Buchsbaum – Bücher zu Pflege, Schnitt, Gestaltung mit Buchs und Sorten

Die am meisten diskutierten Fragen bei Buchsbaum beziehen sich auf den Schnitt und dessen Zeitpunkt sowie die Pflege im Winter. Interessant ist aber auch die Sortenvielfalt, die unterschiedliche Verwendung und Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei werden in vielen Internet-Foren beantwortet – jedes Jahr aufs Neue. Das zeigt, dass die Gemeinde der Buchsbaum-Besitzer noch immer steigt oder das Wissen über den Umgang mit Buchsbaum noch nicht gefestigt ist.

Dazu kommt, dass in den letzten Jahren die Zahl der angebotenen Züchtungen dieses immergrünen Baumes, der in unseren Gärten, auf Terrassen und Balkonen zumeist als Formgehölz oder als Hecke ständig gewachsen ist. Mit dem großen Interesse ist nicht nur das Angebot von oftmals laienhaften Beiträgen im Internet gestiegen, sondern auch die Anzahl der Bücher, die sich mit den Arten, der Pflege und dem Schnitt von Buchsbaum befassen.

Vier dieser kleinen und erschwinglichen Bücher möchte ich hier vorstellen.

Gerda Torniepoth beschreibt in Buchs im Garten (BLV Verlag) zunächst die Pflanze an sich und zeigt Bilder von Buchsbaum-Gartenkunst in Parks, gibt aber auch einige Beispiele für Buchs im Garten und beschreibt diese.

Im zweiten Teil werden die schönsten Arten und Sorten beschrieben. Diese sind nach der geeignetsten Verwendung sortiert: Sorte für Beeteinfassungen, für Steingärten, für höhere Hecken und solche, die sich als Solitäre eignen. Die Beschreibungen sind kurz, beinhalten aber die notwendigen Informationen. Die unterschiedlichen Charakteristika sind in den Abbildungen für den Laien nicht immer erkennbar und in diesem teil erkennt man auch, dass das Layout etwas bieder, wenn nicht gar ein wenig veraltet ist.

In einem weiteren Kapitel werden die unterschiedlichen Verwendungsarten im Garten ausgeführt, auch gestalterische Tipps für Buchsgärten werden gezeigt. Dabei zeigt Gerda Torniepoth auch die Strukturen von Labyrinth-, Knotengärten und Arabesken. Das ist zwar interessant, für die meisten von uns mit kleinen Gärten oder Buchs in Kübeln aber nicht in die Praxis umsetzbar.

Warum das Kapitel Formschnitt allerdings aufgeteilt ist und unterbrochen wird durch die Informationen zu Vermehrung und Pflege ist mir nicht verständlich. Die Tipps für das richtige Werkzeug, der Umgang damit und das wichtige „Wann“, „Wie“ und „Wieviel“ des Formschnitts sind jedoch recht ausführlich und verständlich beschrieben. Ebenso dargestellt ist die vermehrung und die Pflege. Kurze Kapitel über Schädlinge und Krankheiten sowie über den Buchsbaum in Kunst, Magie und Volksmedizin schließen das Buch ab.

Fazit: Gut brauchbares Buch zur Information über Schnitt und Pflege des Buchsbaums, Mängel in der fotografischen Darstellung der unterschiedlichen Arten

Buchs & Co gut in Form von Antje Ferstl (GU Pflanzenratgeber) ist ein Buch nicht nur über Buchsbaum, es enthält auch Pflanzenporträts der japanischen Azalee und einigen immergrünen Formgehölzen.

Letztere Auswahl erscheint recht willkürlich und ist unvollständig. Die Porträts der Buchsbaum-Arten nach Verwendungsmöglichkeiten sind ausführlich, gut bebildert und ansprechend dargestellt.

Dem Kapitel der Pflanzenporträts ist ein größerer Teil „Pflanzen-Praxis“ vorangestellt.

Buchshecken und Beeteinfassungen pflanzen ist ein Unterkapitel darin. Viel Raum nehmen die Ausführungen zum Bepflanzen von Gefäßen und die Auswahl der Gefäße ein inklusive der Besonderheiten der Pflege der Kübelpflanzen. Dem Schnitt, besonders dem Formschnitt von Solitären wird großer Raum eingeräumt. Alles Wichtige wird verständlich dargestellt.

Sehr übersichtlich ist das Pflege-Einmaleins dargestellt, insbesondere auch während des Winters.

Die Buchsvermehrung wird textlich ausführlich behandelt, ist von den Abbildungen jedoch dürftig.

