Machmal überlege ich: Was wäre wenn……..ich vor 500 Jahren gelebt hätte?

Ob ich dann Lesen und Schreiben gelernt hätte? So wie der Mönch, den ich im Kloster Eberbach entdeckt habe?

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Ob ich schon von der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus gehört hätte? Leonardo da Vincis Mona Lisa und andere Werke von ihm gesehen hätte? Oder Abrecht Dürers Hasen? Martin Luther 95 Thesen wären noch nicht veröffentlicht. Von Gutenbergs Erfindung der beweglichen Lettern hätte ich allerdings schon profitieren können – wenn ich denn hätte lesen können. Aber wer konnte das vor 500 Jahren schon.

So bin ich froh, dass ich heute lebe und lesen kann – gleich, ob gedruckte Bücher oder E-Books.

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Diese beiden Fotos zeigen Werke von Tilmann Riemenschneider oder aus dessen Umfeld. Zu sehen sind sie im Mainfränkischen Museum in Würzburg.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jo Nesbø: Der Schneemann

Aufregung herrscht bei Harry Holy, Aufregung auch beim Osloer Dezernat für Gewaltverbrechen, in dem Harry arbeitet. Harry hat ein Schreiben eines Serienmörders, dem Schneemann, erhalten. Darin werden weitere Morde ankündigt. Besonders beunruhigend für den Ermittler ist allerdings, dass das Schreiben Bezug nimmt auf der Allgemeinheit nicht bekannte Fakten aus einem anderen Fall, den Harry gelöst hat. Die nächsten Morde lassen auch nicht lange auf sich warten.

Bei dem ersten Schneefall geht’s los, die nächste junge Frau verschwindet, im Garten wird ein Schneemann gefunden – das Markenzeichen des Mörders -. Die Frau bleibt verschwunden, sie hinterläßt Mann und Kind – wie alle bisherigen Opfer -, ein weiterer Mord passiert. Harry Hole, frisch ausgestattet mit einer jungen dynamischen Kollegin, sucht Punkte, an denen er mit der Ermittlung ansetzen kann. Er begibt sich dabei auf falsche Fährten, mehrmals scheint der Fall des Serienmörders kurz vor der Aufklärung zu stehen, ja bereits aufgeklärt zu sein. Fatale Rückschläge, die nicht jeder überlebt, sind unvermeidbar.

Das Ermittlerduo reist nach Bergen, um zu den Anfängen schneemännlichen Wirkens zu gelangen und dort anzusetzen, den Grund für das Verhalten des Mörders zu finden. Eine grausige Entdeckung bleibt den beiden nicht erspart. Zurück in Oslo erfolgen weitere Recherchen, allerdings zum Teil grob unkoordiniert und kontraproduktiv. Schließlich kommt Harry mit Bauchgefühl und klaren Gedanken dem Schneemann immer näher, umgekehrt dieser ihm auch. Schließlich endet die Geschichte mit dem für das gesamte Osloer Dezernat guten Ausgang und einer ungewöhnlichen Verkettung Harry’s mit dem Mörder.

Jo Nesbø gehört derzeit zu dem Autor mit den frischesten Geschichten – nicht nur wie in diesem Fall aus klimatischen Gründen, sondern weil seine Erzählweise noch nicht abgenutzt ist und die Fälle ungewöhnlich sind.

Axel Hacke: Der kleine König Dezember

Jedes Jahr erscheinen Hunderte von guten Krimis aber nur ganz wenig schöne Märchen. Es kann sich dabei um das Prinzip von Nachfrage und dem dazu angepassten Angebot handeln. Vielleicht ist es ja aber auch ganz anders. Wahrscheinlich ist es wesentlich schwieriger ein schönes Märchen zu schreiben als einen Plot zu einem Krimi zu erfinden.

Axel Hacke ist es vor einigen Jahren gelungen, eines dieser wenigen modernen Märchen zu schreiben.

