Die Rettung der Weimarer Aschebücher

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Ein Brand hat im September 2004 große Teile des Bestands an Büchern, Handschriften, Inkunabeln, Globen und Landkarten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar vernichtet oder stark beschädigt.

Seit einem Jahr kann im Erdgeschoss der wiedererbauten Bibliothek an 60 Exponaten betrachtet werden, welche Zerstörung Feuer, Wasser, Löschschaum und giftige Gase  an Büchern, Schriften und Noten angerichtet haben und wie es gelungen ist, große Teile des beschädigten Bestandes zu sichern, zu reinigen und zu restaurieren. „Restaurieren nach dem Brand“ ist der Titel der Ausstellung.

Besonders hat mich ein Film über die Restaurierung angebrannter Bücher – Aschebücher genannt – beeindruckt, der auch über Youtube zugänglich ist: Die Rettung der Weimarer Aschebücher.

Die Besichtigung dieser Ausstellung im Renaissancesaal der Bibliothek ist kostenlos und kann ohne Voranmeldung geschehen

Um den Rokokosaal mit den alten Buchbeständen zu besichtigen, ist es ratsam, Eintrittskarten rechtzeitig vor einem geplanten Besuch zu bestellen. Vorlaufzeit: 4-6 Wochen. Einige Karten werden auch um 9:00 Uhr für den jeweiligen Tag an der Kasse der Bibliothek verkauft.

Als Hobbybuchbinder hat mich die kleine Ausstellung über das „Restaurieren nach dem Brand“ begeistert, bei der der verheerende Schaden und dessen geniale Aufarbeitung gezeigt wird. Und jedem Bücherfreund und Interessiertem am „Kulturgut Buch“ wird es vermutlich ebenso gehen wie mir.


Loreley – Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar

Die Loreley war Ziel der Septemberwanderung. Nixe, Zauberin oder nur ein profaner Schieferfelsen? Wir wollten es herausfinden. Ausgangspunkt war das Örtchen Bornich, etwa 2 Kilometer südöstlich des Loreleyfelsens gelegen. Von hier wanderten wir zumeist auf einer Rundtour, die als Loreley-Extratour bekannt ist.

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Unsere Route: 14,5 Kilometer, 600 Höhenmeter

Dieser Weg führt zunächst über Felder – dort fehlt die Wegmarkierung teilweise – bis zur Landstraße, an der wir einige hundert Meter entlang gingen. Vor Patersberg verließen wir die Straße und stiegen einen steilen Weg zum Ortsteil Heide auf.

Hier begegnete uns die erste Loreley. In herrlicher Farbenpracht mit blanker Brust schaute sie verführerisch aus einem Skulpturengarten an.

Da waren wir schon verwirrt und dann erst, als wir uns weiter im Garten umschauten: Noch eine Loreley, allerdings züchtig bekleidet, dazu viele exotische Vögel und anderes wildes Getier. Nur gut, dass ein Zaun mit einer stark gesicherten Tür davor war.

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Weiter ging es zur nächsten Loreley, vorbei am Loreley Besucherzentrum , vor dem die Schutzgötter, gestiftet von der  koreanischen Stadt Jeju, stehen. Die Jeju Dolharbang sollen die Loreley beschützen.

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In der Nähe tauchte dann noch ein sehr spezielles Tier, eine unbekannte Spezies, auf.

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Aber auch die Loreley war nicht mehr fern, hier die vom italienischen Künstler Mariano Pinton vor dem Berghotel Loreley.

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Von dort war es nur noch ein kurzer Weg zum Loreleyfelsen…..

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…mit herrlichen Blick hinunter zum Rhein

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Von dort begleitete und der Raddampfer Goethe ein Stück des Weges……

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….bis zum nächsten herrlichen Blick auf den Rhein (auf der Karte oben mit der „12“ gekennzeichnet. Dort verabschiedeten wir uns von der Goethe.

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Anschließend wanderten wir schnurstracks zurück nach Bornich ins Marktstübchen, einem netten Wirtshaus.

Loreley, das ist Heines „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten..“, das ist Clemens     Brentanos Gedicht, die Sagen, der Mythos Loreley, herrliche Blicke auf den Rhein – und der Felsen, auf dem wir gestanden haben.

Drumrum? An diesem Dienstag hielt sich der Touristenrummel in Grenzen auf dem platt getretenen Loreleyplateau.

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Das war es von der Rundtour an und auf der Loreley und einem kleinen Stück des Rheinsteigs.

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Als Zugabe:

Das Loreley-Lied von Heinrich Heine:

Ich weiß nicht, was soll es bedeuten,
dass ich so traurig bin?
Ein Märchen aus alten Zeiten,
das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt
und ruhig fließt der Rhein;
der Gipfel des Berges funkelt
im Abendsonnenschein.

Die schönste Jungfrau sitzet
dort oben wunderbar,
ihr goldnes Geschmeide blitzet,
sie kämmt ihr goldenes Haar.
Sie kämmt es mit goldenem Kamme
und singt ein Lied dabei;
das hat eine wundersame,
gewaltige Melodei.