Fazit: Dieses Büchlein beinhaltet mehr Informationen für die Buchs-im-Kübel-Besitzer, stellt in den Pflanzenporträts aber auch die verschiedenen Arten sehr gut dar, beinhaltet aber auch Dinge, die mit dem Buchs nicht in direktem Zusammenhang stehen. Optisch sehr ansprechendes Buch.

Buchs von Katharina Adams (Kosmos/Mein schöner Garten) ist das schmalste der vorgestellten Bücher , erhebt aber den Anspruch Profi-Tipps zu geben, erweist sich meines Erachtens als der schwächste Ratgeber zum Thema Buchs in meinem Bücherregal.

Zwar wird ausführlich über die Gestaltung von Buchs geschrieben, der Praxis-Teil erscheint jedoch etwas dürftig und die auf dem Umschlag angekündigten Profi-Tipps beschränken sich auf mickrige fünf, Tipps, die in allen anderen Büchern ebenfalls zu finden sind und nicht als die großen Knaller eingeordnet werden können. Die Vorstellung der besten Sorten beruht auf einer guten Auswahl und beschreibt die wichtigsten Charakteristika.

Formschnitt von Dorothée Wächter (BLV Verlag) behandelt Buchsbaum nur als eine von vielen Pflanzenarten, die für Formen und Figuren geeignet sind.

Dies ist mehr ein Buch für Leser, die sich mit dieser Art von Gartenkunst beschäftigen und wissen wollen, wie Gärten mit derartig geformten Pflanzen mit Hecken, geformten Pflanzengruppen und Solitären geplant werden, entstehen und aufgebaut sind. Neben der großen Gartenkunst wird aber auch beschrieben, was mit Beeteinfassungen und Solitären in unseren kleineren Gärten, auf Terrasse und Balkon geschaffen werden kann. Ein Kapitel mit Porträts von Formschnittgehölzen beinhaltet dieses Buch ebenso, wobei der Buchsbaum allerdings nur eine unter mehr als 30 beschriebenen Pflanzen ist. Der richtige Schnitt und Formschnitt fehlt auch hier nicht, wobei dieser Teil für mich ein wenig unübersichtlich ist, andererseits aber auch Tipps enthält, die in den anderen Büchern fehlen.

Fazit: Dies ist weniger ein Praxisbuch als vielmehr überwiegend eine Beschreibung der gestalterischen Möglichkeiten, die der Formschnitt bietet.

Wer sich mit Buchsbaum beschäftigt – das geht aus allen diesen Büchern hervor – braucht Geduld, denn auch schnell wachsende Arten benötigen einige Jahre, bis sie in Größe und Form unserer Vorstellung entsprechen. Ein gut gefüllter Geldbeutel tut es allerdings auch, um gleich die fertige Skulpturen oder Hecken zu verfügen – aber daran hätte ich keinen Spaß. Spaß macht mir, den Buchsbaum wachesen zu sehen und ihn nach meinen Vorstellungen zu formen.

Formschnitt aber bedeutet immer – und das wird in jedem Buch gesagt – sich in Geduld üben (es kann viele Jahre dauern, bis man das gewünschte Ergebnis hat) und üben.

Der Buchsbaum, der Formschnitt, Zeitpunkt und Werkzeug

Buchskugeln oder Buchsbaumhecken zu schneiden ist ein Handwerk, keine Wissenschaft, vielleicht eine gewisse Kunst.

///  Achtung, ein aktuelles Thema hier: Der Buchsbaumzünsler – Erkennen und Bekämpfen  ///

Wie bei jeden Handwerk kommt es neben gutem Werkzug auf Geschick und auf den richtigen Zeitpunkt des Formschnitts an. Einen Hinweis darauf, dass Mondphasen eine wesentliche Rolle beim Gelingen der Arbeit spielt, konnte ich nicht erkennen.

Vielmehr ist es wohl letztlich auch die Erfahrung, die dazu führt, schön geschnittene Kugel, andere geometrische Figuren oder Tierformen zu erhalten oder pyramidal geschnittene Hecken oder Beeteinfassungen zu schneiden.