Der kleine König Dezember ähnelt in gewisser Weise Antoine de Saint-Exupérys kleinen Prinzen. Er ist eine Figur, die mit seinem Leben und seinem Verständnis von der Welt unsere Sichtweisen in Frage stellt. Ist es wirklich besser, dumm und klein wie die Menschen geboren zu werden? Ist es nicht ein Reichtum vieles nicht zu wissen und sich vorstellen zu dürfen, wie etwas funktioniert? Ist es wirklich der Traum, den wir nachts träumen, und nicht die Wirklichkeit? Und ist das, was wir als Wirklichkeit empfinden, montags bis freitags zur Arbeit zu gehen, nicht der Traum?

Der kleine König wurde groß geboren, er schrumpft, bis er am Ende seines Lebens so klein ist, dass er nicht mehr zu sehen ist.  Er besitzt sein größtes Wissen bei der Geburt und auch dieses nimmt mit zunehmenden Alter ab.

Axel Hacke erzählt in einigen Episoden seine Begegnungen mit dem kleinen König Dezember. Hat er sie erlebt, war es demnach Wirklichkeit,  – oder hat er nur geträumt?

Es ist ein schönes Märchen. Die Seelenverwandtschaft zu „Der kleine Prinz“ habe ich ja schon angesprochen. Und da auch dieses Buch wieder vortrefflich von Michael Sowa illustriert ist, sieht man auch hier wie beim kleinen Prinzen eine märchenhafte Figur in einer Robe, nur viel dicker als der kleine Prinz: so dick, dass die Robe nicht richtig zuzuknöpfen ist.

Begebt Euch mit diesem Buch auf die Suche nach der Wahrheit und fragt Euch, wie der kleine König Dezember den Menschen fragt: „Und was ist nun die Wahrheit? Bist du so groß, wie du aussiehst, oder so klein, wie du dich fühlst?“

Andrea Camilleri: Die sizilianische Oper

Wer Camilleries deftige Sprache liebt, zuweilen auch gespickt mit Beschreibungen praller Erotik des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der muss in diesem Roman zudem akzeptieren, dass die Chronologie der Ereignisse kräftig durcheinandergeschüttelt erzählt wird.

Eine abwechslungsreiche und zeitweise auch spannende Geschichte mit der Beschreibung spezieller sizilianischer Charaktere, die mit der Liebe zur Kunst als Vorwand Macht und Gewalt ausüben, mit einer herrlichen Schilderung des Milieus vor mehr als 130 Jahren.

In die richtige Reihenfolge gebracht, wird im Vorfeld der Eröffnung des neuen Opernhauses von Vigàta unter anderem ein Komplott zur Verhinderung der Veranstaltung geplant, da der neue Präfekt aus Florenz sowohl eine Oper zur Premiere  anordnet, die den Viàtagesern nicht gefällt, besonders erbost sind sie aber darüber, wie sich der Präfekt über den Willen der Bevölkerung hinweg setzt. Der politische Zwist wächst durch die Kontroversen und Intrigen, in deren Zusammenhang es auch zu polizeilichen Maßnahmen wie Festnahmen kommt.

Während die Eröffnung unter Polizeischutz abläuft, kommt es zu Tumulten, die beinahe in einer Katastrophe enden. Eine Katastrophe ereignet sich aber dennoch einige Stunden nach dem Ende der Vorstellung: Das Theater brennt ab, Tote sind zu beklagen. Brandstiftung wird gemutmaßt und der Kommissar beginnt zu ermitteln.

Weitere Lebende wechseln im Verlauf in das Reich der Toten und am Ende stellt sich heraus, dass alles nicht so geschehen ist wie zunächst vermutet wurde.

Ein riesiges Verwirrspiel, ein Durcheinander von Beziehungen und Verwicklungen wird uns hier wieder einmal von Andrea Camilleri geboten. Für Freunde der Camilleri’schen Erzählkunst eine Freude, für unbedarfte Leser eine Geschichte mit schwer nachzuvollziehenden Verwicklungen, die die Lust am Lesen erlahmen lassen kann.

