Axel Hacke und Ursula Mauder: Alle Jahre schon wieder – Geschichten und Songs zur Weihnachtszeit (CD)

Axel Hacke erzählt auf dieser  CD Geschichten von und um Weihnachten und seine Frau singt– manche Hacke-Kenner mögen sich wundern, dass sie nicht Paola heißt, wie in einigen Geschichten vorkommend, sondern Ursula Mauder, die hier einige Songs und ein alpenländisches Traditional, begleitet von einigen Instrumenten, zum Besten gibt.

Axel Hacke berichtet vom Heiligen Abend, von dem einzigen Wesen, das beim verlassen des Hauses klingelt – dem Christkind. Aber auch wenig Lustiges, Nachdenkliches erzählt er uns aus seiner Kindheit, vom Knarsch der Eltern, von den Kriegserinnerungen des Großvaters. Dann wieder über die Christbaumkugel, die nach dem Prinzip des „Partnerschafts-Passivs“, von keinem und niemand in den Keller gebracht wird. Es ist die einzige Geschichte, die ich schon gelesen hatte.

Zwischen jeder Geschichte singt Ursula Mauder Songs wie „White Christmas“, „It’s cold outside“ (im Duett mit Ecco di Lorenzo) oder Leonard Cohens „ Halleluja“. Die Songs werden nett dargeboten, trotzdem freue ich mich immer, wenn wieder einer endet und Axel Hacke die nächste Geschichte erzählt.

Und es ist auch eine Geschichte so richtig für Männer erzählt dabei. Nein, nichts Anrüchiges, nichts Schlüpfriges, etwas was uns schon im krampfhaften Erhaschen eines Geschenkwunsches unserer Liebsten und der damit verbundenen Aktion passiert ist oder zumindest sein könnte. „Schnoderer“ heißt die Geschichte.

Hacke trägt diese Begebenheit und andere Erinnerungen mit feinem Witz, mit Ironie, zum Teil auch mit gespielter Entrüstung vor.

Wir haben uns die CD gerade bei Kerzenschein und Adventsgebäck angehört und uns köstlich amüsiert. Es war fast so, als ob das Ehepaar Hacke bei uns in der Stube saß und performte.

Fast war es noch schöner als eine Lesung des Meisters im Frankfurter Mousonturm oder im Frankfurter Hof in Mainz, heimeliger auf alle Fälle.

Axel Hacke: Der kleine König Dezember

Jedes Jahr erscheinen Hunderte von guten Krimis aber nur ganz wenig schöne Märchen. Es kann sich dabei um das Prinzip von Nachfrage und dem dazu angepassten Angebot handeln. Vielleicht ist es ja aber auch ganz anders. Wahrscheinlich ist es wesentlich schwieriger ein schönes Märchen zu schreiben als einen Plot zu einem Krimi zu erfinden.

Axel Hacke ist es vor einigen Jahren gelungen, eines dieser wenigen modernen Märchen zu schreiben.

Der kleine König Dezember ähnelt in gewisser Weise Antoine de Saint-Exupérys kleinen Prinzen. Er ist eine Figur, die mit seinem Leben und seinem Verständnis von der Welt unsere Sichtweisen in Frage stellt. Ist es wirklich besser, dumm und klein wie die Menschen geboren zu werden? Ist es nicht ein Reichtum vieles nicht zu wissen und sich vorstellen zu dürfen, wie etwas funktioniert? Ist es wirklich der Traum, den wir nachts träumen, und nicht die Wirklichkeit? Und ist das, was wir als Wirklichkeit empfinden, montags bis freitags zur Arbeit zu gehen, nicht der Traum?

Der kleine König wurde groß geboren, er schrumpft, bis er am Ende seines Lebens so klein ist, dass er nicht mehr zu sehen ist.  Er besitzt sein größtes Wissen bei der Geburt und auch dieses nimmt mit zunehmenden Alter ab.

Axel Hacke erzählt in einigen Episoden seine Begegnungen mit dem kleinen König Dezember. Hat er sie erlebt, war es demnach Wirklichkeit,  – oder hat er nur geträumt?