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Da die meisten Fragen zum Zeitpunkt des Formschnitts von Leuten gestellt werden, die sich einen Buchs als Kübelpflanze gekauft haben oder geschenkt bekommen haben, hier zunächst die einfache Antwort:

Nachdem der starke Frühjahrsaustrieb im Mai weitgehend abgeschlossen ist, sollte der Buchsbaum geschnitten werden. Als spätester Termin wird in der Literatur Johannis (24.Juni) angegeben. Ich versuche jedoch, bereits Ende Mai die Büsche und Hecken wieder in die gewünschte Form zu bringen. Der weitere Austrieb in den Sommermonaten wird dann nochmals im September auf die richtige Form getrimmt. Als Werkzeug kann eine Heckenschere oder eine Rasenkantenschere für die jungen Austriebe verwendet werden, für einen Rückschnitt in älteres Holz eine normale Rosenschere, die auch genommen werden sollte, wenn man einerseits viel Zeit für die Pflege seines Buchsbaums hat oder sicherstellen will, dass keine Blätter durchgeschnitten werden, man also jeden einzelnen zurück zu schneidenden Austrieb kürzen will, um unschön aussehende geschnittene Blätter mit braunem Rand durch den Schnitt entstehen.

Soweit die einfache Antwort und sie reicht für die meisten Fälle aus.

Nun die Version für Buchsbaumliebhaber, die tiefer in die Materie des Schnitts einsteigen wollen, die sich vielleicht Buchsbäumpflänzchen durch Vermehrung von Stecklingen (Risslingen) gezogen haben oder von kleinen Pflanzen ausgehen und sie in bestimmte Formen bringen wollen.

Formgebung fängt bereits beim Pflanzen an. Häufig ist zu sehen, dass die Pflanze zu hoch aus der Erde schaut, gleich ob sie im Beet oder im Kübel eingepflanzt ist. Wenn kein Hochstamm gezogen wird, ist darauf zu achten, dass die Kugel oder Pyramide tief genug gesetzt wird, damit Formen auf der Erde oder dem Kübel aufliegen und nicht ein paar Zentimeter über dem Boden beginnen. Es sieht nun mal in den meisten Fällen nicht so schön aus, wenn ein kahler Stamm zu sehen ist. Eine zweite Komponente sollte ebenfalls nicht außer acht gelassen werden: die Geduld, die der Buchsliebhaber braucht, wenn er die Pflanzen entwickeln möchte. Ich besitze Exemplare langsam wachsender Arten, die ich vor etwa 20 Jahren als Rissling gesetzt habe. Heute sind es recht imposante Exemplare, aber das brauchte halt viele Jahre. Wenn ich jetzt wieder auf unser Thema, das Schneiden des Buchsbaums, zurückkomme, ist es nun differenzierter zu betrachten.

Abgesehen vom Pflanzschnitt, der bei der Pflanzung eines Buchses erfolgt und bei dem die Wurzeln und Triebe leicht gekürzt werden, um stärkeres Wachstum anzuregen, wird unterschieden in den Erziehungsschnitt und den Pflege- und Erhaltungsschnitt. Das sind die beiden Formschnitte, die bei guter und regelmäßiger Pflege angewendet werden. Hinzu kommt noch der Rückschnitt.

Doch zunächst zum Pflege- und Erhaltungsschnitt: Bei bereits ausgewachsenen Exemplaren erfolgt der Schnitt im späten Frühjahr, wenn der starke Austrieb quasi beendet ist. In diesem Fall wird auf das zumeist dunklere Grün des Vorjahres zurückgeschnitten und die Pflanze erhält wieder die richtige Form und Größe. Kleinere Korrekturen können dabei bis September noch vorgenommen werden.

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Büsche oder Hecken deren Größe noch zunehmen sollen, erhalten den sogenannten Erziehungsschnitt. Diese schneide ich bereits im Mai, wenn der aller stärkste Austrieb des Frühjahrs abgeschlossen ist. Dabei wird nur ein Teil des Austriebs zurückgeschnitten, wobei ich darauf achte, dass Form und Proportion erhalten bleiben, aber auch eventuelle Fehlschnitte des Vorjahres ausgeglichen werden.

Ist die Pflanze noch klein im Verhältnis zur endgültig zu erreichenden Größe, wird kräftiger gestutzt, damit ein dichter Wuchs und eine Ausdehnung der Form nach den Seiten angeregt wird. In diesem Zustand wird kompaktes Wachstum auch dadurch unterstützt, dass noch häufiger im Jahr geschnitten wird (z.B. Ende April, Ende Mai, zu Johannis ein drittes Mal und noch einmal im September).

An sonnigen Tagen sollte allerdings die Schere am Buchs nicht eingesetzt werden, um Verbrennungen an den geschnittenen Blättern zu vermeiden. Die Pflanze nach dem Schneiden mit einem Tuch abzudecken, halte ich allerdings für übertrieben.

