Blühender Buchsbaum

Während die Blüten der Forsythien welken, bilden sich jetzt am Buchsbaum unscheinbare Blüten, vornehmlich an solchen Pflanzen, die nicht starken Formschnitten unterworfen sind.

Der Buchsbaum blüht nicht in jedem Jahr so ausgiebig, in dieser Saison werde ich jedoch verfolgen, ob sie auch Samen bilden. Neue Buchsbäume aus Samen zu ziehen, ist mir allerdings bisher noch nicht gelungen, obwohl ich es mehrfach und mit verschiedenen Tricks wie Stratifizieren versucht habe.

Unproblematisch ist dagegen die Vermehrung aus Stecklingen, auch Risslinge genannt.

In diversen Artikeln wird empfohlen, die Blüten zu entfernen, damit das Wachstum der Pflanze nicht leidet. Ich habe allerdings noch nicht festgestellt, dass eine Pflanze, die blühte und dann kleine zapfen ausbildet im Wachstum signifikant gehemmt ist. Es wäre zum einen auch eine ungeheuere Arbeit, die vielen Blüten zu entfernen, zum anderen ist es ganz interessant, die Bildung der Früchte zu verfolgen.

Buchsbaum – Bücher zu Pflege, Schnitt, Gestaltung mit Buchs und Sorten

Die am meisten diskutierten Fragen bei Buchsbaum beziehen sich auf den Schnitt und dessen Zeitpunkt sowie die Pflege im Winter. Interessant ist aber auch die Sortenvielfalt, die unterschiedliche Verwendung und Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei werden in vielen Internet-Foren beantwortet – jedes Jahr aufs Neue. Das zeigt, dass die Gemeinde der Buchsbaum-Besitzer noch immer steigt oder das Wissen über den Umgang mit Buchsbaum noch nicht gefestigt ist.

Dazu kommt, dass in den letzten Jahren die Zahl der angebotenen Züchtungen dieses immergrünen Baumes, der in unseren Gärten, auf Terrassen und Balkonen zumeist als Formgehölz oder als Hecke ständig gewachsen ist. Mit dem großen Interesse ist nicht nur das Angebot von oftmals laienhaften Beiträgen im Internet gestiegen, sondern auch die Anzahl der Bücher, die sich mit den Arten, der Pflege und dem Schnitt von Buchsbaum befassen.

Vier dieser kleinen und erschwinglichen Bücher möchte ich hier vorstellen.

Gerda Torniepoth beschreibt in Buchs im Garten (BLV Verlag) zunächst die Pflanze an sich und zeigt Bilder von Buchsbaum-Gartenkunst in Parks, gibt aber auch einige Beispiele für Buchs im Garten und beschreibt diese.

Im zweiten Teil werden die schönsten Arten und Sorten beschrieben. Diese sind nach der geeignetsten Verwendung sortiert: Sorte für Beeteinfassungen, für Steingärten, für höhere Hecken und solche, die sich als Solitäre eignen. Die Beschreibungen sind kurz, beinhalten aber die notwendigen Informationen. Die unterschiedlichen Charakteristika sind in den Abbildungen für den Laien nicht immer erkennbar und in diesem teil erkennt man auch, dass das Layout etwas bieder, wenn nicht gar ein wenig veraltet ist.

In einem weiteren Kapitel werden die unterschiedlichen Verwendungsarten im Garten ausgeführt, auch gestalterische Tipps für Buchsgärten werden gezeigt. Dabei zeigt Gerda Torniepoth auch die Strukturen von Labyrinth-, Knotengärten und Arabesken. Das ist zwar interessant, für die meisten von uns mit kleinen Gärten oder Buchs in Kübeln aber nicht in die Praxis umsetzbar.

Warum das Kapitel Formschnitt allerdings aufgeteilt ist und unterbrochen wird durch die Informationen zu Vermehrung und Pflege ist mir nicht verständlich. Die Tipps für das richtige Werkzeug, der Umgang damit und das wichtige „Wann“, „Wie“ und „Wieviel“ des Formschnitts sind jedoch recht ausführlich und verständlich beschrieben. Ebenso dargestellt ist die vermehrung und die Pflege. Kurze Kapitel über Schädlinge und Krankheiten sowie über den Buchsbaum in Kunst, Magie und Volksmedizin schließen das Buch ab.

Fazit: Gut brauchbares Buch zur Information über Schnitt und Pflege des Buchsbaums, Mängel in der fotografischen Darstellung der unterschiedlichen Arten

Buchs & Co gut in Form von Antje Ferstl (GU Pflanzenratgeber) ist ein Buch nicht nur über Buchsbaum, es enthält auch Pflanzenporträts der japanischen Azalee und einigen immergrünen Formgehölzen.