Es ist ein schönes Märchen. Die Seelenverwandtschaft zu „Der kleine Prinz“ habe ich ja schon angesprochen. Und da auch dieses Buch wieder vortrefflich von Michael Sowa illustriert ist, sieht man auch hier wie beim kleinen Prinzen eine märchenhafte Figur in einer Robe, nur viel dicker als der kleine Prinz: so dick, dass die Robe nicht richtig zuzuknöpfen ist.

Begebt Euch mit diesem Buch auf die Suche nach der Wahrheit und fragt Euch, wie der kleine König Dezember den Menschen fragt: „Und was ist nun die Wahrheit? Bist du so groß, wie du aussiehst, oder so klein, wie du dich fühlst?“

Axel Hacke und der weiße Neger Wumbaba

Die Wumbaba-Trilogie über das Verhören, dem Falschhören von Liedtexten, dem Falschverstehen von Informationen ist abgeschlossen.

 Der Titel des ersten Buches„ Der weiße Neger Wumbaba“, basiert auf dem missverstandenen Text von Matthias Claudius  in der Liedzeile „und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar“ und ist bereits ein Klassiker. Darüber und über andere Verhörer wie den Erdbeerschorsch und die Schweinespuren im Sand, die Howard Carpendale seit Jahren zu besingen scheint, schreibt Axel Hacke auch in den zwei weiteren Bänden „Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück“ und „Wumbabas Vermächtnis“.

Es ist erstaunlich, was an deutschem, internationalen, Volks-, Kinder- und Kirchen-Liedgut alles falsch verstanden wird. Hacke berichtet darüber mit feinem Witz, mit Ironie, zum Teil auch mit gespielter Entrüstung und erklärt, dass manche Verhör-Versionen besser als das Original sind. Recht hat er.

 

Die kleinen Büchlein mit 60 bis 70 Seiten sind von Michael Sowa, der als Mitautor aufgeführt ist, herrlich illustriert. Sie sind im Kunstmann Verlag erschienen. Zumindest den ersten Band gibt es auch als Hörbuch.

 

Darüber hinaus liest Axel Hacke diese und Texte aus seinen anderen Büchern in vielen Städten Deutschlands. Lesen Sie mal eines der Bändchen. Vielleicht wird dabei Ihr Interesse

geweckt, zu einer Hackeschen Lesung zu gehen. Und ich sage Ihnen: Die Lesungen sind Spitze.

 

Axel Hacke, Lesung von Der weiße Neger Wumbaba, der Wortstoffhof

Axel Hacke hat in Mainz gelesen – von der Weihnachtsbaumkugel, die die fiktiven (oder real existierenden?) Familienmitglieder MAN, JEMAND oder EINER selbst im August noch nicht wieder in den Keller gebracht haben, von Howi’s SCHWEINESPUREN IM SAND und anderen Verhörern. Am Ende der Veranstaltung hörten wir auch eine Hitparade mit Verhörern aus deutscher Popmusik, an erster Stelle natürlich Herbert Grönemeyer, der Axel Hacke und seinen Fans einige herrliche Texte vorlegte. Als Zugabe wurde von den Zuhörern die Geschichte von Jörg, dem Vater von Luis Genossen in der privaten Kindergruppeninitiative. Die kann man wirklich immer wieder gern hören. Das waren nur einige Höhepunkte der Lesung aus den Büchern des Vorlesers, dessen Veranstaltung in Anlehnung an das parallel laufende Pokalspiel Mainz 05 gegen Schalke 04 zwei Mal 45 Minuten dauerte, plus einer Verlängerung, wie das in Pokalspielen möglich ist, Mainz wie sich hinterher herausstellte, allerdings nicht nötig hatte.

Hackes Vortrag ist in den letzten Jahren theatralischer geworden. War er vor 3 Jahren bei einer Lesung in Frankfurt noch der lesende Autor, ist er heute zu einem vorlesenden Schauspieler mutiert. Das tut den Texten zumeist gut, wirkt aber an einigen Stellen überzogen, schon fast kinskiesk. Die Texte selbst werden durch eine frei vorgetragene Moderation verbunden, die wie alles was von Axel Hacke vorgetragen wird zu leisen, zuweilen auch brüllenden Lachern des Publikums führt. Darüber hinaus hatten wir eine Kichererbse hinter uns, die eine Parallelveranstaltung zur Lesung performte, sozusagen im Duett mit dem auf der Bühne Vortragenden. Hilfreich, denn auf einigen Witz wurden wir, da  hintergründig vorgetragen, erst durch das sich steigernde Kichern aufmerksam.

