Entworfen vom Architekten des Reichstagsgebäudes – das Taufbecken in der Katharinenkirche in Oppenheim

IMG_0306-001Ein „Hingucker“ in der Katharinenkirche in Oppenheim und berühmt wegen seines Schöpfers: Das Taufbecken. Es wurde vom gebürtigen Oppenheimer Paul Wallot entworfen, der als Architekt auch das Reichstagsgebäude in Berlin entworfen und erbaut hat. Bei Wikipedia ist die Beziehung zwischen den beiden Werken so beschrieben:

In der Gestalt des Taufsteins vermag man Anklänge an die damalige Kuppelkonstruktion dieses Gebäudes zu erkennen.

Die Briefmarke- herausgegeben zu Paul Wallots 150. Geburtstag – zeigt den preisgekrönten Entwurf des Reichstags und ein Porträt des Architekten.

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Gestiftet wurde das Taufbecken 1888 von Paul Wallots Vater, Johann Wilhelm Wallot.

Das Lilienfenster in der Oppenheimer Katharinenkirche

Neben dem Rosenfenster (Oppenheimer Rose) mit dessen Glasbeständen aus dem 14. Jahrhundert gehört das Lilienfenster zu den bekanntesten Buntglasfenstern der Katharinenkirche zu Oppenheim. Die Gestaltung des Lilienfensters stammt  jedoch komplett aus der jüngsten Vergangenheit (1937). Es zeigt Wappen von Adelsgeschlechtern, die die Reformation in Oppenheim unterstützt haben.

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Lilienfenster

Hier noch einmal das Rosenfenster (Oppenheimer Rose):

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Rosenfenster (Oppenheimer Rose)

Neben etlichen anderen Buntglasfenstern gibt es auch etliche weniger farbenprächtige wie diese beiden unterhalb der Oppenheimer Rose:

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Unterhalb des Lilienfensters dieser „Zwilling“:

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Zum Schluß noch ein Fenster von feiner Farbgestaltung:

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Die Oppenheimer Rose und ihr „Standort“

Sie blüht schon seit fast 700 Jahren, die Oppenheimer Rose.

Zusammen mit dem Lilienfenster ist die „Oppenheimer Rose“ eines der bekanntesten Fenster an der Südfassade der Katharinenkirche. Ihre Glasscheiben sind weitgehend original erhalten und stammen aus den Jahren 1332/1333. 80% der Glassubstanz dieses Fensters sollen noch aus jener Zeit stammen.

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Damit gehört dieses Fenster zu den ältesten erhaltenen Teilen der Katharinenkirche, die  1689 von Franzosen zerstört wurde. Und was nicht zerstört worden war – ein Teil der Gewölbe – stürzte später ein.

Wikipedia beschreibt das Fenster so: Als Grundriss der Oppenheimer Rose diente eine Heckenrose das Zeichen der Liebe Gottes zu den Menschen. Die Mitte des Fensters ziert der Reichsadler, das Oppenheimer Stadtwappen. Im Kreis um das Stadtwappen sind die Wappen der Oppenheimer Ratsherren aus dem Jahre 1332/33 angeordnet. Und dazu die Legende aus gleicher Quelle: Die Bürger der Stadt Oppenheim hatten als Bildhauer für ihre Kirche einen bekannten Meister aus Mainz gewonnen. Neben vielem anderen entwarf er mit großer Sorgfalt das Maßwerk einer Fensterrose. Die Ausführung der Rose überließ er allerdings einem Gesellen. Dieser war mit Feuereifer bei der Sache. Beim Bauen veränderte er, ohne es zu bemerken, den Entwurf seines Meisters und schuf so ein eigenes Kunstwerk. Als der Meister die Veränderungen sah, schalt er ihn: „Das ganze Bildwerk hat deine Bubenhand verdorben“. Ein Faustschlag traf den Gesellen, der so unglücklich vom Gerüst fiel, dass er seinen Verletzungen erlag. Die Oppenheimer hielten den Sturz für einen Unglücksfall. Als sie die hervorragende Arbeit des Gesellen sahen sagten sie: „Der Lehrjunge hat seinen Meister übertroffen“. Der Meister wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Viele Jahre später stellte sich heraus, dass der Meister nicht der Mörder war, sondern ein eifersüchtiger Geselle, der aber zu Lebzeiten nicht bestraft werden konnte.

Auf einer Tafel am Eingang wird die Geschichte der Kirche vom Baubeginn zur Zeit der Romanik bis zum jetzigen Stand beschrieben.

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Dabei wird die „untypische Hervorhebung der Südfassade“ besonders erwähnt. An ihr befinden sich diese beiden berühmten, oben erwähnten Fenster. An der Südfassade befinden sich auch diverse Sonnenuhren wie im folgenden Foto:

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Im Gegensatz zur hervorgehobenen Südseite wirkt die Nordseite weniger üppig und durch die Gleichheit der Fenster wesentlich ruhiger:

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Einen herrlichen Blick auf die Kirche hat man von der Ruine Burg Landskron:

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Eine ausführliche Beschreibung der Katharinenkirche und ihrer Besonderheiten fand ich in einem Artikel von Martin Held.

