Wieder zur Schule gegangen

Einmal im Jahr gehe ich zur Schule, im Freilichtmuseum Hessenpark. Die erste Strophe eines Wanderlieds stand in diesem Jahr an der Tafel:

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In ein paar Tagen ist wieder Wandertag. Die monatliche Wanderung mit der Rentner-Pensionärs-Wandergruppe unserer Gemeinde. Wenn ich das Lied bis dahin gelernt habe, werde ich es meinen Mitwanderen vorsingen. Den vollständigen Text und die Noten habe ich mir schon angeschaut.

(Nach kurzer Überlegung bin ich zu dem Entschluss gekommen, auf das Singen zu verzichten. Ein moderner Troubadix möchte ich nicht sein)

 

 

Ich bestreife – du bestreifst – er, sie, es bestreift….

Wieder ein neues Wort gelernt:

KrimiLese

Heute habe ich ein neues Verb kennengelernt. In Polizeikreisen mag es bekannt und gängig sein, für mich war es neu: „bestreifen“. Es war in einer Gerichtsverhandlung, als das Protokoll zweier POKs vorgelesen wurde, und fing an mit den Worten:

„Als wir die ….straße bestreiften, trafen wir auf eine Gruppe, ….“.

Gut, dass die Bestreifenden vor Ort waren, sie konnten zur Aufklärung einer kriminellen Tat beitragen.

Ich bin gespannt, wann ich diesen Begriff zum ersten Mal in einem Krimi lesen werde, wobei das Bestreifen selbst zumeist keine große Spannung verspricht, aber man weiß ja nie…..

…..und gut, dass es Wikipedia gibt. Unter dem Begriff  „Streifendienst“ wird dort dder Zweck der Bestreifung beschrieben.

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Claudia Zentgraf: Die Entdeckung der Neuen Welt

IMG_0628Zwölf Jahre ist Antonio alt, als er vom Vater aus seinem Dorf in Spanien zu einem Onkel nach Venezuela geschickt wird. Der Gutsherr Senor Valdez, bei dem der Vater arbeitete, war in seinem Haus verbrannt. Antonios Vater hatte keine Arbeit mehr und viele hungrige Mäuler zu stopfen. Da mußte der Älteste auswandern, sollte auf der Hato des Onkels Arbeit und sein Glück finden.

Im Juni 1799 verläßt er mit der Pizarro den spanischen Hafen La Coruña. Mit an Bord ist Alexander von Humboldt, der auf diesem Schiff zu seiner großen Forschungsreise nach Amerika startet. Antonio lernt den bedeutenden Forscher und dessen Begleiter Aimé Bonpland kennen. Der Junge wird von Alexander von Humboldt als Helfer für die Forschungsreise angeheuert, das große Abenteuer beginnt für Antonio. Er darf von Humboldt bei den Messungen mit modernsten Instrumenten wie Sextanten, Längenuhr und wertvollen Thermometern unterstützen, bei den Ausflügen an Land die unzähligen Pflanzen sammeln, die die Forscher von ihrer Expedition zurück nach Europa bringen (Anmerkung: Es sind über 60.000 Arten, von denen über 6.000 erstmalig beschrieben werden).

Diese Forschungsreise, die mehrere Jahre von 1799-1804 dauert, und aus mehreren Expeditionen besteht, ist die Grundlage der abenteuerlichen Erlebnisse von Antonio. Zunächst machen sie halt auf Teneriffa, wo von Humboldt den Pico del Teide besteigt und die verschiedenen Vegetationszonen registriert.

Die erste Expedition führt Antonio mit den Forschern zumeist durch Venezuela. Sie befahren dabei den Orinoco und den Rio Negro, weisen dabei die Gabelteilung (Bifurkation) des Orinokos, durch die der Orinoko einen Teil seines Wassers an den Rio Negro abgibt. Der kleine Helfer ist auch dabei, als es über Havanna zur nächsten Expedition von Cartagena nach Lima geht und bei der dritten Expedition in Mexiko. Viele Abenteuer erlebt er an der Seite der Forscher, ein ganz anderes leben, als ihm vorgezeichnet war.

Schließlich nimmt die Reise für Antonio ein gutes Ende. Die Tasche, die er einst von Senor Valdez geschenkt bekommen hatte, beinhaltet einen Schatz. Deswegen war er auch einen Großteil seines Weges von einem üblen Ganoven verfolgt worden, der ihm die Tasche entwenden wollte, aber Dank der Reisen mit von Humboldt konnte sich Antonio dem Verfolger entziehen.