 

Der Verlag Antje Kunstmann hat einen Teil der Bücher von Axel Hacke auch als Hörbücher herausgegeben – vom Autor gelesen. Am schönsten sind aber neben der Lesung live die Bücher selbst, mit den herrlichen Illustrationen von Michael Sowa.

 

Wer keine Gelegenheit hatte, eine Lesung zu besuchen, sollte Axel Hacke über die Bücher oder Hörbücher kennen lernen – oder sich auf www.axelhacke.de 

den Tourneeplan anzuschauen, vielleicht kommt er ja vorbei. Dann sollten Sie hingehen.

 

Meine erste Liebe – Eintracht Braunschweig und ihr Stadion

1957 hatte ich meine ersten Spiele im Eintracht Stadion.

Nicht im Stadion selbst, sondern beim Schulsport des Wilhelm Gymnasiums auf den Rasenplatz, dem B-Platz daneben oder auf den Schotterplätzen, die während der Spiele der Eintracht als Parkplätze genutzt wurden. Wir hatten dann später auch Sportunterricht bei Hannes Vogel, dem damaligen Trainer der 1. Mannschaft, der sie bis zur Gründung der Bundesliga coachte. Montags morgens im Sommerhalbjahr war auf dem Gelände Sport bei Hannes und wir spürten dann immer, wie das Spiel am Sonntag ausgegangen war. Freies Fußballspiel nach Siegen, Treppenlaufen mit Sprints an anderen Montagen. Wir waren Stolz auf unseren Sportlehrer wie die Gauß-Schüler auf Hennes Jäcker, dem damaligen Torwart.

Die Kabinen zum Umziehen durften wir nicht nutzen, wir taten das unter einer Kastanie an der Ostseite der Nordkurve.

An diesem Schulsport nahm auch Wolfgang Joop teil. Kein Wunder, dass er sich nicht gern an seine Schulzeit in Braunschweig erinnert. Dann müßte er sich auch an die grausamen Sprints die Treppen hoch im Stadion erinnern. Da wurden Knaben noch zu Männern geformt, jedenfalls die meisten.

Nach Gründung der Bundesliga stand ich dann bei den Spielen öfters im Stadion und habe mit meinen Freunden versucht, den Ball ins Tor zu brüllen. Das gelang besonders gut in der Saison 66/67, WIR wurden Meister. Eine  Dose Meister-Bier habe ich heute noch – kleiner Makel: Das Bier hab ich natürlich vor mehr als 40 Jahren getrunken und es war von der Dortmunder Union Brauerei abgefüllt, nicht von Wolters oder Feldschlösschen (den lokalen Brauereien) 

 

Meister-Bier 1967

Und dann existiert sogar noch eines von den beiden 74er Jägermeister Trikots, die ich mir mit meiner Frau kaufte, inzwischen sind sie von unseren Kindern in Discos aufgetragen worden. Unsere Tochter hat es gerade aus ihrem Fundus gekramt.

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Das zweite Trikot wurde inzwischen wohl entsorgt, das tat auch die Eintracht mit sich selbst nach einem kleinen Zwischenhoch Ende der 70er zu dem auch Paul Breitner beitrug – sie entsorgte sich bis in die Dritte Liga und vielleicht schafft sie es noch in die vierte. (Anmerkung vom 30.10.2013: nach Aufstiegen in den letzten Jahren wird’s wohl demnächst wieder abwärts gehen.)

Axel Hacke, der Schriftsteller und Kolumnist, der ebenfalls das Wilhelm Gymnasium besuchte, schrieb 2000 in einer Zeitungskolumne (http://www.tagesspiegel.de/sport/art272,2195192 ) über die Eintracht – der Artikel könnte von mir sein – könnte ich so gut schreiben – und über seine Entscheidung, die er treffen musste, zu Hennes Jäcker oder Hannes Vogel in die Schule zu gehen. Lest es mal, mehr braucht ihr über die Geschichte von Eintracht Braunschweigs Fußballern nicht zu wissen.

P.S. Der Titel des Beitrags wurde gewählt in Anlehnung an den Titel von Axel Hackes Kolumnenbeitrag „Meine erste Liebe: Eintracht Braunschweig“