Den Schiffer im kleinen Schiffe,
ergreift es mit wildem Weh;
er schaut nicht die Felsenriffe,
er schaut nur hinauf in die Höh.
Ich glaube, die Wellen verschlingen
am Ende Schiffer und Kahn;
und das hat mit ihrem Singen
die Loreley getan.

Das Gedicht wurde von Heinrich Heine 1824 gedichtet, die Melodie stammt von Friedrich Silcher aus dem Jahr 1837.

Von Clemens Brentano stammt das Gedicht Loreley

Zur Sage habe ich den folgenden Beitrag gefunden: DIE LORELEY

Und hier noch: Der Loreley-Mythos

 


Konstantins Fuß

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Fast wäre ich drüber gestolpert, über Konstantins Fuß in Mainz auf dem Deutschhausplatz. Mit 2 Metern Länge und einer Höhe von 1,50 Metern ist der Fuß nicht zu übersehen und bietet weiten Raum für Gedanken.

Als Vertreter der griechischen Zehenformation war mir dieser Fuß besonders aufgefallen, hat er doch Ähnlichkeit mit meinem Gehwerkzeug.

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Bei Draufsicht ist die besonders hübsche, als griechisch bezeichnete Anordnung der Zehen klar zu erkennen.

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Dies ist der Fuß Konstatin des Großen, eigentlich die Kopie eines Fragments der einst 12 Meter hohen marmornen Kolossalstatue des römischen Kaisers Flavius Valerius Constantinus.

Seit 2007 steht dieses Monstrum in Mainz. Nachdem einige dieser Füße zur Konstantin-Ausstellung in Trier dort in der Stadt verteilt wurden, bekam auch Mainz eine Kopie, die vor dem rheinland-pfälzischen Landtag platziert. Dort lebt der Fuß am Rande eines Parkplatzes gefährlich, wurde er doch vor Jahren einmal von einem Auto angefahren.

Konstantin der Große – mein Bruder im Geiste, nein, im Fuße.

 


Wieder zur Schule gegangen

Einmal im Jahr gehe ich zur Schule, im Freilichtmuseum Hessenpark. Die erste Strophe eines Wanderlieds stand in diesem Jahr an der Tafel:

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In ein paar Tagen ist wieder Wandertag. Die monatliche Wanderung mit der Rentner-Pensionärs-Wandergruppe unserer Gemeinde. Wenn ich das Lied bis dahin gelernt habe, werde ich es meinen Mitwanderen vorsingen. Den vollständigen Text und die Noten habe ich mir schon angeschaut.

(Nach kurzer Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, auf das Singen zu verzichten. Ein moderner Troubadix möchte ich nicht sein)

 

 


Besuch bei Familie Goethe im Frankfurter Goethe-Haus

20160405_151453Nur knapp 200 Meter von der Paulskirche entfernt liegt die Straße „Großer Hirschgraben“, ein schmales Gässchen. Und wäre der Weg zum Goethe-Haus nicht so gut ausgeschildert, könnte man das Geburtshaus von Johann Wolfgang fast verfehlen.

 

 

 

Begrüßt werden die Gäste zunächst von Johann Caspar Goethe, dem Vater des Dichters.

 

 

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Begrüßung

Neben dem Ergeschoss sind drei Etagen des Hauses zu besichtigen. Beschrieben werden die Räume in den verschiedenen Stockwerken auf der Homepage des Goethe-Hauses.

Hier einige meiner Eindrücke:

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Herd in der Küche im Erdgeschoss

Am runden Tisch in der Blauen Stube ließ Goethe die Reinschrift des „Götz von Berlichingen“ anfertigen:

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Blaue Stube

Der Raum „Peking“ in der Beletage wurde wegen der roten Stoffe von Vohängen und der Sitzgruppe auch Rote Stube genannt:

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„Peking“, auch Rote Stube genannt

Irgendwo war der Tisch gedeckt:

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In der Bibliothek die Lektüre der Familie:

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In der 3. Etage wird eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses, der Familie Goethe, insbesondere zur Entwicklung des jungen Wolfgangs bis zu dessen Wegzug nach Weimar gezeigt.

Es ist ein kleines Museum, das Anstöße vermitteln kann, sich wieder einmal mit Johann Wolfgang von Goethes Leben und Werk zu beschäftigen – und selbstverständlich für Verehrer des Dichters.

Das Haus wurde nach der Zerstörung im II. Weltkrieg originalgetreu im Stil des Spätbarocks rwieder aufgebaut.Das während des Kriegs ausgelagerte Inventar inklusive der Handschriften kann heute wieder in diesem großbürgerlichen Haus besichtigt werden.

Wer ein Stündchen in Frankfurt für Goethe Zeit hat, der sollte sich dieses kleine Museum anschauen.

Zum Schluss noch ein kleines Stück Goethischer Dichtung aus „Urworte. Orphisch“

ΛΑΙΜΩΝ , DÄMON

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Zwischen Regen und Sonne

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Die Schafgarbe war es, die mich auf den Himmel aufmerksam gemacht hat


Wassernarben

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Ein Kartoffelacker bei Wiesbaden nach den Starkregenfällen und Hagelschauern der letzten Wochen. Das Wasser hat seine Wege gesucht und gefunden.

Dabei ist mir bewußt, dass dieser Schaden „relativ harmlos“ ist.