Es ist ein Abenteuerroman, den Claudia Zentgraf aus der Perspektive des Antonio geschrieben hat. So erlebt der Junge, der sich während der fünfjährigen Reise zum Mann entwickelt, sowohl sein eigenes persönliches Schicksal aber insbesondere auch die lebensgefährlichen Expeditionen  Alexander von Humboldts bei dessen amerikanischer Forschungsreise.

IMG_0629Wenn auch die „Leser-Zielgruppe“ Jugendliche sind, die Interesse  an der Entdeckung der Neuen Welt und an Forschern wie Alexander von Humboldt haben, so verführt dieser Roman aber auch nichtjugendliche Leser dazu, parallel zu dieser Lektüre oder danach die ausführlichen wissenschaftlichen Beschreibungen des Forschers selbst wie „Die Südamerikareise“ zu studieren.

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Claudia Zentgraf: Die Entdeckung der Neuen Welt (2016), ebenfalls von Claudia Zentgraf: Eine Reise um die Welt, hier ist der Hintergrund Georg Forsters „Reise um die Welt“.

 

 

 

Besuch bei Familie Goethe im Frankfurter Goethe-Haus

20160405_151453Nur knapp 200 Meter von der Paulskirche entfernt liegt die Straße „Großer Hirschgraben“, ein schmales Gässchen. Und wäre der Weg zum Goethe-Haus nicht so gut ausgeschildert, könnte man das Geburtshaus von Johann Wolfgang fast verfehlen.

 

 

 

Begrüßt werden die Gäste zunächst von Johann Caspar Goethe, dem Vater des Dichters.

 

 

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Begrüßung

Neben dem Ergeschoss sind drei Etagen des Hauses zu besichtigen. Beschrieben werden die Räume in den verschiedenen Stockwerken auf der Homepage des Goethe-Hauses.

Hier einige meiner Eindrücke:

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Herd in der Küche im Erdgeschoss

Am runden Tisch in der Blauen Stube ließ Goethe die Reinschrift des „Götz von Berlichingen“ anfertigen:

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Blaue Stube

Der Raum „Peking“ in der Beletage wurde wegen der roten Stoffe von Vohängen und der Sitzgruppe auch Rote Stube genannt:

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„Peking“, auch Rote Stube genannt

Irgendwo war der Tisch gedeckt:

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In der Bibliothek die Lektüre der Familie:

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In der 3. Etage wird eine Ausstellung zur Geschichte des Hauses, der Familie Goethe, insbesondere zur Entwicklung des jungen Wolfgangs bis zu dessen Wegzug nach Weimar gezeigt.

Es ist ein kleines Museum, das Anstöße vermitteln kann, sich wieder einmal mit Johann Wolfgang von Goethes Leben und Werk zu beschäftigen – und selbstverständlich für Verehrer des Dichters.

Das Haus wurde nach der Zerstörung im II. Weltkrieg originalgetreu im Stil des Spätbarocks rwieder aufgebaut.Das während des Kriegs ausgelagerte Inventar inklusive der Handschriften kann heute wieder in diesem großbürgerlichen Haus besichtigt werden.

Wer ein Stündchen in Frankfurt für Goethe Zeit hat, der sollte sich dieses kleine Museum anschauen.

Zum Schluss noch ein kleines Stück Goethischer Dichtung aus „Urworte. Orphisch“

ΛΑΙΜΩΝ , DÄMON

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Agnes Gramming-Steinland: Biotologe Yann…spricht mit dem Wolf

20160629_164937-1Die zweite Station auf der Reise um die Welt des fünfjährigen Biotologen Yann ist der Regenwald im kanadischen British Columbia. Hier erfährt Yann, dass es auch auf der nördlichen Erdhälfte Regenwälder mit uralten Bäumen und üppiger Vegetation gibt, mit riesigen Schwärmen von Mücken und einer Vielzahl anderer großer und kleiner Tierarten. Während er von einer Fee geführt wird, hat Yann nur ein Ziel: Er möchte die Wölfe in diesem Territorium besuchen und kennenlernen. Die Fee ermöglicht ihm diesen Wunsch und so kommt es zu der Begegnung von dem kleinen Forscher mit den Wölfen.

Eine Geschichte, in der eine Fee einen kleinen Jungen durch den Regenwald führt, und Yann, der dann mit den Wölfen spricht: Dies ist eine Geschichte vornehmlich für Kinder im Vorschulalter und in den ersten Klassen der Grundschule. Sie erfahren darin, wie es in einem Regenwald aussieht, der sich auf der nördlichen Erdhälfte auf der Höhe von Dänemark und Deutschland befindet. Und dann gibt es dort auch noch Wölfe. In ihrer gewohnten Umgebung und fernab von Menschen können sie in Kanada viel freier leben als im dichtbesiedelten Mitteleuropa und das erkennen wir auch an den herrlichen Bilder in diesem Buch.