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Beim Schnitt ist selbstverständlich die Wahl des richtigen Werkzeugs wichtig. In Hannovers Herrenhäuser Gärten sah ich die Gärtner mit motorgetriebenen Heckenscheren arbeiten, die mit einem langen Stiel ausgerüstet sind, damit auch niedrige Beeteinfassungen im Stehen geschnitten werden können. Unsere Arbeit wird sich dagegen zumeist in der Hocke oder gar auf Knien abspielen. Ist eine Kübelpflanze noch klein und transportabel, sollte diese auf einen Tisch gesetzt werden. Das vereinfacht die Arbeit. Ich benutze bei geraden Flächen und längeren Kanten gern eine kleine Akku-Heckenschere. Der Nachteil ist hierbei, dass Blätter beim Schneiden gequetscht werden und die Quetschstellen braun und unansehnlich werden. Für den ersten Schnitt im Jahr ist das noch akzeptabel. Etwas bessere Ergebnisse werden mit einer Handheckenschere erzielt, bei weichem Austrieb, benutze ich auch eine Rasenkantenschere, noch besser soll eine Schafschere sein. Je schärfer das Werkzeug ist, desto sauberer wird der Schnitt, umso kleiner die Wunden an den Blättern und damit der Braunfärbung der Schnittstellen. Arbeitet man mit einer Rosenschere, kann man sogar die Verletzung von Blättern vermeiden, wenn man darauf achtet, dass nur die Triebe beim Schnitt getroffen werden. Das ist natürlich eine äußerst aufwändige Methode den Buchs in Form zu bringen und eignet sich nur für kleinere Pflanzen oder Pflanzen, die sehr nahe im Blickpunkt des Betrachters stehen. Natürlich kann man sich diesen Aufwand auch leisten, wenn man nur wenige Pflanzen zu schneiden hat oder über viel Zeit verfügt.

Neben dem richtigen Werkzeug werden in der Literatur verschiedene weitere Hilfsmittel empfohlen. An geraden Flächen und Kanten arbeite ich mit Schnur, Latte oder einem Brett. Kugeln schneide ich allerdings ohne dazu eine Schablone anzufertigen, wie dies zuweilen empfohlen wird. Sie bietet auch keine Gewähr für eine exakte Form, wenn der Schnitt nicht sorgfältig ausgeführt wird. Stattdessen schneide ich mir bei einer Kugel Markierungslinien. Eine rund um den „Äquator“, zusätzlich noch einige Scheitel von oben nach unten. Bei einer richtigen Kugel ist darauf zu achten, dass der Scheitel auch unten deutlich gerundet ist. Danach werden die einzelnen Segmente zwischen den Markierungslinien geschnitten.

Bei anderen freien Figuren ist ebenfalls freihändiges Schneiden angesagt. Auch hier helfen unter Umständen Markierungslinien. Außerdem ist vorsichtiges Vorgehen ratsam. Besser ist es, zu Beginn etwas weniger zu kürzen und durch Nachschneiden zu korrigieren, da Löcher zumeist erst im folgenden Jahr verwachsen und das ist halt ärgerlich. Ist bei einer Kübelpflanze mal ein kleines Missgeschick passiert, kann der Fehler zumeist auf die dem Betrachter abgewandte Seite gedreht werden.

Neben diesen Arten des Formschnitts ist zuweilen auch ein Rückschnitt in das alte Holz notwendig. Das kann sinnvoll sein, wenn die jährlichen Schnitte einmal vernachlässigt wurden oder es zu Schäden wegen Frost oder Trockenheit gekommen ist. Ein solcher Schnitt sollte im Frühjahr erfolgen, bevor der Austrieb einsetzt, am Besten in der zweiten Märzhälfte. Sieht ein Buchs dann zu lädiert und nicht präsentabel aus, habe ich ihn schon mal für ein bis zwei Jahre zur Reha in die hinterste Ecke des Gartens verpflanzt, dann aber aus dem Kübel in die Erde. Meist erholt er sich dort gut und ist später wieder vorzeigbar.

Übrigens: Im Winter nicht das Gießen der Buchse in Kübeln vergessen. Ich gieße sie auch in dieser Jahreszeit alle drei bis vier Wochen, allerdings nicht bei zu starkem Frost.

Nun wünsche ich viel Spaß beim Formschnitt der Buchsbäume, Geduld, Geschick und nicht zu vergessen: scharfe Scheren.