Carlos Maria Dominguez: Das Papierhaus

 

 

Im Briefkasten der gerade tödlich verunglückten Literaturdozentin Bluna landet Post aus Uruguay. Sie beinhaltet ein Buch, an dem Mörtelreste haften und das eine Widmung Blunas enthält, die mit den Worten beginnt: „Für Carlos als Andenken an die verrückten Tage in Monterrey.“

 

Der Kollege, der sich nach dem Tod der Dozentin um deren Wohnung kümmert, findet das Buch und damit beginnt für ihn die Suche nach der Geschichte, die dieses verschmutzte Exemplar Joseph Conrads „Schattenlinien“ erlebt hat.

 

Die Reise führt von Cambridge in England zunächst nach Montevideo, wo er erste Kontakte zu einem Teilnehmer des Kongresses in Monterrey knüpft. Dieser leitet ihn zu dem bibliophilen Zeitgenossen, der zwischen Tausenden von Büchern lebt  und zunächst von den unterschiedlichen Leidenschaften und Motiven erzählt, Bücher zu sammeln  und über die Arten sie zu lesen. Im Gespräch, weitgehend ein Monolog des Büchernsammlers, erfährt der Zuhörer von Carlos, der ab einem bestimmten Punkt im Leben die Grenze zur Bibliomanie überschritten hatte. Carlos Brauers Kernstück der Bibliothek war seine Kartei, die es ihm ermöglichte, einen Überblick über die Sammlung von mehr als 20.000 Werken der Literatur zu haben. Diese verbrannte als ein Feuer ausbrach, verursacht durch eine umfallende Kerze, unter derem Licht Carlos wie üblich stilecht ein Buch aus der Zeit vor der Erfindung des elektrischen Lichts las. Das Ereignis veranlasste den Getroffenen, der durch diesen Vorfall die Orientierung in seiner Bibliothek verloren hatte, sein Domizil mit all den Büchern zu verlassen und an einem entlegenen Platz am Meer ein Haus gemauert aus Büchern aufzubauen. Das Papierhaus.

 

Blunas Kollege und Ich-Erzähler fährt an den Platz, an dem er das zerstörte, von Carlos verlassene Haus vorfindet. Einheimische Fischer erzählen ihm den Rest der Geschichte vom Haus und dessen ehemaligen Bewohner. Demnach hatte Carlos einen Brief aus Cambridge erhalten – der Erzähler findet das Dokument später im Computer seiner verstorbenen Kollegin, in dem sie Carlos bittet, das Buch mit der Widmung zurück zu schicken. Damit begann der letzte Teil der Geschichte des Hauses selbst.

 

Eine spannende, zunächst mysteriöse Geschichte, die besonders durch die Schilderung des bibliophilen Kontaktes Augustin Delgado und den Kommentaren des Erzählers wirkt.

Da ich über gewisse Ansätze zur Bibliophilie, partiell auch Züge eines Bibliomanen an mir erkenne – ich binde zum Beispiel meine Lieblingstaschenbücher in hübsche Hardcover-Einbände – und kaufe manchmal Bücher nach dem Aussehen, der Gestaltung des Einbandes, der Haptik des Papiers, hat mir die gebundene Ausgabe dieses Buches sehr gefallen. Ich habe es mir gekauft, des Aussehens wegen.

 

Beim Lesen entdeckte ich die inneren Werte der Erzählung. Für mich war eine der wesentlichen Passagen die Ausführungen Delgados zur optimalen Optik einer Buchseite, zu der Bedeutung von Satzspiegel, Schriftart und –größe, den Randmaßen und zu dem Faszinierendsten, den Korridoren. Die ist ein Phänomen, von dem ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gehört hatte.

 

Es gibt Leser, denen genügt es, so Delgado, „die Korridore anzuschauen um zu wissen, ob ein Buch gut ist oder nicht. Dabei sind die durch die Wortabstände entstehenden vertikalen und diagonalen Strecken auf einer Seite zu verfolgen, „lange Straßen, von Zeile zu Zeile, ganze Absätze überquerend, bisweilen unterbrochen und ihren Lauf als Diagonale wieder aufnehmend“, schildert Delgado an einem Beispiel und er fährt fort: „Ein Schriftsteller ohne Sprachrhythmus ist dazu nicht im  Stande. Er bringt zwei oder drei mehr als viersilbige Worte in einem Satz unter und zerstört damit die Sprache, weil er nämlich automatisch den Rhythmus und die Straßen durchbricht.“

 

Stellen Sie sich vor, ich kann kein Buch mehr in die Hand nehmen, ohne auf die Korridore und Straßen zu achten. Wahrscheinlich hat Dominguez beim Schreiben diese Buches darauf geachtet, auf alle Fälle tat das die Übersetzerin Elisabeth Müller und erfüllte Delgados Kriterien eines guten Buches.

 

In einer Rezension zu diesem Buch (www.lesekost.de) las ich darin als letzten Satz:

 

Wer eine Leidenschaft für Bücher und ihre Geschichten hat, sollte „Das Papierhaus“ lesen.

 

Dem ist nichts hinzu zu fügen.

Brasilien – Die wahrhaftige Historie der wilden, nackten, grimmigen Menschenfresser-Leute — 1548-1555 — von Hans Staden

 

P1000156Vor mehr als 450 Jahren wurden die Abenteuer des Hans Staden über zwei Brasilienreisen und den Aufenthalten in den Jahren von 1548 und 1555  als erster Bericht über Brasilien in Europa als Buch veröffentlicht. Es gilt als ein wichtiges Zeitdokument für die Brasilien-Forschung, obwohl es kein wissenschaftlicher Bericht ist wie die Reise von Darwin mit der Beagle, Berichte Alexander von Humboldt oder „Die Reise um die Welt“ von Georg Forster.

 

Dieses Buch ist wahrhaftig ein Bericht von Abenteuern, vom Leben des Landsknechts, der mit auszog, in Südamerika zu plündern und die Goldschätze der Inkas zu erbeuten. Nachdem die Expedition an der Ostküste Brasiliens gestrandet war, lebte Staden zwei Jahre von seltsamem Getier, bis er sich retten konnte, wurde von Kannibalen gefangen genommen, sollte geschlachtet und verspeist werden. Da jedoch andere Mitgefangenen zuerst im Kochtopf landeten, wurde Hans Staden so lange verschont, bis er vom Kapitän eines französischen Schiffes befreit wurde.

 

Hans Staden beschreibt die Reisen per Schiff , er berichtet über die Tupinamba, die ihn gefangen halten, über das Leben bei ihnen, die Sitten und Gebräuche.

 

Es handelt sich um eine Vielzahl von schier unglaublichen Abenteuern, zumeist mit einfachen Worten beschrieben, gerade deshalb wohl eindringlich, teilweise bei aller Not, die der Autor durchleben musste, amüsant.

 

Das Buch ist für mich das kurzweiligste und interessanteste Werk früher Reise- und Entdeckungsberichte.

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Das Foto zeigt die Ausgabe der Edition Erdmann von 1984. Inzwischen ist 2006 eine neue Auflage mit einem neu gestalteten Schutzumschlag  und dem etwas vereinfachten Titel Brasilien: Historia von den nackten, wilden Menschenfressern erschienen. ISBN 978-3865030399

 

 

„Schischyphusch oder der Kellner meines Onkels“ von Wolfgang Borchert

Manchmal taucht ein alter Bekannter wieder auf, jemand, den man vor Jahrzehnten aus den Augen verloren hat, an den man seit der Zeit nicht mehr gedacht hat.
Mir ist es passiert, als ich einen Beitrag in einer anderen Community las, in dem in irgendeinem Zusammenhang der englische Zungenbrecher „Three swiss witch-bitches….“ beschrieben war.

