Parco Giardino Sigurtá in Valeggio sul Mincio (Verona)

Buchsbaum in jeder Form und Größe, als Bäume, Einfassungen und Formschnitte, das alles wächst hier in dem riesigen, gepflegten 60 Hektar großen Park.

Der Park kann richtig “erwandert” werden ,  der Weg ist rund 7 Km lang, dazwischen liegen Wiesen und Plätze an kleinen Weihern oder unter Bäumen. Dort kann man rasten und den Park relaxierend genießen.

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Als Buchsbaum-Fan begeistert mich neben der Größe und Weite des Parks selbstverständlich der Buchsbaum-Bewuchs.

So etwas hatte ich bis zu meinem ersten Besuch noch nie gesehen. Wie groß die frei wachsenden BuchsBÄUME werden können sieht man auf dem folgenden Foto, auf dem der Stein etwa mannshoch ist.

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Unter www.sigurta.it ist der Park ausführlich beschrieben. Eine üppige Fotogalerie zeigt die Schönheit der Anlage, die zu den Grandi Giardino Italiani gehört. Siehe dazu auch die Website www.grandigiardini.it

Auf den Bildern erkennt man, dass es natürlich mehr gibt, als nur Buchsbaum in jeder Variation. Das Gartenjahr wird hier in fünf Blütezeiten eingeteilt: Tulpen, Iris, Rosen, Seerosen und im Herbst die Astern).

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Die Familie Sigurtá hatte hier von Alters her die Rechte, das Wasser des Munico zu nutzen und wandelte so einen alten Obst- und Gemüsegarten, das trockene aber fruchtbare Moränenland ab 1941 in einen der angeblich fünf schönsten und außergewöhnlichsten Gartenanlagen der Welt zu entwickeln. Seit 1978 ist der Garten öffentlich zugänglich.

In diesem Jahr wurde noch ein „didaktischer Bauernhof“ auf dem Gelände eröffnet, der unter anderem eine große Zahl vo Geflügelsorten zeigt.

Der Park bietet sich an als Tagesausflug für Besucher Veronas oder des Gardasees  und bietet den krassen Gegensatz zu den belebten Straßen der Städte wie Verona oder denen am See. Ein Aufenthalt dort ist wie das Eintauchen in eine andere Welt in ein grünes und blühendes Meer. Allerdings hat der Garten auch im Herbst, wenn die Blüten rarer werden und Nebel aufzieht seine Reize.

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Er liegt in dem Örtchen Valeggio sul Mincio, ca eine Viertelstunde von Peschiera entfernt.

Der Park ist von Anfang März bis Anfang November geöffnet, täglich von 9-19 Uhr (im März, Oktober und November nur bis 18 Uhr), Hunde sind nicht erlaubt, ebenso nicht das Grillen. Zum Picknicken sind Plätze in der Nähe der vier Kioske ausgewiesen, die Getränke, Eis und Brötchen bieten. Besucher, die nicht so gern laufen können oder wollen, können  mit einem kleine Zug fahren. Der ist für Kinder unter 1 m und 100% Schwerbehinderte kostenlos. Man kann sich auch ein Fahrrad oder ein Golfcart leihen. Diese Fortbewegungshilfen kosten dann natürlich einige Euros.

 P.S. Beim nächsten Besuch im kommenden Jahr werde ich digital fotografieren, um den Garten aus meinem Blickwinkel zu zeigen. Die hier gezeigten Fotos wurden mir von der Direktion des Parks freundlicherweise zur Verfügung gestellt und sind deren Eigentum.

Grandi Giardini Italiani

60 öffentliche Gärten in Italien und einer in Malta sind zu dieser Vereinigung zusammengefasst.

Auf der Website www.grandigiardini.it sind alle aufgelistet. In diesem Jahr habe ich die beiden dazu gehörigen Gärten auf den borromäischen Inseln im Lago Maggiore besucht, ebenso den botanischen Garten der Villa Taranto. Auch in dem Giardino Botanico Heller am Gardasee war ich bereits – mehrmals. Für frei wachsende Buchsbäume und Buchsbaum überhaupt bietet sich natürlich die Besichtigung des Parco Giardino Sigurtá in der Provinz Verona an, der auch zu den „Grandis“ gehört.  Für Gartenfreunde sind diese Anlagen ein echtes Erlebnis.

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Die deutsche Version der Website gibt zum Teil in einer grauseligen Übersetzung einen kurzen Überblick über die Gärten – wenn auch nicht besonders gut und präzise, nicht immer sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten darin beschrieben. Zur Orientierung langt es aber alle Mal. Die englische Version und selbstverständlich die italienische bieten über die Beschreibung der Gärten auch noch Literatur an. Mein Versuch, den Newsletter zu abonnieren schlug leider fehl.

Trotzdem: Reinschauen lohnt sich für alle, die bei einem Urlaub in Italien auch mal einen schönen Park oder Garten besuchen wollen.

