Deutsches Zeitungsmuseum in Wadgassen/ Saarland

Das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen – das liegt zwischen Saarbrücken und Luxemburg – bietet eine interessante Sammlung zur Geschichte der Zeitung und zur Zeitungsherstellung (Geräte und Maschinen). Diese beiden Bereiche sind vor einigen Jahren aus zwei verschiedenen Schenkungen in der ehemaligen Klosteranlage namens Hofgut Wadgassen zu einer umfangreichen Präsentation zusammengeführt. Zeitungen und Gerät aus den verschiedenen Epochen bis zur Gegenwart können hier gelesen bzw. betrachtet werden.

Ein dritter Bereich zeigt „Unsere Zeitung heute“, eine sehenswerte  Angelegenheit, bei der der heutige Herstellungsprozeß der Zeitung an verschiedenen Stationen „durchgespielt“ werden kann.
Außerdem werden immer wieder Sonderausstellungen geboten. So wurde vor einiger Zeit gezeigt, wie Fotos und Fakten für Berichterstattung – hier im Printmedium – manipuliert werden können. Die Originalaufnahme wurde dem Bild gegenübergestellt, dass in der Zeitung in einem ganz anderen Kontext oder tendenziös dargestellt, veröffentlicht wurde.

Das Museum ist auch ein beliebtes Ausflugsziel von Schulklassen, da das Museum auch Angebote wie Papierschöpfen (auch für Kindergartengruppen geeignet) macht sowie in Kursen die Zeitungsherstellung vermittelt. Anfassen und Ausprobieren ist hier an verschiedenen Stationen des Prozesses möglich.
Fortbildungsangebote richten sich auch an Lehrer und Erzieher.

Für uns war der Museumsbesuch sehr interessant, um die gesamte historische Entwicklung der Kommunikation mittels Printmedien zu erfahren und besser zu verstehen.

Mehr über dieses interessante Museum ist unter www.kulturbesitz.de finden.

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Und wer schon in der Gegend ist, sollte nicht versäumen, die Völklinger Hütte, ein Weltkulturerbe der UNESCO, zu besuchen.

Zur Einstimmung darauf gibt es interessante Beiträge von Lakritze und vilmoskörte:

http://lakritze.wordpress.com/tag/volklinger-hutte/

http://vilmoskoerte.wordpress.com/2009/11/01/voelklinger-huette/

Rapport über Fotos von Rapports

……..und dann hatte ich ja versprochen, Rapport zu erstatten über meinen VHS-Kurs zum Thema „Elemente der Bildgestaltung in der Fotografie“. Eine der ersten Aufgaben, die wir bekamen, war zum Gestaltungsmittel Rapport.

Da nun dieser Begriff in drei Zeilen zwei Mal, in jeweils anderer Bedeutung ( ein Teekesselchen demnach) auftaucht, hier der Verweis auf  http://de.wikipedia.org/wiki/Rapport , um die Begriffe zu klären. In dem Zusammenhang mit der Bildgestaltung trifft allerdings mehr die Bezeichnung Muster zu, wie er ebenfalls bei Wikipedia beschrieben ist und beispielhaft als Fischgrätmuster oder Pepita gezeigt wird: http://de.wikipedia.org/wiki/Muster_%28Textil%29 . Hier wird auch die Definition gegeben, nach der wir uns auf die Suche nach Motiven begeben, nach dem „sich wiederholenden flächenfüllenden Element“.

Die Aufgabe lautete – verkürzt dargestellt – Rapports allerorts zu suchen und zu fotografieren.

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Zuerst suchte ich in meinem Archiv und – siehe da – ich wurde fündig. Ein Blech, irgendwo in der U-Bahnstation an Berlins Potsdamer Platz aufgenommen, des weiteren ein Foto von der Bingener Landesgartenschau, das ich als Anregung für die Gestaltung einer Mauer auf unserer Terrasse mitgenommen hatte – ein Rapport mit einem Hauptmotiv-.

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Schließlich nahm ich den Fotoapparat,  ging raus in die Frankfurter Bürostadt und ließ mich erschlagen von den Rapporten der Hochhausfassaden. Einen Ausschnitt der Fassade der Blue Towers, in denen die IG Metall residiert, habe ich dabei im Bild festgehalten.

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Ich bin gespannt, was meine KursgenosssenInnen an Bildern mitbringen und wie der Kursleiter unsere „Werke“ einschätzt.

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Fortsetzung möglich

Veröffentlicht in: on 21. Oktober 2009 at 11:05 Kommentare (3)
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Hibiscus – wird er den Winter überleben?

Jahrelang hatten wir einen Hibiscus in unserem Garten im Saarland.

Jeden Winter hat er überlebt – ohne besondere Überwinterungsmaßnahmen.

Doch dann machte ich einen Fehler – ich las mich schlau in diversen Internet-Foren.

Das Ergebnis war niederschmetternd!

Zumeist wird empfohlen, die Pflanzen bei 12-14 Grad zu überwintern, dabei wenig zu gießen. Hatte ich mir im Frühjahr ein neues Exemplar für unseren neuen Garten am Rande des Rheingaus  in der Erwartung gekauft, dass dies sich ebenso benehmen werde wie das alte, so kommen nun Zweifel über Zweifel.

Der Hibiscus syriacus, ein Pink Giant, ist in einen nicht beweglichen großen Pflanztrog unter einem Terrassendach gepflanzt – demnach geschützt.

