Das Weihnachtsmuseum der Käthe Wohlfahrt in Rothenburg ob der Tauber

Es ist Ende August, ich erwarte das Eintreffen von Spekulatius und Dominosteinen in den Supermärkten täglich. Damit steht dann wieder Weihnachten vor der Tür.

 Und das lässt mich an Rothenburg ob der Tauber und an Käthe Wohlfahrt denken.

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 Man mag dem Käthe Wohlfahrt-Ganzjahres-Weihnachts-Vermarktungs-Rummel kritisch gegenüberstehen, das Weihnachtsmuseum,  von der gleichen Unternehmensgruppe betrieben, erscheint mir höchst interessant.
Die geschichtliche Entwicklung des Weinachtsfestes wird verständlich beschrieben und dargestellt, ebenso die Geschichte von Weihnachtsbaum und – mann, die Moden des Weihnachtsbaum Schmückens sowie die Entwicklung des Schmucks unter handwerklichen und industriellen Gesichtspunkten, einschließlich – in meinen Augen – superkitschigen Ablegern von Christbaumkugeln und anderem Schmuck für den Weihnachtsbaum.
Faszinierend der Weihnachtsbaumständer als Spieluhr, auf dem sich der Baum dreht.

Und noch eine Sache habe ich gelernt:
Wir haben da jedes Jahr einen Baum im Kombinationsschmuck. Das ist im Fachjargon ein Baum, an den Schmuck verschiedener Art angehängt wird wie bei uns z.B. ein Sammelsurium mit Erinnerungen aus einigen Jahrzehnten, wie ererbte Kugeln, die Spitze, die unser Sohn vor vielen Jahren bei einem Glasbläser gekauft hat, Pappmaschee-Kugeln von Harrods, Kugeln, von unseren Kindern vor mehr als 25 Jahren bemalt, Figuren, eingekauft im Erzgebirge, oder Zinnfiguren aus Bayer und Österreich.

Wir waren im November bei herrlicher Leere in Rothenburg und im Deutschen Weihnachtmuseum.

Die Historische Stadtmauer um Rothenburg ob der Tauber

Vom Rödertor sind wir auf der Stadtmauer Richtung Spitaltor gegangen, auf dieser alten mittelalterlichen Befestigungsanlage, die im 2.Weltkrieg wie die gesamte Altstadt stark zerstört oder beschädigt wurde.
Der Wiederaufbau der Stadtmauer wurde durch eine schon über 40 Jahre dauernde Spendenaktion ermöglicht. Heute dienen die Spenden dem Erhalt der Stadtmauer. Viele Einzelpersonen und Unternehmen aus aller Welt haben sich bisher daran beteiligt und zunächst unterstützte man je nach Höhe der Spende einen oder mehrere Meter Wiederaufbau.
Die Namen und Wohnort der Spender wurden und werden auch noch heute in Stein gemeißelt, der Stein dann in den begehbaren Teil der Stadtmauer eingebaut. An den Wohnorten erkennt man die Herkunft der Spender. Nicht nur Orte aus dem gesamten Deutschland sind dort verzeichnet, sondern auch die Wohnorte von Spendern aus aller Welt, insbesondere Janpan und den USA.
Heute bekommt jeder für eine Spende von 1.000 € einen Spendenstein. Wie das Ganze abläuft, ist auf www.rothenburg.de nachlesen.

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Zurück zu unserem Spaziergang auf der Festungsanlage, die die mittelalterliche Stadt durch starke Mauern, Türme und Tore sichern sollte, im 30jährigen Krieg jedoch Tilly’s Truppen nicht stand hielt. Aus heutiger Sicht natürlich ein glücklicher Zufall, denn sonst könnten wir heute nicht das Spektakel  vom Meistertrunk ansehen, der jedes Jahr mehrmals im Rathaus aufgeführt wird und an die Besetzung der Stadt durch Tilly’s Truppen und vom Widerstand der Bürger erzählt. Es ist die Geschichte von der Fast-Hinrichtung einiger Ratsherren, dadurch glücklich ausgeht, dass der Altbürgermeister Nusch zur Gnadengewährung durch Tilly einen Riesenschoppen Wein, insgesamt mehr als 3 Liter ,leeren mußte.  

Von der Befestigungsmauer hatten wir jedenfalls einen fantastischen Blick auf die Häuser der Altstadt und  konnten in manchen Garten und Hof herabschauen. Meist sind das nicht so die ganz attraktiven Plätze, die von dort oben zu sehen sind, denn wer richtet sich schon nett ein, um sich dann immer ins Glas schauen zu lassen. Teilweise sind es ein wenig verlotterte Hinterhöfe.

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Aber wenn man nicht ganz nach unten schaut, fällt der Blick auf herrliche alte Häuser, die Dächer, Giebel und Erker, die anderen Befestigungstürme und Kirchen.

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Auf der anderen Seite sieht man durch die Schießscharten nach draußen, in die Wälder und ins Taubertal, von wo die Feinde kamen.

Glücklicherweise konnten wir keine Feinde entdecken, die gegen die Stadt vorgingen, nur viele Touristen innerhalb der Mauern – aber wenn der eine oder andere seinen Namen auf einem Spendenstein verewigen lässt, ist das ja viel besser.