Rundtour Rauenthaler Spange – ein Seitensprung am Rheinsteig

Die Markierung

Die Markierung

Mitte Mai 2015 wurde eine neue Rheinsteig-Rundtour bei Rauenthal, einem Eltviller Ortsteil, eingeweiht. Die Strecke ist 8 km lang und verbindet den Rheinsteig mit dem Aussichtspunkt Bubenhäuser Höhe, von der man einen Blick über das Rheintal bis zum Melibokus an der Bergstraße und dem Donnersberg in der Westpfalz hat.

Ausgangspunkt für unsere Wanderung (und somit auch der Endpunkt) war die Gutsschänke des Weinguts Ernst Rußler in Rauenthal. Von dort führt der Rundweg zunächst etwa 1,5 Kilometer nach Norden.

Blick ins Blaue und Grüne an der Waldgaststätte Rausch

Blick ins Blaue und Grüne an der Waldgaststätte Rausch

Dort trifft der Rundweg auf den Rheinsteig. Dann ging es weitere 2,5 Kilometer in südliche Richtung und weil uns die Tour ein wenig zu kurz erschien, machten wir noch einen Seitensprung zur Waldgaststätte Rausch, die allerdings nur mittwochs bis sonntags geöffnet ist. An einem Dienstag rasteten wir deshalb auf den Bänken neben dem Parkplatz, gingen dann wieder zurück auf den Rheinsteig und schraubten uns zur Bubenhäuser Höhe empor, die immerhin mit 264 Metern hoch über dem Rhein liegt. Wir hatten eine hervorragende Sicht auf den Melibokus und zum Donnersberg. Beim

Bubenhäuser Höhe

Bubenhäuser Höhe

„Abstieg“ genossen wir noch eine der auf dem Rundweg neu installierten Schaukeln. Jeder durfte mal schaukeln und geschaukelt werden. Eine riesengroße Gaudi.

Zurück in Rauenthal kehrte die Rentner-Männer-Wandergruppe wie üblich ein, diesmal auf dem Weingut Rußler. Dort gibt es kleine und große Speisen und recht passable Weine, u.a. den wenig bekannten Roten Riesling.

Die Rundtour ist gut beschildert. Einige Tafeln am Wegrand beschreiben Weg und Gegend, nennen Einkehrmöglichkeiten. Die Karte, auf der die Tour eingezeichnet ist, ist darauf allerdings so klein, dass sie wenig Information bietet. Einige Teile des Weges sind nicht mehr als Trampelpfade, auf denen das Gras noch üppig sprießte. Demnach ein Weg, der noch nicht von Massen plattgewalzt wurde.

Mit dem kleinen Abstecher Richtung Rausch wanderten wir 10,5 Kilometer. Eine kleine Tour mit einer herrlichen Aussicht auf der Bubenhäuser Höhe und einer empfehlenswerten Einkehrmöglichkeit in der Gutsschänke des Weinguts Ernst Rußler.

Gut gewandert gut geschaukelt

Gut gewandert
gut geschaukelt

Gut gegessen und getrunken........

Gut gegessen und getrunken……..

.........allerdings nicht mehr zu solchen Preisen

………allerdings nicht mehr zu solchen Preisen

Und wie beschreiben: Die Karte auf den Tafeln ist wenig aussagekräftig:

P1020540-001 Auf alle Fälle: Eine schöne Rundtour

P1020538-001Hat Karl wieder gut ausklamüsert!

_________________________________________________________

Links:

Rundweg „Rauenthaler Spange“

Verbindung des Rheinsteigs mit der Bubenhäuser Höhe

Roter Riesling

Durch das Elsterbachtal zum Kloster Marienthal und um die Schlossheide zurück nach Winkel – Wandern im Rheingau

Im Elsterbachtal zwischen Stephanshausen und Winkel klapperten einst 18 Mühlen.

