früher als im letzten Jahr ist es wieder so weit: Buchsbaumzünsler-Alarm! (In dem verlinkten Beitrag habe ich einiges Wissenswerte über den Buchsbaumzünsler, das Erkennen und Bekämpfen zusammengetragen.) Wo die Raupen jetzt wieder beginnen zu fressen, sollten sie schnellstens und sorgfältig abgesammelt werden. Gute Erfahrungen sind auch mit Spritzmitteln gemacht worden, die mit großem Druck in Büsche oder Hecken eingebracht werden müssen – zudem sind einige davon als „Chemische Keule“ umstritten. Absammeln der Raupen allein hilft allerdings nicht, einen befallfreien Bestand zu bekommen! Außerdem sollten alle Buchsbaumbesitzer in der Nachbarschft ihren Bestand prüfen und bei der Bekämpfung mitmachen.

Wer die sich die Mühe nicht machen möchte, sollte seinen Buchsbestand ausgraben und zur Verbrennung geben (örtliche Entsorger bieten diese Leistung zumeist an).

Raupe des Buchsbaumzünslers

Raupe des Buchsbaumzünslers

 

Ausführliche Beschreibung des Buchsbaumzünslers inklusive der nachgewiesenen Verbreitung, derzeit auf dem Stand März 2014, findet sich hier:

http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Cydalima_Perspectalis

Detailverbreitung in D (Stand 1.3.2014): http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Cydalima_Perspectalis

Detailverbreitung in A, CH, LI (Stand 1.3.2014): http://www.lepiforum.de/lepiwiki.pl?Cydalima_Perspectalis_Verbreitung_II

 

Weitere Meldungen 2014 (Quellen verlinkt):

Deutschland

Region Bergstraße (Hessen)

Bürstadt (Hessen)

Ebersbach (Baden-Württemberg)

Flörsheim am Main (Hessen)

Heidelberg, Metropolregion Rhein-Neckar

Hofheim (Main-Taunus-Kreis)  NEU!

Landkreis Lindau

Kreis Ludwigsburg

Seligenstadt und Umgebung (Kreis Offenbach/Hessen), persönliche Mitteilung und Kenntnis

Gegend um Speyer (Meldung von Teddy2222, lt Lepiforum in Speyer seit 2012 nachgewiesen)

 

Westallgäu

Wetterau (Hessen)

 

Österreich

Kärnten

Linz

Vorarlberg

 

Schweiz

Bern (Untersee)

Ebikon (Kanton Luzern)

 

Zum Schluss noch eine der seltenen guten Nachrichten:

Der Buchs scheint sich zu erholen (Eine Meldung aus dem Grenzacher Wald, aus der gegend, in der der Zünsler zuerst in Deutschland aufgetreten ist)

 

 

 


„Spatzen fressen den Buchsbaumzünsler“

Unter diesem Titel erschien kürzlich ein Bericht von Marlies Mohr in den Vorarlberger Nachrichten (12. Juni 2013). Darin wird der Biologe und Obmann von Birdlife Vorarlberg, Hubert Salzgeber, zitiert, der berichtet, dass Spatzen die Raupe des Buchsbaumzünslers als Nahrungsquelle entdeckt haben. Nach anderen Quellen fressen inzwischen auch andere Singvögel diese Raupenart. Salzgeber empfiehlt, Nisthilfen für Haussperlinge aufzuhängen.

Dass die Haussperlinge und andere Vogelarten das Problem mit dem Buchsbaumzünsler lösen können, bezweifle ich stark. Es ist zwar die Hoffnung vieler, ohne biologische oder chemische Mittel die Population des Buchsbaumzünslers wieder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu verbannen – ich habe diese Hoffnung nicht.

Nachgewiesen ist inzwischen, dass biologische Mittel Bienen schaden, und die chemischen Mittel werden bekanntlich von vielen auch von den Geschädigten Buchsbaumbesitzern abgelehnt.

Inwieweit in der Not doch zu den biologischen Mitteln oder gar zur „chemischen Keule“ gegriffen werden sollte, muss jeder für sich entscheiden. In meinem persönlichen Umfeld wurden übel aussehende, im letzten Jahr erstmals befallene Buchsbaumpflanzen in diesem Jahr mit großem Erfolg während der Entwicklung der ersten Raupengeneration des Jahres – nach weiterem täglichen Absammeln der Raupen -mit Celaflor Careo aus einer kräftigen Pflanzenschutzspritze besprüht.

Mehr über den Buchsbaumzünsler hier

Falls bei mir im Garten der Buchsbaumzünsler auftreten sollte, werde ich vermutlich nach dem derzeitigen Stand der Kenntnisse meine Büsche, die ich inzwischen größtenteils über 30 Jahre aus Rißlingen gezogen und gepflegt habe, ebenfalls mit der „chemischen Keule“ verteidigen.

