Agnes Gramming-Steinland: Biotologe Yann…spricht mit dem Wolf

20160629_164937-1Die zweite Station auf der Reise um die Welt des fünfjährigen Biotologen Yann ist der Regenwald im kanadischen British Columbia. Hier erfährt Yann, dass es auch auf der nördlichen Erdhälfte Regenwälder mit uralten Bäumen und üppiger Vegetation gibt, mit riesigen Schwärmen von Mücken und einer Vielzahl anderer großer und kleiner Tierarten. Während er von einer Fee geführt wird, hat Yann nur ein Ziel: Er möchte die Wölfe in diesem Territorium besuchen und kennenlernen. Die Fee ermöglicht ihm diesen Wunsch und so kommt es zu der Begegnung von dem kleinen Forscher mit den Wölfen.

Eine Geschichte, in der eine Fee einen kleinen Jungen durch den Regenwald führt, und Yann, der dann mit den Wölfen spricht: Dies ist eine Geschichte vornehmlich für Kinder im Vorschulalter und in den ersten Klassen der Grundschule. Sie erfahren darin, wie es in einem Regenwald aussieht, der sich auf der nördlichen Erdhälfte auf der Höhe von Dänemark und Deutschland befindet. Und dann gibt es dort auch noch Wölfe. In ihrer gewohnten Umgebung und fernab von Menschen können sie in Kanada viel freier leben als im dichtbesiedelten Mitteleuropa und das erkennen wir auch an den herrlichen Bilder in diesem Buch.

Allerdings dauert es eine ganze Weile, bis Yann die Wölfe findet und für mich kommen sie dann  etwas zu kurz in diesem Buch, von dem ich vom Titel her annahm, dass die Wölfe mehr im Mittelpunkt stehen würden. Dass recht wenig über sie zu erfahren ist, ist einerseits enttäuschend. Andererseits habe ich nun eine gute Vorstellung vom Regenwald British Columbias und dem Leben darin – und das ist auch ein ganz tolles Erlebnis.

Zudem gibt es am Ende des Buches ein ausführliches Glossar über British Columbia, mit seiner Geografie, dem Ökosystem, Flora und Fauna, der Gefährdung des Regenwaldes durch intensive Holzwirtschaft mit viel Kahlschlag sowie den spärlichen Maßnahmen zum Schutz dieses Ökosystems Es wurde von Michael Steinland erstellt und das Stichwort „Fauna“ enthält dann doch einiges Wissenswerte über die Wölfe.

Die Fotografien stammen von Jim Gramming und Agnes Gramming-Steinland führt ihren Biotologen Yann durch die Natur zu den Wölfen und hat die Geschichte aufgeschrieben.

Zusammen mit den herrlichen Fotos und dem Glossar fügt sich dieses Abenteuer von Yann zu einem gelungenen „All-Age-Abenteuer- und – Sachbuch“ zusammen.

Erschienen ist die Reihe „Biotologe Yann…“ bei Tlele BooksUnter dem Sticwort Fauna

 

 

Agnes Gramming-Steinland: Biotologe Yann…baut mit dem Biber

20160511_123859Elf Abenteuer hat der junge Biotologe Yann bereits in aller Welt erlebt, nun ist er kurz vor der Einschulung zurück in seiner Heimat, der Uckermark, und geht erneut einem Abenteuer entgegen. An von Klimawandel bedrohten Plätzen hat er die von seinen Eltern inszenierten Geschichten erlebt – in der Arktis, am Great Barrier Reef, über der Serengeti und an anderen spektakulären Orten mit exotischen Landschaften, Flora und Fauna (Band 1 bis 11 der Reihe „Biotologe Yann reist um die Welt“). Dieses 12. Abenteuer erscheint auf den ersten Blick wesentlich „bodenständiger“. Zusammen mit einem Biber will er in Brandenburg ein Moor und somit das Nest einer Kranichfamilie retten. Yann ist jemand, der mit den Tieren spricht – und die Tiere sprechen in Versform mit ihm. Und als Biotologe – das ist einer, der die Tiere, Pflanzen und Länder erforscht -, sorgt er bei diesem Abenteuer, dass Sümpfe und Moore nicht zu Lasten der brütenden Kranische trockengelegt werden, denn Kraniche – das weiß Yann – bauen ihr Nest so, dass es von Wasser umgeben ist, damit ihr Nachwuchs vor Fraßfeinden wie Wildschwein und Fuchs geschützt ist.

Auf dem Weg in den Sumpf begegnet Yann vielen Tieren, die mit herrlichen Fotos vorgestellt werden. Dieser real existierende Knirps – vermutlich ist er dem Grundschulalter inzwischen entwachsen – wird begleitet von seinem Bruder Jim Grammling, der die Fotos zu dem Buch beiträgt, die Texte stammen von Mutter Agnes. So erreicht  der kleine Biotologe das Kranichnest und erfährt, in welcher Gefahr die Kranichküken sind, weil das Nest trockengefallen ist. Hilfe findet Yann dann bei einem Biber, mit dem er zusammen den Wasserablauf stoppt, indem die beiden einen  Damm aus Baumstämmen, Zweigen, Moos und Steinen bauen. Das Wasserspiegel steigt, das Kranichnest wird wieder durch Wasser gesichert.

Im Anschluss an dieses inszenierte Abenteuer berichtet Yann Vater – Michael Steinland – in einem Glossar über die Geografie der Uckermark in Brandenburg, die dortige Flora und Fauna, deren Gefährdung durch die zunehmende Industrialisierung der Land- und Forstwirtschaft sowie die Möglichkeiten, dieses Biotop zu schützen.

Das Buch ist für Kinder ab dem Kindergartenalter geeignet, schreibt die Autorin. Ich habe das Abenteuer mit meiner Enkeltochter, einer Zweitklässlerin, gelesen. Sie war begeistert von den Fotos, von der Geschichte um Kraniche und Biber. Besonders die Fotos der Blindschleiche haben sie angesprochen, denn über diese ungiftige Echsenart hatte sie schon viel gehört und gelesen. Und sie war sehr beeindruckt von Yann, würde ihn am liebsten einmal kennenlernen und möchte ein ähnliches „Abenteuer“ erleben (Wir arbeiten daran).

Nach diesem Leseabenteuer mit der Enkelin kann ich bestätigen, dass das Buch für Schüler der ersten Grundschulklassen hervorragend geeignet ist. Es regt zu Gedanken an über die hiesige Natur, wie sie bewahrt werden kann und geschützt werden sollte. Vieles ist von der Uckermark übertragbar auf andere Gegenden, selbst wenn sie wie in unserem Fall im Rhein-Main-Gebiet weitgehend versiegelt sind und sich die Natur überwiegend in Kulturlandschaften zeigt. Es ist ein Buch zur Sensibilisierung der Kinder für die Natur, auch für solche Kinder, die bereits sehr interessiert für die Landschaft mit Flora und Fauna sind.

Erschienen ist dieses großformatige Buch bei TLELE BOOKS

12. Abenteuer der Reihe: