Das Dreiecksbuch – Seltene Buchformen Teil 3

Eine meiner Lieblingsbuchformen ist das Dreiecksbuch.

Es ist für mich so faszinierend, weil es wie eine Skulptur wirkt, wenn es einzeln hingestellt wird. So ein Dreiecksbuch als Gästebuch in der Diele auf einer Ablage zwischen hübschen anderen Dingen, das macht schon was her.

Die Fläche des Buches ist ein gleichseitiges Dreieck. Ein Dreieck mit drei Winkeln zu je 60°.

Da musste ich meinen alten Zirkel wieder auspacken und mit Seitenhalbierender, Lot, rechtem Winkel und Zirkelschlag arbeiten, um zunächst so etwas wie ein Schnittmuster für den Buchblock und später dann für den Einband zu entwerfen.

Erwähnt wird das Dreiecksbuch in der Literatur verschiedentlich. Heinz Petersen (Bucheinbände, Graz 1988) bezieht sich auf ein Dreiecksbuch aus Frankreich aus dem 18. Jahrhundert und auch Fritz Wiese (Der Bucheinband, Stuttgart 1964) zeigt in einer Skizze die Dreiecksform mit dem Hinweis „18.Jahrhundert Frankreich“. Inzwischen gibt es auch Deutschland einige Buchbinder, die diese Form wieder entdeckt haben.

Darüber hinaus gibt es die Form inzwischen – allerdings in Heftform  und mit einer Spiralheftung – mit Gedichten bedruckt. Als gedrucktes Buch in gebundener Form aus neuerer Zeit habe ich es noch nicht gefunden.