„Fortsetzung folgt“ oder die fast vergessene Art, einen Roman zu lesen

P1000171Für mich war  Mecki, für Mutter und Großmutter Fortsetzungsromane wie „Ein Herz spielt falsch“ und „Suchkind 312“ der eigentliche Grund, weshalb wir in den 50ern des letzten Jahrhunderts dem Erscheinen von HÖR ZU entgegengefiebert haben. Eduard Rhein, der Macher der Programmzeitschrift, schrieb die bewegenden bis rührseligen Romane unter dem Pseudonym Hans-Ulrich Horster. Sie trafen den Zeitgeist des Nachkriegsdeutschlands. Die scheibchenweise Veröffentlichung von Romanen habe ich dann jahrelang aus den Augen verloren, aber es gibt sie noch. Jetzt hat der Wiesbadener Kurier damit begonnen, Landgericht von Ursula Krechel in Folgen abzudrucken – auch ein Stoff aus jenem Nachkriegs-Deutschland. Und ich lese den Roman in Form vieler Fortsetzungen, denn ich lese Zeitung.

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