Buchsbaumzünsler : Die Raupe, die den Buchsbaum frißt, beginnt wieder zu arbeiten!

Bei durchgehenden Tages- und Nachttemperaturen ab 7 °C beendet sie ihre Winterruhe* und wird wieder aktiv, die Raupe des Buchsbaumzünslers. Schon jetzt sollten die Blattunterseiten von letztjährig befallenen Buchsbaumpflanzen auf Kokons dieses Falters untersucht werden oder stark geschädigte Pflanzen aus dem Garten entfernt und zur Verbrennung gegeben werden.

Raupe des Buchsbaumzünslers

Raupe des Buchsbaumzünslers

Treten die Raupen dann auf, hilft tägliches Absammeln. Inzwischen scheint es aber auch biologische und chemische Mittel zu geben, um den Zünsler wirkungsvoll zu bekämpfen.

Raupe bei der Nahrungsaufnahme

Raupe bei der Nahrungsaufnahme

Bereits im letzten Jahr habe ich über den Buchsbaumzünsler unter Buchsbaumzünsler-Alarm berichtet und dabei einige interessante Beiträge über die Verbreitung und zum Erkennen und Bekämpfen verlinkt. Hier nun noch zwei neuere Berichte über biologische Bekämpfungsmöglichkeiten (Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an der ZHAW von Andrea Oelhafen beschrieben), sowie nochmals die Information für Hobbygärtner, herausgegeben vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (Karlsruhe).

Es ist anzunehmen, dass der Buchsbaumzünsler sich in diesem Jahr auch weitere Gebiete in Deutschland, Österreich und der Schweiz „erobert“. In Deutschland halte ich die Gebiete abwärts des Rheins und Main aufwärts sowie die Gebiete an deren Nebenflüssen für besonders gefährdet.

Und ganz aktuell: Werden bestimmte Buchsbaumsorten vom Buchsbaumzünsler bei Eiablage und Fraß bevorzugt?

Bisher ungeklärt war die Frage, ob bei der Ablage der Eier einige Buchsbaumarten bevorzugt werden, bzw. ob einige Arten besonders befallen werden und bevorzugt zum Fraß dienen. In einem kürzlich veröffentlichten Beitrag von Florine L.G. Leuthardt und Bruno Baur mit dem Titel Oviposition preference and larval development of the invasive moth Cydalima perspectalis on five European box-tree varieties (Journal of Applied Entomology, Article first published online: 22 OCT 2012, DOI: 10.1111/jen.12013) berichten die Verfasser über ihre Untersuchungen, ob  der invasive Falter bestimmte Buchsbaumsorten bevorzugt. In einem Experiment mit fünf Buchsbaum Subspecies wurde demnach die Sorte „Rotundifolia“ bevorzugt.

Bei der Menge der verschiedenen Sorten erscheint dieses Experiment zunächst wenig auszusagen. Doch besteht meines Erachtens durchaus die Möglichkeit, dass der Nachweis gelingt, dass unterschiedliche Textur der Blätter und deren Oberfläche oder unterschiedliche Inhaltsstoffe der Blätter wie Alkaloide das Verhalten der Falter bei der Eiablage und den Fressvorlieben beeinflußt.

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* Berner Zeitung, 9.4.2013