Das erinnerte mich an „Schischyphusch oder der Kellner meines Onkels“, eine der wenigen lustigen Kurzgeschichten von Wolfgang Borchert. Die Geschichte handelt von einem Kellner, dem Onkel und einem Sprachfehler. Den meisten von Euch brauche ich das vermutlich gar nicht zu erzählen, Ihr habt diesen Text sicherlich während Eurer Schulzeit gelesen. Dann lest ihn mal wieder.

Falls Ihr die Geschichte aber nicht kennt, lest sie jetzt. Die Geschichte ist im rororo Taschenbuch „Draußen vor der Tür“ enthalten. Viele Gefühle könnt Ihr beim Lesen mit empfinden oder erleben wie Mitgefühl und Nächstenliebe aber auch Wut, Scham und Hoffnungslosigkeit.

Auf nur zehn Seiten erleben wir mehr als in vielen 1000-Seiten-Schmökern, vor allem Menschliches.

Der Inhalt – Für diejenigen, die diese Geschichte doch noch nicht kennen :

Ein kleiner Junge geht mit Mutter und Onkel, der im 1. Weltkrieg ein Bein verloren hat und wegen eines Schusses in die Zunge lispelt, in ein Gartenlokal. Dort werden sie von einem ebenfalls lispelnden Kellner bedient.

Zunächst denken beide, dass sich jeder über den Spachfehler des anderen lustig machen will. Dabei steht der kleine, verzweifelte und sein Leben lang wegen des Lispelns gedemütigte Kellner dem vor Lebensfreude strotzenden Onkel des erzählenden Jungen gegenüber. Das Mißverständnis wird schließlich aufgeklärt und vor den Augen und Ohren der 300 Besucher des Gartenlokals genießen die beiden Lispler einige Schnäpse und brechen dabei in ein anhaltendes Lachen aus. Der Onkel schallend, wie es so seine Art ist, der Kellner so ausgiebig wie wohl noch nie in seinem Leben., wobei er ständig und laut „Schischyphusch“ ruft.

Der Onkel beendet das Gelächter der beiden abrupt, indem er den Kellner fragt, was es mit dem „Schischyphusch“ auf sich hätte. Der Kellner erklärt, dass das sein Spitzname seit der Schulzeit sei, den ihm die Klassenkameraden verpaßt hätten, weil er den Namen des Sisyphus nicht richtig aussprechen konnte.

Diese Erklärung beschämt den Onkel und er bezahlt mit einem großen Schein, ohne das Wechselgeld zurückzufordern  und verläßt das Lokal mit dem Jungen und dessen Mutter. Dem Jungen tut der Kellner leid. Als er sich noch einmal umdreht, sieht er den Kellner weinen. Er sagt seinem Onkel, was er gerade gesehen hat. Darauf hin dreht sich der Onkel, der ebenfalls ein paar Tränen in den Augen hat, zum Kellner herum und ruft ihm zu, dass er am nächsten Sonntag wieder kommen werde.

Der Kellner hat einen Freund gefunden, vielleicht den ersten in seinem Leben.

Der Onkel entschuldigt sich nun bei Jungen und Mutter für sein Verhalten und erklärt, dass der Kellner ja ein weitaus schlimmeres Schicksal hätte als er selbst.

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Liebe Leser,

ich bin immer wieder erstaunt, wie oft dieser Beitrag aufgerufen wird. Mich interessiert der Grund und ob die Erwartung an das, was ich geschrieben habe, erfüllt wurde.

Hinterlaßt deshalb bitte einen Kommentar, den ich auch auf Wunsch nicht freigebe und somit nicht veröffentliche.

Hier ein Hinweis auf ein fein illustrierte Ausgabe der Geschichte: Schischypusch oder Der Kellner meines Onkels, illustriert von Birgit Schössow

Axel Hacke und der weiße Neger Wumbaba

Die Wumbaba-Trilogie über das Verhören, dem Falschhören von Liedtexten, dem Falschverstehen von Informationen ist abgeschlossen.