Letztere Auswahl erscheint recht willkürlich und ist unvollständig. Die Porträts der Buchsbaum-Arten nach Verwendungsmöglichkeiten sind ausführlich, gut bebildert und ansprechend dargestellt.

Dem Kapitel der Pflanzenporträts ist ein größerer Teil „Pflanzen-Praxis“ vorangestellt.

Buchshecken und Beeteinfassungen pflanzen ist ein Unterkapitel darin. Viel Raum nehmen die Ausführungen zum Bepflanzen von Gefäßen und die Auswahl der Gefäße ein inklusive der Besonderheiten der Pflege der Kübelpflanzen. Dem Schnitt, besonders dem Formschnitt von Solitären wird großer Raum eingeräumt. Alles Wichtige wird verständlich dargestellt.

Sehr übersichtlich ist das Pflege-Einmaleins dargestellt, insbesondere auch während des Winters.

Die Buchsvermehrung wird textlich ausführlich behandelt, ist von den Abbildungen jedoch dürftig.

Fazit: Dieses Büchlein beinhaltet mehr Informationen für die Buchs-im-Kübel-Besitzer, stellt in den Pflanzenporträts aber auch die verschiedenen Arten sehr gut dar, beinhaltet aber auch Dinge, die mit dem Buchs nicht in direktem Zusammenhang stehen. Optisch sehr ansprechendes Buch.

Buchs von Katharina Adams (Kosmos/Mein schöner Garten) ist das schmalste der vorgestellten Bücher , erhebt aber den Anspruch Profi-Tipps zu geben, erweist sich meines Erachtens als der schwächste Ratgeber zum Thema Buchs in meinem Bücherregal.

Zwar wird ausführlich über die Gestaltung von Buchs geschrieben, der Praxis-Teil erscheint jedoch etwas dürftig und die auf dem Umschlag angekündigten Profi-Tipps beschränken sich auf mickrige fünf, Tipps, die in allen anderen Büchern ebenfalls zu finden sind und nicht als die großen Knaller eingeordnet werden können. Die Vorstellung der besten Sorten beruht auf einer guten Auswahl und beschreibt die wichtigsten Charakteristika.

Formschnitt von Dorothée Wächter (BLV Verlag) behandelt Buchsbaum nur als eine von vielen Pflanzenarten, die für Formen und Figuren geeignet sind.

Dies ist mehr ein Buch für Leser, die sich mit dieser Art von Gartenkunst beschäftigen und wissen wollen, wie Gärten mit derartig geformten Pflanzen mit Hecken, geformten Pflanzengruppen und Solitären geplant werden, entstehen und aufgebaut sind. Neben der großen Gartenkunst wird aber auch beschrieben, was mit Beeteinfassungen und Solitären in unseren kleineren Gärten, auf Terrasse und Balkon geschaffen werden kann. Ein Kapitel mit Porträts von Formschnittgehölzen beinhaltet dieses Buch ebenso, wobei der Buchsbaum allerdings nur eine unter mehr als 30 beschriebenen Pflanzen ist. Der richtige Schnitt und Formschnitt fehlt auch hier nicht, wobei dieser Teil für mich ein wenig unübersichtlich ist, andererseits aber auch Tipps enthält, die in den anderen Büchern fehlen.

Fazit: Dies ist weniger ein Praxisbuch als vielmehr überwiegend eine Beschreibung der gestalterischen Möglichkeiten, die der Formschnitt bietet.

Wer sich mit Buchsbaum beschäftigt – das geht aus allen diesen Büchern hervor – braucht Geduld, denn auch schnell wachsende Arten benötigen einige Jahre, bis sie in Größe und Form unserer Vorstellung entsprechen. Ein gut gefüllter Geldbeutel tut es allerdings auch, um gleich die fertige Skulpturen oder Hecken zu verfügen – aber daran hätte ich keinen Spaß. Spaß macht mir, den Buchsbaum wachesen zu sehen und ihn nach meinen Vorstellungen zu formen.

Formschnitt aber bedeutet immer – und das wird in jedem Buch gesagt – sich in Geduld üben (es kann viele Jahre dauern, bis man das gewünschte Ergebnis hat) und üben.

Parco Giardino Sigurtá in Valeggio sul Mincio (Verona)

Buchsbaum in jeder Form und Größe, als Bäume, Einfassungen und Formschnitte, das alles wächst hier in dem riesigen, gepflegten 60 Hektar großen Park.