 

10 Uhr 04 ab Bodenheim

Mit dem Zug von Bodenheim nach Oppenheim zum Wandern auf dem RheinTerrassenWeg nach Bodenheim.

P1030367Zum Glück waren wir früh genug vor Abfahrt des Zuges am Fahrkartenautomaten. Als nicht DB-affine Gruppe dauerte der Kauf der Fahrkarten länger. Wir lösten Karten, mit denen wir mit dem Schienenfahrzeug des Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund  und nach dessen Terminologie von Wabe 313 nach 314 fahren durften, zum allgemeinen Verständnis: von Bodenheim nach Oppenheim.

 

P1030366Und auch zum Glück hatten wir dann noch genügend Zeit für ein Briefing. Die geplante Route mit den markanten Punkten der Strecke wurde gezeigt und erklärt. Das sollte sich im Laufe des Tages noch als recht bedeutungsvoll erweisen, doch davon später. Geplant war, vom Bahnhof Oppenheim zum RheinterrassenWeg zu gehen und von dort nach Bodenheim zu wandern. Outdooractive gibt die Route mit 18,6 Km an, bei “ich-geh-wandern” wird die Route mit 14 Km angegeben, allerdings nicht von Bahnhof zu Bahnhof. Die “ich-geh-wandern”-Website beschreibt den Weg zudem sehr gut.

P1030378Zunächst stiegen wir vom Bahnhof Oppenheim über viele Treppenstufen zur Burgruine Landskron, von der man auf die Oppenheimer Katharinenkirche herabsehen kann. Neben der alten Bausubstanz, zum Teil aus dem 13. Jahrhundert, gibt es im Umfeld der Ruine der alten Reichsburg auch Anzeichen neuerer Besiedlung sowie künstlerischen Wirkens. Zunächst einige Reste des 13. Jahrhunderts, darunter das farbige 21.

 

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Von nun an ging’s eine längere Strecke bergab, vorbei an einem alten Wegweiser.P1030383

Schließlich erreichten wir den Ortsrand von Nierstein – und hier geschah, was wir erst mitten im Ort bemerkten: Ein Mitglied der Gruppe unterhielt sich so angeregt mit dem Winzer des Weinguts Raddeck, dass es uns aus den Augen verlor. Mitten in Nierstein bemerkte die Gruppe den Verlust: Wir waren nur noch acht. Wir warteten, einige Spürnasen liefen zurück, wir warteten – sehr lange, entschlossen uns schließlich weiterzugehen. Zuversichtlich, dass alles in Ordnung sei, wanderten wir weiter durch den Ort und sahen dann hoch über Nierstein unseren verlorengegangenen Spezi uns fröhlich zuwinkend an der Schutzhütte am Roten Hang, die Karl beim Briefing als unseren Rastplatz vorgestellt hatte. So gab es schließlich die Wiedervereinigung der Gruppe.

Doch zuvor passierten wir blühende Schlehen

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Blickten zurück ins Tal mit der katholischen Kirche in Nierstein

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An diesem Tage wurden wir von der Sonne  nicht verwöhnt. Leichter Regen und auf der Höhe auch ein kalter Wind schlugen uns entgegen.

Trübes Wetter und mäßige Sicht erlaubten uns dennoch, die Gegend zu betrachten. Die drei Verkehrswege unter uns: Wasserstraße, Bundesstraße und Bahntrasse

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Wir sahen, dass nicht mehr alles Handarbeit ist, wenn die Winzer einen Weinberg anlegen

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Schauten in das eine oder andere Gesicht

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Der Spruch (oben) und die Bezeichnung (unten) beeindruckten. Unten ist “De Schnutenosedunker” zu sehen, frei ins Hochdeutsche übersetzt “Weinliebhaber”.P1030437

Der Regen hörte auf, trüb blieb es, als wir nach Nackenheim kamen

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Dort begegneten wir den Bremer Stadtmusikanten, dem Gestiefelten Kater und anderen Figuren aus Märchen, Fantasie und Fauna

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Schließlich erreichten wir Bodenheim. Die tratschenden Winzer würdigten uns jedoch keines Blickes.

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Das waren 15 Kilometer einer erlebnisreichen Wanderung von Oppenheim nach Bodenheim auf einem Teilabschnitt des RheinTerassenWegs, auf dem wir auch ein Stückchen Frühling erlebten

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Und so verabschiedeten wir uns aus Gegend und dem

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Die Strecke von Bahnhof zu Bahnhof (aufgezeichnet mit Runtastic)

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Die Fahrkarte mit der Berechtigung von einer Wabe in die nächste zu fahren

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