P1020284 Heute sind sie zum Teil zu feinen Restaurants umfunktioniert wie die Ankermühle, häufig sind sie Teil eines Weinguts, zum Teil wurden die Mühlen zu Wohnhäusern umgestaltet. Ein Wanderweg führt durch dieses Tal zum Klostermarienthal, einem Platz für eine kleine Rast auf unserer Wanderung, die uns dann um den Johannisberger Ortsteil Schlossheide zurück nach Winkel führte.

Start am Mühlstein in Winkel

Start am Mühlstein in Winkel

Wir trafen uns am Ausgangspunkt des Mühlenwanderweges in Winkel am Mühlenschild und Mühlstein in der Hauptstraße unweit der Gaststätte Bartolomäe und folgten dem Weg vorbei an der Ankermühle hin nach Johannisberg.

Unterhalb von Schloss Johannisberg

Unterhalb von Schloss Johannisberg

Vor uns fast ständig im Blick das Schloss Johannisberg.

Immer in Sicht: Das Schloss

Immer in Sicht: Das Schloss

Durch die Johannisberger Straße „Grund“ gelangten wir – vorbei an einem verfallenen Kloster – in der Nähe der Elstermühle auf den altbekannten Mühlenwanderweg.

P1020297 Wir wanderten auf der Marienthaler Seite zum Kloster und rasteten dort zwischen Kreuzwegstationen, um dann in östlicher Richtung nördlich der Schlossheide zum Kriegerdenkmal 1870/71 an der Landstraße Stephanshausen – Winkel zu gehen.

Kriegerdenkmal zur Erinnerung an 1870/71 mit dem Mainzer Wappen

Kriegerdenkmal zur Erinnerung an 1870/71 mit dem Mainzer Wappen

Von dort ging es weiter bis kurz vor Schloss Vollrads, dann wieder Richtung Winkel durch die Weinberge

Oberhalb von Oestrich-Winkel

Oberhalb von Oestrich-Winkel

am Weingut Fritz Allendorf vorbei zu unserer Einkehr, dem Cornel’s – Biomarkt, Café, Bistro uns Winebar, in der Hauptstraße.

Zugang durch den Garten zum Bistro

Zugang durch den Garten zum Bistro

Bei Biogerichten und Biobier erholten wir uns von der knapp 12 Kilometer langen Wanderung durch leichtes Terrain.

Zum Schluss Dank an Schattenmann Karl, unseren Wanderführer, der hier über den Kies knirscht:

P1020304

Hier noch einige lesenswerte Links:

Mühlenweg im Elsterbachtal

Mühlenwanderweg im Elsterbachtal – Wegbeschreibung

Es klappern die Mühlen am Elsterbach

Cornel’s in Winkel

Unterwegs auf dem Historienweg

Wandern bei herrlichem Spätsommer-Frühherbst-Wetter auf dem Historienweg rund um das Niederwalddenkmal. Ausgangspunkt war Rüdesheim.

Ruine Burg Ehrenfels

Ruine Burg Ehrenfels

An sechszehn Station werden interessante „Historien“ erläutert – wie hier zur Burg Ehrenfels:

P1010759

An einigen Stellen kann der 15 Kilometer lange Weg auch abgekürzt und „vereinfacht“ werden.

Abendliche Schlenderweinprobe durch das Kloster Eberbach

  

Eine abendliche Schlenderweinprobe bei Kerzenlicht durch das Kloster Eberbach mit einem musikalischen Ausklang in der Basilika ist ein außergewöhnliches Ereignis.

 

rimg0004

Es ist eine Weinprobe mit Weinen der Hessischen Staatsweingüter, die an verschiedenen Orten des Klosters stattfindet, dazwischen schlendert man durch das Kloster, fachkundig aber dennoch kurzweilig informiert über die Geschichte und die Namensgebung des Klosters. Die Entwicklung des Weinbaus im Rheingau und die Aktivitäten des Klosters in diesem Metier und im Handel mit dem Wein werden erzählt, dazu erfährt der Schlenderer, Zuhörer und Verkoster einiges über die Weine, die probiert werden. Zum Schluss der Führung tritt in der Basilika ein A-cappella-Chor auf, der mittelalterliche kirchliche Lieder vorträgt.