Botanische Gärten der Villa Taranto am Lago Maggiore

224 AUFEINANDERFOLGENDE TAGE NATURSPEKTAKEL, das ist eine Werbung, mit der die botanischen Gärten der Villa Taranto auf ihrem Flyer, der in den Hotels rund um den Lago Maggiore ausliegt, auf Zehntausende von Pflanzen auf 16 Hektar Land aufmerksam machen.

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Als wir Ende Juni diesen Garten besuchten, war das Spektakel nicht gar so spektakulär, aber immerhin eines der interessantesten der Region. Die riesige Zahl der Azaleen und die etwa 500 Rhododendrenarten  waren naturgemäß verblüht, die Dahlien im Labyrinthgarten zeigten Knospen und nur vereinzelt Blüten. Aber auch wenn nun gerade diese beiden zu den Hauptattraktionen zählenden Bereiche nur grün waren,  gab es doch eine Vielzahl von blühenden Pflanzen wie den zahlreichen Hortensien, die hier in großer Artenvielfalt gezeigt werden. Wir sahen außerdem riesige farbenprächtige Petunienbeete, Wasserrosen, Nelumbium, Hibiscus und Magnolienbäume. Interessant war für mich auch die Artenvielfalt der gezeigten Ahornbäume und –büsche.

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Für die eine der Hauptattraktionen, einer riesigen Victoria Cruziana, steht ein großes Bassin in einem Gewächshaus zur Verfügung. Die Pflanze mit ihren Blättern von ca. zwei Metern Durchmesser , füllt das gesamte Becken von etwa 15 Metern Länge und 5 Metern Breite aus.

Von den Hortensien hat mich besonders die Hydrangea Quercifolia wegen ihrer Blätter begeistert, die eichenlaub- oder ahornartig aussehen.

Eine Art Wasserrose, die Nelumbo Nucifera, wirkte durch ihre Blüte – transparent wie aus feinstem Porzellan.

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So entdeckt man auf einem Rundweg von zwei Kilometern eine Pflanze nach der anderen. Dazwischen trifft man auf einen Puttenspringbrunnen, einen Terrassengarten mit einigen Wasserbecken und –spielen, dem Gewächshaus mit der Victoria und dem Mausoleumskapelle.

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Die Villa Taranto ist allerdings inzwischen vom Park abgegrenzt und kann nicht besichtigt werden. Sie ist Sitz der Präfektur der Provinz Verbano.

 Wir danken dem schottischen Hauptmann Neil McEacharn, der die Villa  Taranto aus einem Vorläufer umgestaltet hat und in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts diese Gärten zu einem wirklich schönen Park entwickelt hat. Hier hat ein Schotte nicht gegeizt und eine umfangreiche Sammlung von inzwischen 20.000 Arten aus der Pflanzenwelt angelegt. Inzwischen gehört die Anlage dem italienischen Staat, der ihn von McEacharn mit der Auflage bekommen hat, sie auszubauen und zu erhalten.

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Der Park gehört zum Verband Grande Giardini Italiani, deren Website www.grandegiardini.it  weitere sehenswerte Gärten in Italien aufführt, unter anderem auch die beiden auf den nahegelegenen borromäischen Inseln, Isola Bella und Isola Madre. Geöffnet ist der Park von Ende März bis zum 1. November – 224 Tage.

Und zum Schluß noch ein Bild vom Belvedere in Richtung Intra:

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Borromäische Inseln im Lago Maggiore

Zu einem Urlaub am Lago Maggiore oder dessen Umgebung gehört ein Ausflug zu den borromäischen Inseln. Man erreicht sie per Schiff von jedem Ort des Sees, der kürzeste Weg über Wasser ist der von Stresa.

Isola Madre

Die Isola Madre ist die größte der Inseln mit einem kleinen Palazzo, der ein Museum für Puppen und Puppentheater beherbergt , und der herrlichen englischen Parklandschaft – diese „Mutterinsel“  ist für mich die eigentliche Isola Bella dieser Inselgruppe im Lago Maggiore.

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1823 und 1825 wurde hier ein etwa 8 Hektar großer Englischer Garten geschaffen. Auftraggeber waren Mitglieder der Familie Borromeo, die diese Insel seit Jahrhunderten besitzen. Neben Pflanzen aus aller Welt einschließlich Bananenstauden und riesigen Bambusgruppen, findet man hier Rhododendren und Azaleen.

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Die größte botanische Attraktion scheint jedoch ein sehr alter Baum zu sein, der vor 3 Jahren durch einen Sturm entwurzelt wurde und inzwischen durch viele Seile gesichert wieder aufgerichtet ist und gerettet scheint. Es handelt sich um die angeblich größte Himalaya Zeder Europas, auch Kaschmir Zypresse genannt.

Zwischen den vielfältigen Pflanzen laufen ein paar Pfaue umher, von denen einer freundlicherweise ein Rad schlug, als wir mit der Kamera vor ihm auftauchten.

