Viel Tragik – wenig Glück – auch Kurioses

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Der Ostsee-Grenzturm in Kühlungsborn stellt sich als Symbol für viele misslungene und wenige geglückte Fluchten von Bürgern aus der DDR über die Ostsee dar. Damals. Viele Fluchten endeten tödlich, andere gelangen scheinbar. Flüchtende, die von einem polnischen Schiff „gerettet“ wurden, wurden zurück in die DDR gebracht und landeten schließlich wegen Republikflucht für viele Jahre im Gefängnis. Und einigen glückte die Flucht. Im kleinen Museum nebenan sind verschiedene Schicksale dokumentiert.

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Seit einigen Jahren ist der Grenzturm wieder von innen zu besichtigen. Auf die Kanzel gelangt man über versetzte Stahlleitern ( nicht jedermanns Sache, dort hochzuklettern). Oben geht der Blick weit an der Küste entlang:

Nach Westen:

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auf die See gen Dänemark:

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und nach Osten, Richtung Rostock – dort ist das Steinkohlekraftwerk in kanpp 25 km Entfernung zu erkennen

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Einige „Hinterlassenschaften“ befinden sich dort oben auch noch, z.B. ein AK 47:

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Zum Schluss das Kuriose

Zu DDR-Zeiten konnten die Soldaten ihren Dienst auf dem Turm nur bis Windstärke 4 ausüben – das Fundament war zu schwach. Inzwischen ist der Turm restauriert und das Fundament verstärkt. Bis zu welcher Windstärke heute auf die Kanzel geklettert werden darf, habe ich allerdings nicht erfahren können.

Weitere Informationen: http://www.ostsee-grenzturm.com/de/museum.html

Geschrieben am 17. Juni 2016

17. Juni, das war mal der „Tag der Deutschen Einheit“, ein „Feiertag“, 1990 durch den 3. Oktober abgelöst. Letzte Woche wurde ich am Ostsee-Grenzturm in Kühlungsborn an den ursprünglichen Gedenktag erinnert. Vor lauter Wiedervereinigungsglück – auch ich bin glücklich, dass Deutschland wiedervereinigt ist – ist wenig übriggeblieben, was an die Schicksale an den Grenzen der DDR erinnert.

Fliegende Möwen

Ein Möwenkenner bin ich nicht

Die Arten benennen, das kann ich nicht. Aber beobachten, wie sie fliegen

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wie sie gleiten und beobachten, was sich so tut

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wie sie die Beute in Sicherheit bringen – dabei nicht auf die Beinhaltung achten –

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wie sich mich im Vorbeifliegen mustern

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und die Eleganz schwindet nicht, wenn auch ein paar Federn fehlen

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nicht immer treten sie als Solisten auf

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und nicht immer fliegen sie – manchmal ist Zeit für die Gefiederpflege –

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oder der Strand wird auf der Suche nach Essbarem durchschritten

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Das schönste Bild ist jedoch nur in meinem Kopf festgebrannt:

Die Möwe, die sich im Gleitflug mit einem Fuß am Hals kratzt.

Möwen-Watching macht Spaß, man braucht noch nicht einmal ein Fernglas, ist äußerst bequem und bei jedem Wetter möglich.