Konstantins Fuß

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Fast wäre ich drüber gestolpert, über Konstantins Fuß in Mainz auf dem Deutschhausplatz. Mit 2 Metern Länge und einer Höhe von 1,50 Metern ist der Fuß nicht zu übersehen und bietet weiten Raum für Gedanken.

Als Vertreter der griechischen Zehenformation war mir dieser Fuß besonders aufgefallen, hat er doch Ähnlichkeit mit meinem Gehwerkzeug.

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Bei Draufsicht ist die besonders hübsche, als griechisch bezeichnete Anordnung der Zehen klar zu erkennen.

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Dies ist der Fuß Konstatin des Großen, eigentlich die Kopie eines Fragments der einst 12 Meter hohen marmornen Kolossalstatue des römischen Kaisers Flavius Valerius Constantinus.

Seit 2007 steht dieses Monstrum in Mainz. Nachdem einige dieser Füße zur Konstantin-Ausstellung in Trier dort in der Stadt verteilt wurden, bekam auch Mainz eine Kopie, die vor dem rheinland-pfälzischen Landtag platziert. Dort lebt der Fuß am Rande eines Parkplatzes gefährlich, wurde er doch vor Jahren einmal von einem Auto angefahren.

Konstantin der Große – mein Bruder im Geiste, nein, im Fuße.

 

Umgesetzte Gedanken eines Architekten: Die neue Synagoge in Mainz

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Das Gebäude soll den jüdisch-liturgischen Begriff Keduscha (קדושה) (deutsch: Segensspruch für „Heiligung“ und „Erhöhung“) körperlich anfassbar reflektieren. Der Kölner Architekt Manuel Herz will mit den fünf hebräischen Buchstaben die fünf Bereiche des jüdischen Zentrums für Gemeindeveranstaltungen, Erwachsenenbildung und als Hebräischschule für schulpflichtige Kinder versinnbildlichen. (Quelle: Wikipedia).

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Der Eingang

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Teil der Fassade, in den Fenstern spiegeln sich Teile der gegenüberliegenden Häuserzeile

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Architektur im Stil des Dekonstruktivismus

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2011 ausgezeichnet mit dem Deutschen Fassadenpreis für hinterlüftete Fassaden

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Ein bißchen Farbe davor lockert die dunkelgrüne bis schwarze Fassade auf, die aus glasierten, profilierten und extrudierten Keramik-Elementen besteht

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Mainz, Synagogenplatz

Neben dem Wikipedia-Artikel über die Neue Synagoge in Mainz sind folgende Quellen lesenswert:

Neue Synagoge in Mainz

Hochglänzende Terrakotta-Stäbe spielen mit dem Lichteinfall

Manuel Herz

Dekonstruktivsmus

 

 

Sommer unterm Regenschirm

Woran ich mich erinnern werde, wenn ich an den Sommer 2014 zurückdenke:

Immer unterwegs mit dem Regenschirm, wie die drei Mädchen im bronzenen Drei-Mädchen-Brunnen auf dem Ballplatz in Mainz, deren Kleider und Beine vor lauter Nässe bereits Grünspan angesetzt haben.

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Aber sie stehen den Regen durch, mit einem Lächeln. Die Köpfe sind durch die Schirme geschützt, bleiben trocken. Da hat’s die junge Frau am Briefkasten nicht so gut.

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Museum für Antike Schiffahrt in Mainz

Antike Schiffahrt auf dem Rhein und den Meeren

P1000910Eine Katastrophe für die Bauherrn, wenn bei Ausschachtungsarbeiten zu einem Hotelbau die Überreste von fünf römischen Militärbooten entdeckt werden. Eine Sensation für Archäologen und Historiker, Anlass, ein Museum für Antike Schiffahrt zu schaffen und schließlich eine Attraktion für Besucher dieses Museums.

Nachdem die Schiffe im 4. Jahrhundert n.Chr. vor der Stadtmauer von Mainz am Ufer des Rheins abgewrackt und in den nachfolgenden Jahrhunderten mit Flusssedimenten überlagert wurden, stießen Bauarbeiter vor rund 30 Jahren beim Ausheben der Baustelle auf bearbeitetes Eichenholz, das sich als Reste römischer Schiffe erwies.

Heute sind in dem Museum sowohl die geborgenen Wrackteile ausgestellt als auch die Nachbauten der Schiffe. Weitere Modelle von anderen antiken Booten ab etwa dem 2. Jahrtausend vor Christus und die Geschichte der Schiffahrt, hauptsächlich die der Phönizier, Griechen und Römer werden in dem Museum gezeigt. Die Technik und die handwerklichen Tätigkeiten zur damaligen Zeit werden an vielen Schautafeln mit ausführlichen Beschreibungen dargestellt. Dass die Römer bereits mit standardisierten Bauplänen und Verfahren Kriegs- und Handelsschiffe bauten, beeindruckt.

Durch ein Fenster kann man zudem einen kleinen Einblick in die Werkstatt des Museums bekommen, in der konserviert, restauriert wird und auch Modelle hergestellt werden.

Es ist ein kleines und sehr spezielles Museum in Mainz, das keinen Eintritt erhebt.

Und wenn man schon mal da ist, lohnt es sich, in das dem Museumseingang gegenüberliegende Parkhaus zu gehen, auf das obere Parkdeck zu gehen und von dort auf die Ausgrabungsstätte des Römischen Theaters zu blicken.

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Das Museum befindet sich in einer ehemaligen Lokomotiv-Reparaturwerkstätte der Hessischen Ludwigsbahn aus dem Jahr 1870. Von 1929-1989 wurde das Gebäude als Großmarkthalle genutzt.

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