Der Park kann richtig “erwandert” werden ,  der Weg ist rund 7 Km lang, dazwischen liegen Wiesen und Plätze an kleinen Weihern oder unter Bäumen. Dort kann man rasten und den Park relaxierend genießen.

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Als Buchsbaum-Fan begeistert mich neben der Größe und Weite des Parks selbstverständlich der Buchsbaum-Bewuchs.

So etwas hatte ich bis zu meinem ersten Besuch noch nie gesehen. Wie groß die frei wachsenden BuchsBÄUME werden können sieht man auf dem folgenden Foto, auf dem der Stein etwa mannshoch ist.

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Unter www.sigurta.it ist der Park ausführlich beschrieben. Eine üppige Fotogalerie zeigt die Schönheit der Anlage, die zu den Grandi Giardino Italiani gehört. Siehe dazu auch die Website www.grandigiardini.it

Auf den Bildern erkennt man, dass es natürlich mehr gibt, als nur Buchsbaum in jeder Variation. Das Gartenjahr wird hier in fünf Blütezeiten eingeteilt: Tulpen, Iris, Rosen, Seerosen und im Herbst die Astern).

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Die Familie Sigurtá hatte hier von Alters her die Rechte, das Wasser des Munico zu nutzen und wandelte so einen alten Obst- und Gemüsegarten, das trockene aber fruchtbare Moränenland ab 1941 in einen der angeblich fünf schönsten und außergewöhnlichsten Gartenanlagen der Welt zu entwickeln. Seit 1978 ist der Garten öffentlich zugänglich.

In diesem Jahr wurde noch ein „didaktischer Bauernhof“ auf dem Gelände eröffnet, der unter anderem eine große Zahl vo Geflügelsorten zeigt.

Der Park bietet sich an als Tagesausflug für Besucher Veronas oder des Gardasees  und bietet den krassen Gegensatz zu den belebten Straßen der Städte wie Verona oder denen am See. Ein Aufenthalt dort ist wie das Eintauchen in eine andere Welt in ein grünes und blühendes Meer. Allerdings hat der Garten auch im Herbst, wenn die Blüten rarer werden und Nebel aufzieht seine Reize.

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Er liegt in dem Örtchen Valeggio sul Mincio, ca eine Viertelstunde von Peschiera entfernt.

Der Park ist von Anfang März bis Anfang November geöffnet, täglich von 9-19 Uhr (im März, Oktober und November nur bis 18 Uhr), Hunde sind nicht erlaubt, ebenso nicht das Grillen. Zum Picknicken sind Plätze in der Nähe der vier Kioske ausgewiesen, die Getränke, Eis und Brötchen bieten. Besucher, die nicht so gern laufen können oder wollen, können  mit einem kleine Zug fahren. Der ist für Kinder unter 1 m und 100% Schwerbehinderte kostenlos. Man kann sich auch ein Fahrrad oder ein Golfcart leihen. Diese Fortbewegungshilfen kosten dann natürlich einige Euros.

 P.S. Beim nächsten Besuch im kommenden Jahr werde ich digital fotografieren, um den Garten aus meinem Blickwinkel zu zeigen. Die hier gezeigten Fotos wurden mir von der Direktion des Parks freundlicherweise zur Verfügung gestellt und sind deren Eigentum.

Der Buchsbaum und die Vermehrung

Die einfachsten Methoden sind häufig die erfolgreichsten.

Das trifft auch auf die Vermehrung von Buchsbaum zu.

Komplizierte Methoden, die ich hier nicht vorschlagen werde, die aber ab und an durch die Literatur geistern, sind vermutlich von professionellen Buchsbaumzüchtern geschrieben, um zu vermeiden, dass Laien ihre 10, 20 oder noch ein paar mehr neue Pflanzen ziehen. Ich stelle hier zwei sehr leichte Methoden vor, mit denen ich über viele Jahre praktisch nie Misserfolge gehabt habe.

Vermehrung durch Stecklinge

Nichts leichter als das. Nach Tradition alter Bauerngärten habe ich wild wachsende Buchsbäume. Die werden dazu genutzt, dass ab und zu zu Dekorationszwecken zum Beispiel für Tischschmuck oder zum Binden eines Kranzes Zweige abgeschnitten werden. Das geht ja bei Formschnitt-Buchsen nicht. Außerdem können von einem Wildwuchs auch Stecklinge gewonnen werden. Ich reiße mir diese (daher werden sie auch Risslinge genannt) aus den Zweigachseln.

Rissling

Rissling

Dazu achte ich darauf, dass die Zweige am besten vom Vorjahr sind, also bereits ein etwas holziges Unterteil haben. Ganz junge Triebe verwelken leicht, wenn man sie steckt. Die Rissstelle soll ruhig rissig, also nicht geschnitten sein, damit sich an der Stelle ein möglichst großer Kalluswulst bilden kann, aus dem dann die Wurzeln treiben.

Rissstelle

Rissstelle

Von dem Rissling, der 10-15 cm lang sein soll, trenne ich die unteren Blätter ab und stecke ihn zu 2/3 in die Erde. Der Boden soll leicht und humös sein, aber auch mit lehmhaltigen Boden gelingt die Zucht, übrigens auch mit geschnittenen Stecklingen. Ich stecke die Zweige im Abstand von 10-20 cm, je nachdem wielviel ich setze oder wie viel Platz ich zur Verfügung habe in die Nähe von Pflanzen, die häufig gegossen werden. Gerda Tornieporth berichtet in ihrem Buch „Buchs im Garten“ von der Methode, die Stecklinge in ein Schnittlauchbeet zu setzen, weil der Schnittlauch ein Wachstumshormon bildet, dass den Buchs zur Bewurzelung stimuliert. Meine Stecklinge wachsen auch ohne die Nähe zu Schnittlauch an, ob langsamer habe ich nicht getestet. Die beste Zeit, Stecklinge zu setzen ist im Frühjahr oder im September/Oktober, also nicht bei Frost oder Perioden längerer Trockenheit wie im Sommer. Nach einem Jahr haben sich dann schon Wurzel gebildet. Entweder, man lässt bei genügend Platz die Stecklinge die nächsten zwei bis drei Jahre dort stehen und hält sie recht kurz, oder sie werden nach den ersten jahr verpflanzt. Dieses Verpflanzen kann auch in Töpfe geschehen, darin sollen sie stärker Wurzeln. Ich beschränke mich auf die erste – buchsbaumunsoziale – Variante. Nach diesem Zeitraum von zwei bis drei Jahren sind die kleinen Pflanzen dann schon soweit, dass sie zu Beeteinfassungen „verarbeitet“ werden können oder sie in Richtung Formschnitt dressiert werden können. Aus solchen Stecklingen können auch Bäumchen gezogen werden. Hier achte ich darauf, dass ich den unteren Teil des Stammes immer frei von Blättern und trieben halte.

Stecklinge können auch erfolgreich in Töpfen auf der Terrasse oder dem Balkon gezogen werden. Hierbei sollten sie im Frühjahr gesetzt werden, damit sie zum Winter bereits unempfindlicher gegen Frost sind als im Herbst gesteckte.

Bewurzelung nach knapp 1 Jahr, vor den ersten Austrieb

Bewurzelung nach knapp 1 Jahr, vor dem 1. Austrieb

Ebenso können Stecklinge auch von Formschnitt-Buchsbäumen  abgezwackt werden. Dabei sollte man natürlich darauf achten, dass kein allzu sehr sichtbares Loch in die Form gerissen wird.

Die zweite Möglichkeit ist die

Vermehrung durch Teilung

Hierzu werden Buchsbaumpflanzen aus der Erde genommen und die Pflanze mit Wurzelballen und Trieben geteilt. Diese Verfahren bietet sich besonders an, wenn man bereits über dichte Hecken oder Beeteinfassungen verfügt. Auf diese Weise können die Beeteinfassungen längenmäßig kurzfristig fast verdoppelt werden. Beste zeit für diese Arbeit ist Ende April/Mai. Das ist übrigens auch eine Methode, um kahle Stellen in Betteinfassungen oder Hecken zu beseitigen.

Eine weitere Methode der Vermehrung ist die

Vermehrung aus Samen

Hierzu muss man jedoch einen freiwachsenden Buchsbaum haben – oder wissen, wo einer wächst – und ihm den Samen, der in kleinen Fruchtkapseln ist , entnehmen. Angeblich soll auch diese Methode problemlos funktionieren. Dazu braucht man aber noch mehr Geduld. Ich werde es gelegentlich mal probieren, da einer meiner frei wachsenden Büchse dieses Jahr wieder geblüht hat und Fruchtansätze zeigt.

Fruchtkapsel im April

Mithilfe der Vermehrung aus Samen können auch neue Sorten gezüchtet werden, aber das sollte zunächst nicht unser Ziel sein.