Eine Feige in/aus meinem Garten

Vor zwei Jahren hatte ich mir bei einem Winzer in der Pfalz einen echten kleinen Feigenbaum (Ficus carica) gekauft. Drei Früchte hingen dran. Irgendwann fielen sie ab. Neue kamen nicht dran. Das mit der Bestäubung ist ja sowieso eine komplizierte Angelegenheit, die ich bis heute so recht noch nicht verstanden habe.

Ich wollte jenem Baum in diesem Jahr noch eine Chance geben, mir Früchte zu bringen – er hat allerdings den Winter nicht überlebt.

So richtig traurig war ich darüber nicht und habe mir von Pflanzen-Kölle dann im Frühjahr ein neues Bäumchen geholt – wieder mit drei Früchten dran.

Die sind aber zum einen nicht abgefallen und die erste verfärbt sich jetzt von Grün über Gelblich nach Violett, offensichtlich ein Zeichen, dass sie bald reif ist. Außerdem sitzen ungefähr 50 neue Früchte dran, die ständig wachsen. Diese Feige wird bei Kölle als Bayernfeige „Violetta“ (Ficus carica Violetta) verkauft und soll angeblich die frosthärteste Feige sein. Trotzdem werde ich vor dem Frost das Wurzelwerk gut mit Mulch oder Tannen- oder Fichtenreisern schützen und zusätzlich das Bäumchen noch mit Folien einwickeln. Diesen Baum liebe ich im Gegensatz zum ersten.

Der Vorteil dieser Feige ist jedenfalls, dass sie keine Fremdbefruchtung braucht. Die Gallwespen, die wohl an der ersten Feige nicht mitgeliefert wurden, braucht sie nicht zur Bestäubung.

Alles was ich bisher im Sommer gemacht habe:

– viel gegossen, denn zum Wachsen brauchen die Früchte viel Wasser

– wenig gedüngt, alle 4  Wochen mal eine Gießkanne mit ein wenig Flüssigdünger (Wenn die Pflanze im Kübel wächst braucht sie öfter Dünger)

Jetzt warte ich darauf, dass ich mit der Ernte beginnen kann

– zum  Essen,  als Frucht oder als Teil einer leckeren Vorspeise mit Parmaschinken oder Frischkäse

– für Marmelade, Feigensenf oder aufgesetzten Likör

Bis ich das allerdings alles genießen kann, werde ich noch ein Weilchen warten müssen.

Für weitere Verwendungsmöglichkeiten habe ich stets einen offenen Mund.

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