Allerdings dauert es eine ganze Weile, bis Yann die Wölfe findet und für mich kommen sie dann  etwas zu kurz in diesem Buch, von dem ich vom Titel her annahm, dass die Wölfe mehr im Mittelpunkt stehen würden. Dass recht wenig über sie zu erfahren ist, ist einerseits enttäuschend. Andererseits habe ich nun eine gute Vorstellung vom Regenwald British Columbias und dem Leben darin – und das ist auch ein ganz tolles Erlebnis.

Zudem gibt es am Ende des Buches ein ausführliches Glossar über British Columbia, mit seiner Geografie, dem Ökosystem, Flora und Fauna, der Gefährdung des Regenwaldes durch intensive Holzwirtschaft mit viel Kahlschlag sowie den spärlichen Maßnahmen zum Schutz dieses Ökosystems Es wurde von Michael Steinland erstellt und das Stichwort „Fauna“ enthält dann doch einiges Wissenswerte über die Wölfe.

Die Fotografien stammen von Jim Gramming und Agnes Gramming-Steinland führt ihren Biotologen Yann durch die Natur zu den Wölfen und hat die Geschichte aufgeschrieben.

Zusammen mit den herrlichen Fotos und dem Glossar fügt sich dieses Abenteuer von Yann zu einem gelungenen „All-Age-Abenteuer- und – Sachbuch“ zusammen.

Erschienen ist die Reihe „Biotologe Yann…“ bei Tlele BooksUnter dem Sticwort Fauna

 

 

Umgesetzte Gedanken eines Architekten: Die neue Synagoge in Mainz

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Das Gebäude soll den jüdisch-liturgischen Begriff Keduscha (קדושה) (deutsch: Segensspruch für „Heiligung“ und „Erhöhung“) körperlich anfassbar reflektieren. Der Kölner Architekt Manuel Herz will mit den fünf hebräischen Buchstaben die fünf Bereiche des jüdischen Zentrums für Gemeindeveranstaltungen, Erwachsenenbildung und als Hebräischschule für schulpflichtige Kinder versinnbildlichen. (Quelle: Wikipedia).

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Der Eingang

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Teil der Fassade, in den Fenstern spiegeln sich Teile der gegenüberliegenden Häuserzeile

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Architektur im Stil des Dekonstruktivismus

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2011 ausgezeichnet mit dem Deutschen Fassadenpreis für hinterlüftete Fassaden

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Ein bißchen Farbe davor lockert die dunkelgrüne bis schwarze Fassade auf, die aus glasierten, profilierten und extrudierten Keramik-Elementen besteht

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Mainz, Synagogenplatz

Neben dem Wikipedia-Artikel über die Neue Synagoge in Mainz sind folgende Quellen lesenswert:

Neue Synagoge in Mainz

Hochglänzende Terrakotta-Stäbe spielen mit dem Lichteinfall

Manuel Herz

Dekonstruktivsmus

 

 

Waldwandern Hessen – Herausgeber: Hessen-Forst

IMG_060630 Wanderwege mit insgesamt 403 Wanderkilometern – dargestellt auf 32 kleinen Karten – wurden vom Forstmann Wolfgang Seidenschnur in den hessischen Forsten erwandert und in diesem Werk vorgestellt. Neben einer genauen Streckenbeschreibung, deren wichtige Punkte mit ihren GPS-Koordinaten bezeichnet werden, werden Biotope, insbesondere Baum-, Wald- und Gebüschformationen exzellent beschrieben und öffnen den Wanderern die Augen für die Schönheit und auch Bizarres der Natur. Kulturdenkmäler finden dagegen oftmals nur geringe Beachtung. So wird über das Zisterzienserkloster Eberbach wenig mehr erwähnt, als dass es weltberühmt ist. Historische Belange lassen sich noch weniger finden. So vermisse ich bei der Beschreibung der Extratour Wispertalsteig einen Hinweis auf den „Freistaat Flaschenhals“ und einen Verweis auf ein Reichsarbeitslager, beides sichtbar in der Nähe der Laukenmühle.

Fazit: Ein Wanderführer, geschrieben aus der Sicht eines Forstmannes. Für Waldwanderer und Naturfreunde ein idealer Tippgeber. Wer darüber hinaus an kulturellen und historischen Ereignissen und Highlights am Rande der Routen interessiert ist, sollte sich nach weiteren Quellen umschauen.

Erschienen im Peter Meyer Verlag, 2. Auflage, 2016