Playboy lesen – der Architektur wegen (Zur Sonderausstellung im Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt/Main)

Als ich im Kulturteil unserer Zeitung diesen Beitrag gelesen habe,

P1010064

hat es mich gereizt, ins Deutsche Architekturmuseum zu fahren und mir die Sonderausstellung (wird bis zum 20. April gezeigt) anzusehen.

Der Architektur wegen.

In seiner „Prä-Erotik“-Phase stellte der Playboy nur wenig Fleisch zur Schau, dafür mehr aus den Bereichen Kunst, Politik, Film und Architektur. Und wird hier gezeigt, wie noble futuristische Junggesellenbehausungen in den Jahren 1953 bis 1979 innen und außen aussehen konnten. Mit „Spielwiesen“ und anderem Mobiliar, üppigen Bädern und versteckten Küchen.

Neben dem Bubble House ist das Futuro von Matti Suuronen eines der interessantesten Häuser, die hier vorgestellt werden (Zum Vergrößern anklicken):

P1010019

Bei den Möbelstücken ist das Riesenbett eine Attraktion, aber auch die Sitzmöbel, besonders dann, wenn man daran denkt, auf welchen Sesseln wir in unseren kleinbürgerlichen Häuslein wir in der Zeit gesessen haben.

P1010021

Und dann gibt es noch – schön aufgereiht – jede Menge Playboyhefte aus jener Zeit zum Blättern und Lesen. Bitte vor Berührung die ausliegenden Handschuhe anziehen, um Schwitzflecken an den Heften zu vermeiden.

P1010027

Lieber dann doch das Pretty Sitting ansehen:

P1010020

Und noch ein letzter Eindruck und Hinweis auf die Ausstellung:

P1010023

Die Semperoper in Dresden

Die Semperoper ist ein Genuss, selbst wenn man darin kein Konzert oder eine Opernaufführung miterlebt. Allein die Architektur ist ein Leckerbissen. Obwohl das Gebäude von vielen Besuchern als das Highlight in Dresden angesehen wird, behaupte ich – nicht weniger euphorisch – : Es ist nur eines der Highlights von Dresden.

IMG_0916

In gut organisierten Führungen geht es zuerst in das untere Rundfoyer, dann in die Vestibüle. Neben den Ausführungen zu Geschichte und Architektur haben mich besonders die handwerklichen Techniken fasziniert, zum Beispiel die verschiedenen Methoden zur Herstellung künstlichen Marmors und der Aufwand,  der dabei betrieben wurde.

Vestibül

Vestibül

Beeindruckend sind auch die Deckengemälde in den Vestibülen, besonders den oberen, und auch die Lünettengemälde ebenda und im oberen Rundfoyer.
Schließlich betraten wir den Zuschauerraum mit dem Parkett und den heute nur noch vier Rängen.

Zuschauerraum

Zuschauerraum

Wir erhielten Auskunft über physikalisch-akustische Vorzüge des Raumes und wurden auf die Uhr über der Bühne aufmerksam gemacht, die die Stunden in römischen, die Minuten  in arabischen Ziffern anzeigt. Zudem gab es selbstverständlich einen Abriss der Geschichte des Hauses.
Nachdem Sempers „Erstes Königliche Hoftheater“ bereits nach wenigen Jahren 1969 durch einen Brand zerstört wurde, entstand ab 1871 das „Zweite Königliche Hoftheater“, das im Februar 1945 weitgehend zerstört wurde. 1985 wurde dann an dieser Stelle ein drittes Mal ein Theater errichtet, das als Semperoper so bekannt und berühmt ist.

Wir hatten das Glück, einen leidenschaftlich berichtenden Führer zu haben, und eine Erlaubnis zum Fotografieren erhielten wir für 2 Euro. Vor dem Gebäude, nahe dem Eingang, steht ein Schild mit dem Monatsplan, wann Besichtigungen möglich sind. Die Zeiten richten sich danach, wann Proben in dem Haus stattfinden.