Leben, rundherum um „Leben“

Rundherum Leben …….

20160530_123519

……….um die Skulptur „Leben“ von Francè Rotar

20160530_123450

Wiesbaden, Warmer Damm neben dem Hessischen Staatstheater

Die Bronzeplastik zeigt eine aufgebrochene Kugelschale auf vier quadratischen Sockeln aus kleinen Steinquadern, in der Schale liegt eine kleinere Kugel. Von Francè Rotar (1933 – 2001), slovenischer Bildhauer.

Eberhard Schmitt-Burk: Wiesbaden Rheingau mit Kindern

20151028_111152-001Das kleine Büchlein beinhaltet 300 Tipps für Ausflüge und Aktivitäten rund ums Jahr in und um Wiesbaden herum. Es ist ein umfassendes Werk, in dem kaum etwas fehlt, was Kinder in dieser Gegend begeistert. In sieben Kapitel wird beschrieben, welche Ziele angesteuert werden können, was die Kinder – und ihre Begleiter – dort erwartet. Und dabei geht es nicht nur um sportliche Aktivitäten wie der Beschreibung der Bäder, der Wander- und Klettermöglichkeiten, sondern auch um kulturelle und geschichtliche Ereignisse und Dinge, an denen die Kids Interesse haben, wobei nicht jeder Vorschlag zu einem tagesfüllenden Ereignis gestaltet werden kann. Mehr als eine Stunde wird sich wohl kaum ein Besucher in einem der zahlreich aufgeführten Heimatmuseen aufhalten.

Ausführlich ist auch der Regionalpark Rhein Main beschrieben mit den kleinen Sehenswürdigkeiten und dem riesigen Hochheimer Spielpark, die zu Fuß oder per Rad angesteuert werden können. Und dabei ist auch an die Erwachsenen gedacht: Der Freizeitführer beschreibt zahlreiche Einkehrmöglichkeiten, sodass er auch für Eltern oder Großeltern durchaus interessant ist.

Gerade von dem Bereich „Hochheim und Flörsheim“, der eines der Gebiete ist, in denen ich mich recht gut auskenne, kann ich sagen, dass bis auf wirklich zu vernachlässigende Kleinigkeiten, alle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung mit Kindern beschrieben sind.

Nicht immer werden die Vorschläge umfangreich und tiefgreifend erläutert, immer jedoch reicht die Beschreibung aus, einen guten Eindruck vom angebotenen Ziel zu erhalten. Somit erweist sich dieses kleine Buch als zuverlässige Information und gibt Anreize für Unternehmungen mit Kindern in Wiesbaden und dem näheren Rheingau, zumal es auch noch über eine umfangreiche Sammlung von Ferienadressen, Karten und ein Register verfügt.

Das Buch ist im Peter Meyer Verlag erschienen, ein Verlag, der nicht nur Freizeit-, Wander- und Reiseführer für den hessischen Raum anbietet.

Die „Grüne Route zum Weinfest“

Es gibt kürzere und schnellere Wege, das Wiesbadener Weinfest zu erreichen. Wir wählten die „Grüne Route“*, wanderten dort hin.

Ausgangspunkt war wie an jeden 3. Dienstag im Monat der Platz neben der Kirche vor dem Heimatmuseum in Wiesbaden-Nordenstadt, Ziel im August: die „Wiesbadener Weinwoche“ zwischen Hessischem Landtag und der Marktkirche.

Zunächst führte uns der Weg an Igstadt vorbei über Kloppenheim bis zum Wasserturm Bingert.

P1020919

Von dort gingen wir – auch mal im Gänsemarsch, die Durstigsten an der Spitze –

P1020924

Über den Sonnenberger Friedhof

P1020925

Am Thermalbad Aukammtal durch den Kurpark über den Warmen Damm zum Zielort.

P1020935-001

Nach 13 Kilometern hatte ich laut meiner Wander-App einen Flüssigkeits-Bedarf von 3908 Millilitern.

Trotz redlichem Bemühen ist es mir nicht gelungen, den Bedarf durch Wein zu ersetzen.

20150819_181627

00000000

*“Grüne Route“, weil wir innerhalb der Stadtgrenze Wiesbadens fast den gesamten Weg durch Felder und Parks im Grünen, außerhalb der Bebauung wanderten.

Wahrheit und Bekenntnis – Kirchenkampf in Wiesbaden 1933-1945

P1010212Es sind meist die kleinen Ereignisse, die daran erinnern, dass Deutschland eine dunkle Vergangenheit hat. Da werden ein paar Straßen weiter neue Stolpersteine gesetzt und man radelt an der kleinen Zeremonie vorbei, oder in der Zeitung schreibt jemand über die Diskussion, Nachkommen von Sinti- und Roma-Opfern der NS-Diktatur ein Antragsrecht auf eine Dauergrabstätte einzuräumen. Es gibt auch die großen Ereignisse, die erinnern: Der Holocaust-Gedenktag in Israel oder die Einweihung von Holocaust- und Sintzidenkmälern in Berlin – Meldungen, die immerhin wichtig genug erscheinen, um in der Tagesschau erwähnt zu werden.

In Wiesbaden hat sich nun ereignet, was von der Masse der Bevölkerung wenig wahrgenommen,  in der evangelischen Kirche jedoch mit großem Aufwand  betrieben wurde: Die Erstellung einer Dokumentation über den Kirchenkampf in Wiesbaden in der Zeit von 1933 bis 1945.