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Die Ausstellung der Puppen und Marionetten ist einen Besuch des Palazzos wert. Hier hat uns besonders das Marionettentheater  der Palastbesitzer und die anderen ausgestellten Puppentheater gefallen, einschließlich des gruselig wirkenden Höllentheaters mit einer Höllenorgel die gar fürchterliche Geräusche machen soll, sozusagen das „Kinderschrecktheater“. Ich nehme aber an, dass es vornehmlich zur Belustigung  Erwachsener diente.

Nach dem Besuch von Garten und Palast kann man sich noch in ein kleines Restaurant setzen und aus das nächste Schiff warten, das uns auf die nächste Insel brachte.

Isola Bella

Aus einer kleinen felsigen Insel, auf der sich einige Fischer angesiedelt hatten, entstand zwischen 1632 und 1671 eine pompöse Anlage aus Palazzo und einer Gartenanlage vom Feinsten.

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So wurde denn die Insel in Isola Bella umbenannt – einer Übersetzung bedarf es sicher nicht – nachdem sie zuvor Isola Inferiore (Kleinere Insel)  oder auch Isola di sotto (Untere Insel) hieß.

Zwischendurch hatte die Insel noch einen anderen Namen: Isola Isabella, benannt nach der Frau von Carlo III. Borromeo, der diese Anlage für seine Frau Isabella erbauen wollte. Genau wie die Felsen, die beim Bau geschliffen wurden, wurde dann der Name zu Bella geschliffen.

 Entstanden ist ein Kunstwerk, dass aus der richtigen Perspektive aus der Luft fotografiert wie ein Schiff aussieht. Mit der richtigen Perspektive ist gemeint, dass dabei das restliche Dörfchen nicht sichtbar hinter den Mauern der Anlage liegt.

 Wir erreichten die Insel per Linienschiff und gingen zunächst durch das vormals idyllische Fischerdörfchen, heute die Meile mit Restaurants und insbesondere dem permanenten 365-Tage Markt mit Souvenirs und Billig-Klamotten.

 Den Palazzo durcheilten wir auf fast kunstbanausige Weise, da unser Ziel der Garten war. Säle, Salons und ein monumentales Treppenhaus sind zwar beeindruckend – auch zumeist pompös eingerichtet und an den Wänden mit jeder Menge Bildern und Gobelins (Letztere vom Feinsten) behängt, die interessantesten Teile des Palazzos waren für mich die Grotten, mit den Mosaiken an Boden Wänden und zum Teil Decken, sowie den  Stuckdekorationen. Derartiges hatte ich bisher noch nicht gesehen.

 Nach dem Slalom durch den Palazzo traten wir in die frühbarocke Gartenanlage ein. Wir gelangten über einen Platz  zum riesigen Teatro Massimo, einer Art Amphitheater.

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Das ist eine Kulisse – eine riesige Wand – in der sich in mehreren Etagen Nischen mit diversen Skulpturen befinden: Muscheln und allegorische Figuren. Gekrönt wird dieses pyramidenförmige Gesamtmonument durch ein Einhorn auf der Spitze, dem Wappentier der Borromeos. Der Park selbst ist teilweise streng geometrisch angelegt unter anderem auch mit Buchsbaumparterren, die allerdings abgesperrt waren. Eine Vielzahl von Pflanzen ist hier zu sehen: Hortensien, Azaleen, Rhododendren, Kamelien und andere Exoten, dazu eine Reihe mit Tee- und Kaffeepflanzen sowie diversen Kräutern. Riesige formgeschnittene Eiben sind weitere Hingucker.

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 Der Garten ist eine fantastische Anlage, zusammen mit dem Palast ein äußerst sehenswertes Kunstwerk.

 Wir gingen zurück durch den Permanentmarkt zum Anleger. Jugendliche Schulausflügler mit riesigen Schwerter, wohlverpackt in großen Pappschachteln, warten mit uns auf das Schiff. Schwerter, das scheint die Hauptattraktion für die 14-15 Jährigen Pennäler auf der Isola Bella gewesen zu sein.

 Zum Abschluss unseres Ausflugs besuchen wir die dritte der Inseln, die öffentlich zugänglich ist.

 Isola dei Pescatori

 Diese kleine Insel stellt sich als idyllisches Fischerdörfchen dar – ohne Palazzi und Parks wie bei den beiden bekannteren Inseln. Tatsächlich ist der Touristenandrang hier weitaus geringer, obgleich einige vermeintlich gute Fischrestaurants Anziehungspunkt von Touristen sind.

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Etwas abseits – wenn man das über so eine kleine Insel mit ca. 50 Häusern überhaupt schreiben kann – ist Platz  in kleinen Restaurants, mit der Möglichkeit sich zu erfrischen und von dem Insel-Hopping auszuruhen.

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Das haben wir nach der Besichtigung der beiden großen Inseln hier getan und sind dann wieder mit dem Linienschiff zurück nach Cannobio gefahren.