 

Ein jeder Besucher bekommt bei einer solchen abendlichen Führung  eine Kerze in die Hand gedrückt, die elektrische Beleuchtung ist an diesem Abend ausgeschaltet und los geht’s mit der Begrüßung und der Verkostung des ersten Weins. Die Verkostung wird dann an verschiedenen Stationen des Rundgangs fortgesetzt. Die Auswahl der zu verkostenden Weine ändert sich des Öfteren.

 

Die Atmosphäre ist unbeschreiblich, an diesem Ort göttlich zu nennen.

 

 

Wir starteten mit einem Riesling vom Wiesbadener Neroberg und erfuhren, dass zu Hochzeiten des Klosters unter dessen Regie unvorstellbare 9000 Hektar Anbaufläche bewirtschaftet wurden. (Diese Zahl habe ich während der Führung gehört. Ich habe sie allerdings nie an einer anderen Stelle wiedergefunden. Da die Größe unglaublich ist, verbürge ich mich dafür nicht.)

Das Gebiet erstreckte sich über große Teile des Rheingaus bis hin zur Bergstrasse und in den Gewölben lagerten zeitweise über 1,5 Millionen Liter Wein, die rheinabwärts bis nach Holland verkauft und dazu auf eigenen Schiffen transportiert wurden. Ein Modell davon ist im klostereigenen Museum zu sehen. Insgesamt gehörten in dieser Zeit über 200 Außenstationen, Kellereien und Gutshöfe zum Kloster und wurden von hier verwaltet.

Noch heute sind die Staatsweingüter Kloster Eberbach mit sechs Domänen und 200 Hektar Weinbaufläche sowie drei Kellereien  der größte „Winzer“ Deutschlands. Durch die unterschiedlichen Lagen mit unterschiedlichen Böden und klimatischen Bedingungen erzeugt das Weingut eine Vielzahl unterschiedlicher Weine zumeist hoher Qualitäten. Eine besondere Lage ist der Steinberg, der von einer 3000 Meter langen Bruchsteinmauer umgeben ist. Als Schutz vor Traubendieben erbaut, sorgt die Mauer heute für ein mildes Mikroklima und schützt die Reben vor Kaltlufteinbrüchen.

rimg0016

 

Neben den Rheingauer Rieslingen sind besonders die Rotweine der Domaine Assmannshausen bekannt, die wohl berühmtesten aus der Region.

 

Die Schatzkammer der Weinkeller ist der Cabinet-Keller, in dem die besten Weine lagerten und von dem die Qualitätsbezeichnung Kabinett abgeleitet wurde.

Während einfache Gutsweine ab 6 € kosten, liegt der Preis für Kabinett-Weine derzeit bei 9-10 €, ein Erstes Gewächs kostet mehr als das Doppelte.

Die Weine sind in der Vinothek des Klosters erhältlich (täglich von 9-18 Uhr), online natürlich auch.

 

Nach mehreren Stopps zwecks Verkostungen gelangten wir dann zur Basilika.

Dort mussten wir dann einige Zeit warten, da die letzten Dreharbeiten zum Film über Hildegard von Bingen, der im Herbst 2009 in die Kinos kommt, nicht gestört werden durften. In der Basilika sah es dann vor dem Altar nach Dreharbeiten aus, Nonnen in historischen Gewändern warteten, bis unser Erkundungsgang mit dem A-cappella-Gesang eines kleinen Chores bei wunderbarer Akustik zu Ende gegangen war, um dann die Dreharbeiten fortzusetzen.

Für uns alle ein gelungener Abend mit vielen Informationen zum Kloster und zum Wein, glücklicherweise nicht immer bierernst dargeboten.