In dem Buch „Wahrheit und Bekenntnis – Kirchenkampf in Wiesbaden 1933-1945“ ist eine Reihe von Vorträgen und Predigten zusammengefasst, die 2012 in Kirchen und kirchlichen Einrichtungen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Wiesbaden stattfanden. Referiert und gepredigt wurde über die Auseinandersetzung der Bekennenden Christen mit den Nationalsozialisten im Dritten Reich, wobei die Beiträge vornehmlich Kampf und Bekenntnis von Pfarrern, deren Familien und Gläubigen beschreiben. Es wurde aber auch über Anpassung der Kirche und einem Teil ihrer Vertreter berichtet, die zumeist zwangsweise mit den Zielen des Nationalsozialismus jener Zeit gleichgeschaltet wurden.

Wenn auch diese Aufarbeitung mit hohem wissenschaftlichen Aufwand und großer Akribie von den Autoren betrieben wurde, hat mich besonders die Vorstellung seiner Dietrich Bonhoeffer-Biographie des US-amerikanischen Journalisten Eric Metaxas angesprochen. In diesem Buch beschreibt Metaxas, der ausdrücklich erwähnte, dass er keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben wollte, dass es „nur“ das Werk eines Journalisten sei, das Leben Bonhoeffers als Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet. Im Vorwort des Buches „Bekenntnis und Wahrheit“ beschreiben die Herausgeber die Aussagen Metaxas folgendermaßen: In seinem Vortrag kennzeichnete Metaxas Bonhoeffer als Mann des Kirchenkampfes und als Protagonisten „des wirklich politischen Widerstandes gegen die Nazis“. Bonhoeffer habe dabei höchste Integrität und Glaubwürdigkeit gezeigt.
Dieses Bild zeichnen die Autoren anderer Beiträge auch von den Mitgliedern der Bekennenden Kirche in Wiesbaden zur Zeit des Nationalsozialismus, machen aber auch deutlich, wie schwierig der Kampf dieser Gruppe gegen die mit dem Regime gleichgeschalteten „kirchlichen“ Kräfte war.
Vermutlich wird das Buch nur Verbreitung in kirchlichen Kreisen und bei Interessierten an der Geschichte Wiesbadens finden. Das ist einerseits schade, andererseits ist es das, was Autoren Herausgeber und Unterstützer mit dem Erscheinen bezwecken wollen:

Eine Schrift gegen das Vergessen, gegen eine Schlussstrich-Mentalität!

Eins möchte ich noch hinzufügen. Einen Satz, der auf der Stele eines Mahnmals zur Erinnerung an die Verschleppung und Ermordung jüdischer Bürger des Wiesbadener Ortsteils Nordenstadt  im Jahre 1942 steht: „Wehret den Anfängen“.

An dieses Worte denke ich – so werden es auch andere erleben – wenn sie in diesem Buch lesen. Und das ist gut so!

_________________________________________________________________________________________

Das Buch erschien in der Reihe „Schriften des Stadtarchivs Wiesbaden“ als Band 12

Herausgeber: Klaus-Dieter Grunwald, Hermann Otto Geißler, Sigurd Rink, Roger Töpelmann

Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit Brigitte Streich, der Direktorin des Stadtarchivs der Stadt Wiesbaden

Als Autorinnen und Autoren mit Beiträgen beteiligt: Reiner Braun, Hermann Otto Geißler, Ralf-Andreas Gmelin, Klaus-Dieter Grunwald, Volker Jung, Eric Metaxas, Helmut Georg Müller, Markus Nett, Ulrich Oelschläger, Christa Reich, Roger Töpelmann, Friedrich Weber

Wiesbaden loves JFK

2013-07-17 11.28.08Diese kleine Ausstellung dokumentiert den Aufenthalt John F. Kennedys in Wiesbaden am 25. Juni 1963.

Personen, die dabei waren, berichten per Video von ihrem Erlebnis. So die Dame, die ihm einen Blumenstrauß überreichte und dafür einige Zeit später ein Dankesschreiben aus Kennedys Office erhielt, oder der Friseur, der sich im damaligen Steuben-Hotel in Bereitschaft hielt, um JFK bei Bedarf zu rasieren oder zu frisieren. Der Barbier brauchte nicht Hand an Kennedy anzulegen, bekam aber als Dank für seine Bereitschaft von Hotel ein Tischfeuerzeug als Geschenk. Diese kleinen Preziosen der Zeitzeugen werden ebenso gezeigt wie die offiziellen Geschenke an den damaligen Oberbürgermeister der Stadt und eine von heute angeblich nur noch zwei existierenden Jubelfähnchen, mit denen der Präsident empfangen wurde.

Die Fahrt vom Hotel, dem heutigen Dorint zum Kurhaus wird großformatig an eine Wand aus weißen Fäden geworfen, Berichte der Tageszeitungen zu dem Besuch hängen gerahmt an den Wänden.

Es ist nahezu ausschließlich eine Schau der Ereignisse des Besuchs. Die politischen Hintergründe werden nur knapp am Rande erwähnt.

So ist diese Ausstellung ein winziges  Stück Zeitgeschichte in Wiesbadens Historie, will auch nicht mehr sein. Sicherlich beeindruckend für Schüler und die Generation junger Erwachsener. Für die, die vor 50 Jahren in Wiesbaden den Besuch erlebt haben, oder andere, die Kennedys Worte vor dem Schöneberger Rathaus „Ich bin ein Berliner!“ noch im Ohr haben, eine nette Auffrischung an Erinnerungen an den Besuch des Präsidenten der USA.

___________________________________________________________________________________________

SCHAUFENSTER STADTMUSEUM, Ellenbogengasse 3-7, Wiesbaden

Di-So 11-17 Uhr, die Ausstellung läuft bis zum 15.September 2013

EINTRITT FREI