Nachtrag, Mai 2016: Inzwischen ist der Buchsbaumzünsler auch in meinen Garten eingetroffen. Ich habe die Raupen zunächst abgesammelt, dann den Buchsbaumbestand gespritzt. Als dritte „Maßnahme“ erschien ein Schwarm Haussperlinge und hielt sich tagelang immer wieder an den Buchsbäumen auf. Das hatte ich zuvor nie bemerkt. Ich gehe davon aus, dass der Schwarm auf der Suche nach Nahrung auf den Pflanzen niedergelassen hatte und gezielt die Raupen verzehrt hat.


Was Buchsbaumzünsler lieben – Bevorzugte Buchsarten bei Eiablage und Blattfraß

An welchen Buchsbaumsorten legen Buchsbaumzünsler bevorzugt ihre Eier ab, von welchen Blättern ernähren sich die Raupen am liebsten und unter welchen Bedingungen gedeihen die Raupen am besten? Antworten geben die Wissenschaftler F.L.G.Leuthardt und B.Baur (Journal of Applied Entomology, Article first published online: 22 OCT 2012, DOI: 10.1111/jen.12013*)

Bevorzugte Eiablage und Blattfraß

In einem Versuch mit fünf der im Nordwesten der Schweiz meist verbreiteten Buchsbaumsorten – und in Deutschland und Österreich sind diese Sorten ebenfalls sehr häufig in privaten und öffentlichen Gärten anzutreffen – stellten Leuthardt und Baur fest, dass die invasiven Falter zwar auf alle im Test untersuchten Sorten Eier ablegten, jedoch bevorzugt auf Buxus sempervirens ‚Rotundifolia‘, einer Variante des als Bauernbuchs bekannten Buxus sempervirens. In der „Beliebtheitsskala“ der meist genutzten Eiablagen folgen in dem Experiment  der Buxus sempervirens ‚Aureovariegata‘, der B. s. ‚Sempervirens‘ und mit einigem Abstand die Sorten B. s. Argenteovariegata und der Buxus microphylla ‚Faulkner‘. Und wo die Eier abgelegt werden, da fressen dann auch die sich daraus entwickelnden Raupen die Blätter ab.

Dies wurde bei einer aufwendigen, gut durchdachten Studie an der Universität Basel erforscht. Dabei wurden die unterschiedlichen Blattgrößen und Blattmenge der verschiedenen Buchsbaumsorten ebenso berücksichtigt wie die Menge und die Größe der abgelegten Eicluster der diversen Weibchen.

Raupe bei der Nahrungsaufnahme

Raupe bei der Nahrungsaufnahme

Während für die Buchsbaumbesitzer  am bedeutendsten ist, welche Sorten für den Buchbaumzünsler am attraktivsten sind, haben die Wissenschaftler auch noch festgestellt, dass während der drei Generationen pro Jahr die Gewichtszunahme der Raupen von der Frühjahrsgeneration über die Sommergeneration zur Herbstgeneration abnimmt, umgekehrt nimmt die Entwicklungsdauer vom Ei zum Falter im Laufe des Jahres zu. Welche Parameter dazu führen, ist noch nicht restlos geklärt. Genauso wenig, was nun denn zu den unterschiedlichen Präferenzen bei der Eiablage führt. Vermutet werden einerseits physikalische Bedingungen wie Farbe der Blätter, Blattgröße und Blatthärte (Anmerkung von PE: Ein Einfluss der Blatthärte und der Textur auf die Gewichtszunahme der Raupen kann ich mir gut vorstellen. Im Frühjahr sind die frisch getriebenen Blätter vermutlich zarter als im Sommer oder Herbst, sind leichter und schneller zu verzehren), aber auch chemische Einflüsse wie der unterschiedliche Alkaloidgehalt der Blätter, der im Sommer ansteigt. Entsprechende Untersuchungen wurden von von der Baseler Arbeitsgruppe inzwischen durchgeführt und die Ergebnisse demnächst veröffentlicht.

Fazit

Die Raupen des Buchsbaumzünsler fressen offensichtlich Blätter aller Buchsbaumsorten – allerdings mit unterschiedlichen Präferenzen.

Ob das Buchsbaumfreunde nun dazu veranlasst, spezielle Sorten in die Gärten zu pflanzen ist fraglich und wird auch in den Gebieten, in denen sich der Falter ausgebreitet hat, nicht vor dem Befall bewahren. Bleibt also weiterhin die Wahl zwischen Raupen absammeln, und/oder der Bekämpfung mit biologischen oder chemischen Mittel oder dem Verzicht auf den liebgewonnenen Buchsbaum.

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Die Zusammenfassung des Artikels von Leuthardt und Baur: Hier

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Auch in diesem Blog:

Posts über Buchsbaum

Der Buchsbaum, der Formschnitt, Zeitpunkt und Werkzeug

Der Buchsbaum und die Vermehrung

Blühender Buchsbaum

Buchsbaum – Bücher zu Pflege, Schnitt, Gestaltung mit Buchs und Sorten

Weitere Posts über den Buchsbaumzünsler:
Buchsbaumzünsler -Alarm – Erkennen und Bekämpfen des Buchsbaumzünslers – Relevante und aktuelle Beiträge im Netz

Buchsbaumzünsler : Die Raupe, die den Buchsbaum frißt, beginnt wieder zu arbeiten!