 Der Titel des ersten Buches„ Der weiße Neger Wumbaba“, basiert auf dem missverstandenen Text von Matthias Claudius  in der Liedzeile „und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar“ und ist bereits ein Klassiker. Darüber und über andere Verhörer wie den Erdbeerschorsch und die Schweinespuren im Sand, die Howard Carpendale seit Jahren zu besingen scheint, schreibt Axel Hacke auch in den zwei weiteren Bänden „Der weiße Neger Wumbaba kehrt zurück“ und „Wumbabas Vermächtnis“.

Es ist erstaunlich, was an deutschem, internationalen, Volks-, Kinder- und Kirchen-Liedgut alles falsch verstanden wird. Hacke berichtet darüber mit feinem Witz, mit Ironie, zum Teil auch mit gespielter Entrüstung und erklärt, dass manche Verhör-Versionen besser als das Original sind. Recht hat er.

 

Die kleinen Büchlein mit 60 bis 70 Seiten sind von Michael Sowa, der als Mitautor aufgeführt ist, herrlich illustriert. Sie sind im Kunstmann Verlag erschienen. Zumindest den ersten Band gibt es auch als Hörbuch.

 

Darüber hinaus liest Axel Hacke diese und Texte aus seinen anderen Büchern in vielen Städten Deutschlands. Lesen Sie mal eines der Bändchen. Vielleicht wird dabei Ihr Interesse

geweckt, zu einer Hackeschen Lesung zu gehen. Und ich sage Ihnen: Die Lesungen sind Spitze.

 

Charles Darwin – kurz und bündig – von Adrian Desmond, James Moore, Janet Browne

Es sind gerade einige Wochen seit dem 200sten Geburtstag von Charles Darwin vergangen, damit ist bereits das Interesse der Medien an dessen Leben und Werk geschwunden, über das von Tageszeitungen, Spiegel, Focus bis zu populärwissenschaftlichen Zeitschriften in den letzten Monaten ausführlich berichtet wurde.

 

Wer nun neben im Internet verfügbaren Artikeln eine ausführlichere aber noch überschaubare Darstellung zum Menschen und Wissenschaftler und dessen Werken lesen möchte, für den ist diese Kurz-und-bündig- Beschreibung eine gute Ergänzung oder Alternative.

 

Die Biografie von A. Desmond, J. Moore und J. Browne beschreibt interessant und in weiten Teilen allgemeinverständlich das Leben Darwins. Es berichtet über die Arbeiten und das Denken Darwins, die zur Entwicklung des Themas „Die Entstehung der Arten“ führte, über die Ängste Darwins, der wusste, welche Revolution er mit der Veröffentlichung seiner Theorie entfachen würde, da diese auf Unverständnis und Ablehnung weiter Kreise sowohl der Kirche als auch der Naturwissenschaftler und Politiker stoßen würde.

 

Damit hätte die Reputation, die Darwin bereits als Naturwissenschaftler durch vorherige Arbeiten in den Bereichen Geologie und Biologie erlangt hatte, völlig zerstört werden können. Davor fürchtete er sich.

 

Das Buch beschreibt aber auch die teilweise planlosen Studienjahre Darwins inklusive der Studien der Religionswissenschaften, die Reise mit der Beagle, Forschungen auf dem Gebiet der Tier- und Pflanzenzucht und ebenfalls das Leben auf Down House, mit all den gesundheitlichen und familiären Problemen und dem Umgang damit.

 

Das Glück, durch Herkunft und geschickte Verwaltung des Vermögens finanziell unabhängig zu sein, ermöglichte Darwin die zu der Zeit unglaublichen Erkenntnisse zu veröffentlichen, die bis heute Stoff für zahlreiche Diskussionen geben. Auch dieser Aspekt wird in der Biografie abgehandelt, mit den Deutungen und Fehldeutungen Darwinscher Forschung und des daraus abgeleiteten Darwinismus.

 

Ein Überblick über Darwin und die Zeit, in der die Entstehung der Arten neu beschrieben und wie diese Erkenntnisse aufgenommen wurden und bis heute diskutiert werden, das ist Inhalt dieses Taschenbuches.