Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz

Was würde uns der kleine Prinz antworten, wenn wir ihm sagen würden, dass seine Geschichte bisher in ungefähr 180 Sprachen und Dialekte übersetzt worden ist? Vielleicht würde er antworten:  Ach das ist ja nur ein Buch, die wahren Geschichten werden im Herzen aufbewahrt und da gibt es nur die eine Sprache: Die Sprache der Herzen.

 

Das ist wohl auch der Grund, weshalb der kleine Prinz alle Lebewesen versteht, gleich ob Mensch, ob Blume, ob Tier, denen er auf der Reise durch das Universum begegnet, der Reise von seinem kleinen Planeten mit den drei Affenbrotbäumen, den drei Vulkanen, der Rose und den 43 Sonnenuntergängen pro Tag : den einsamen König, den Eitlen, den Säufer, den Geschäftsmann, den Laternenanzünder und den Geographen, bis er auf die Erde gelangt. Dort trifft der kleine Prinz zunächst auf seiner Suche nach Menschen auf eine Schlange in der Wüste, eine Wüstenblume, sein Echo, Tausende von Rosen in einem einzigen Garten und schließlich den Fuchs, der sich vom reisenden Prinzen zähmen lassen möchte, damit ihn dieser richtig kennen lernt – im Gegensatz zu den Menschen und Jäger unter ihnen, die keine Zeit haben irgend jemanden oder etwas kennen zu lernen. Aber der kleine Prinz zieht weiter und trifft Menschen, zunächst einen Weichensteller, später einen Händler, schließlich den Erzähler dieser Geschichte, einen Piloten, der versucht, sein Flugzeug zu reparieren, mit dem er in der Wüste notgelandet ist.

Bevor es zu dieser Begegnung kommt, erzählt uns der Pilot umständlich, warum er dieses Buch nicht den Kindern aber doch wiederum den Kindern gewidmet habe. Dann erfahren wir von seiner Kindheit und den Versuchen, von Erwachsenen verstanden werden zu wollen. Weil Erwachsene nicht verstanden, was er malte, stellte der Junge recht früh weitere Malversuche ein und wird nun bei der Begegnung mit dem kleinen Prinzen wieder dazu animiert. Ob er es gern tut oder nicht wird so richtig nicht klar, auf der  Zeichnung von damals erkennt jedoch der Prinz, was sie bedeutet. So erzählt der kleine Prinz zunächst von dem kleinen Planeten, auf dem er lebte, von seinen Aufgaben, ihn täglich zu reinigen, damit keine neuen Affenbrotbäume aus den schlechten Samen wüchsen, die zwei tätigen und den erloschenen Vulkan zu fegen. Er erzählt von den vielen täglichen Sonnenuntergängen, die er erlebt, nur durch ein kleines Weiterrücken seines Stuhls auf dem kleinen Planeten und von der Blume, deren Entstehung und Entfaltung er beschreibt, von ihrer  Schönheit, aber auch ihrer Seele, wie er sie beschützt und schließlich doch verlässt, um seine große Reise anzutreten, von der er nun berichtet, bis zu jenem Moment, an dem sich der kleine Prinz vom  weisen Fuchs verabschiedet und der Fuchs ihm den Kernsatz der Geschichte mit auf den Weg gibt: „ Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“

Nach diesen Episoden des kleinen Prinzen wird die Geschichte nun wieder vom Erzähler übernommen Die beiden suchen einen Brunnen, da das Wasser des Piloten zur Neige geht, und findet ihn. Der schwächer werdende kleine Prinz erklärt nun, dass seine Rückreise zu seinem Planeten bevor stehe, eine Schlange würde ihn beißen und er würde seinen Körper zurücklassen.

So geschieht es auch. Dem Piloten ist es inzwischen gelungen, das Flugzeug zu reparieren, und wir lesen, dass der Pilot Jahre nach seiner Begegnung mit dem kleinen Prinzen die Geschichte seinen Fliegerkollegen erzählt.

Ein poetische Geschichte steckt in diesem kleinen Büchlein – viele verschiedene Geschichten.

Geschichten, die von Moral handeln, vom Unverständnis der Kinder der Erwachsenenwelt gegenüber und umgekehrt, vom Vertrauen und schließlich davon, mit den Herzen zu sehen.

Das Buch ist mit den Zeichnungen des Autors ausgestattet, seiner ersten Zeichnung – Schlange, die einen Elefanten verspeiste (das ist das, was ich sehe) –  mit Bildern, die er für den kleinen Prinzen malen sollte und den Begebenheiten, von denen der kleine Prinz berichtete. Schön zu lesen und anzuschauen, wenn man mit dem Herzen……….

Warnung:

Was ich Euch hier über das Buch und dessen Inhalt erzählt habe, ist weder eine chronologische Angabe des Inhalts noch ist es chronologisch nach den darin erzählten Ereignissen geordnet. Bewusst habe ich auch keine Interpretationsversuche von Passagen unternommen, die in Zusammenhang stehen mit politischen Ereignissen, auf die der Autor in diesem Märchen anspielt. Dieser Beitrag sollte nur darstellen, wie ich das Buch gesehen und empfunden habe aus der Sicht eines Lesers, der der Ansicht ist, dass es auch für ihn geschrieben wurde.

Dank :

Dank an Ottogang, der mit seinem Bericht über eine Ausgabe des kleinen Prinz als Papiertheater in seinem Blog Wahrschau schrieb (  http://ottogang.wordpress.com/2009/10/21/der-kleine-prinz-etwas-anders/  ) . Und Dank an Vilmoskörte, der über „Der kleine Prinz in 100 Sprachen“  berichtete (  http://vilmoskoerte.wordpress.com/2009/10/17/der-kleine-prinz-in-hundert-sprachen/ ).  Die beiden haben mir damit den Anstoß zu meinem Beitrag gegeben.
Und dies noch:
Als Besitzer einer Ausgabe des Buches als Karussell-Buches werde ich mich in Kürze wieder zum Thema „Der kleine Prinz“ melden Ich muß es zunächst noch fotografieren und das ist bei einem Karussell-Buch nicht einfach.
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