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Ich habe mich entschieden, das Risiko einzugehen und frei nach Darwin zu schauen, ob er sich bei mir durchsetzt. Auch die Tipps zur Pflege haben mich nicht so richtig glücklich gemacht. Da gibt es offensichtlich zwei Auffassungen. Einerseits wird empfohlen, “streng zum Winterende“ zurückzuschneiden, in anderen Beiträgen lese ich von leichtem Rückschnitt, auch zwei Schnitte im Herbst und Frühjahr, werden empfohlen. Ich denke mir, dass ein stärkerer Rückschnitt den Strauch dichter, buschiger werden lässt, und werde mir bis zum Frühjahr überlegen, ob ich moderat oder brutal die Schere ansetze. Einigkeit gibt es wohl nur darüber, dass der Hibiscus nicht so gern Standortwechsel mag und durch Abwerfen der Blüten reagiert.

 Ob unser jemals wieder blühen wird? Wir werden es sehen.

Veröffentlicht in: on 14. Oktober 2009 at 10:55 Kommentare (1)
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Volker Klüpfel/Michael Kobr: Rauhnacht – Kluftingers neuer Fall

Kommissar Kluftinger wurde im fünften Band seiner Ermittlungen vom Piper Verlag mit dem Privileg ausgestattet, in einem gebundenen Buch mit Hardcover-Einband ermitteln zu dürfen. Damit ist es den Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr mit ihrem neuesten Krimi Rauhnacht  ermöglicht worden, so richtig in den Bücherherbst und den vorweihnachtlichen Kaufrausch unter dem Motto „Was schenk ich meinen Lieben?“ einzusteigen. Entsprechend  wurde das Buch bis auf den Platz 1 auf Bestseller-Listen katapultiert.

 Die Autoren verdienen dieses ebenso wie ihr Kommissar.

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 In Rauhnacht ermittelt Kluftinger wie nicht anders zu erwarten im Allgäu, er wirkt dieses Mal etwas weichgespülter, nicht mehr ganz so knorrig wie in seinen ersten Fällen. Zudem ist in der Verfilmung des zweiten Bandes, Erntedank, der kürzlich in Bayern 3 gezeigt wurde, ein umgänglicherer, pfiffigerer Kommissar gezeichnet worden, und diese Wandlung tut der Figur gut.

 Rauhnacht ist ein kniffliger Fall.  Nach der Methode ein Locked Room Mystery  zu schaffen, wird Kluftinger durch die Wetterverhältnisse genötigt, den Fall, der nach einem unnatürlichen Tod riecht, ohne Unterstützung des großen Apparats der Allgäuer Kripo zu lösen – das Hotel in dem ein Toter gefunden wird, ist von der Außenwelt wegen starken Schneefalls abgeschlossen und Hilfe kann nicht angefordert werden, da auch die Kommunikationsmöglichkeiten Telefon und Internet nicht mehr funktionieren,  Handyempfang gibt’ im Hotel eh nicht.

 Dabei sollte es ein schönes und entspanntes Wochenende werden. Kluftingers mit Langhammers im Schlepptau folgten einer Einladung zur Wiedereröffnung eines Hotels. Zur Überraschung findet am ersten Abend ein Live-Kriminalspiel statt, das kaum, dass es begonnen hat, unplanmäßig einen echten Toten beschert. Kluftinger, in der ihm im Spiel zugedachten Hauptrolle als Hercule Poirot verkleidet,  beginnt mit den Ermittlungen zur Todesursache und der Suche nach Mörder und Motiv. Dr. Langhammer, als Watson verkleidet, stellt sich ihm zur Seite und damit beginnt für Kluftinger der Doppelstress, verursacht durch den echten Toten als auch durch seinen Bekannten Dr. Langhammer, der als Arzt, Hobbykriminologe und Klugscheißer versucht, dem echten Kommissar  in zunächst dilettantischer Weise (Sichtweise Kluftingers) zur Seite zu stehen. Schließlich muss Kluftinger jedoch anerkennen, dass sein Assistent durchaus hilfreich unterstützt. Das ist auch gut so, denn die Witterung lässt Hilfe von Außen weiterhin nicht zu.

Auch die Gedanken an die Erzählungen seines Großvaters über die wahren Begebenheiten in den Rauhnächten, den 12 Nächten zwischen Weihnachten und Heilige Drei Könige, erleichtern nicht gerade die Arbeit bei der Aufklärung.

So muss die Gesellschaft im Hotel die Silvesternacht im Hotel überstehen, deren Höhepunkt das grandiose Feuerwerk Langhammers ist, gewürzt durch die Ladykracher und die Schlitzohrigkeit Kluftingers.

Nach weiteren tiefschürfenden Ermittlungen und Überlegungen kommt es zum großen Finale, in dem der Kommissar vor den versammelten Hotelgästen und  dem Personal seine Theorie über Mord, Mordmotiv und Täter darstellt und die Red Herings sowie die Beweise auf den Tisch legt. Kluftinger erweist sich als großer Meister seines Fachs – trägt er doch auch bei diesem Finale wieder das Sakko von Hercule Poirot. Und so strahlt er wie jener Held in Agatha Christies Mord im Orientexpress als er die Lösung des Falles verkündet.

Ehefrau Erika ist stolz auf ihren Muhackl, Langhammer bewundert ihn, die anderen Anwesenden staunen über die Fähigkeiten des Allgäuer Ermittlers.

Die Geschichte ist von den Autoren amüsant geschrieben, sie lassen ihre Leser ein ums andere Mal über Muhackl Kluftinger und den Snob Langhammer schmunzeln.

Nur einmal verfallen Klüpfel und Kobr  aus diesem angenehmen Erzählstil in eine banal-comedianhaft wirkende Darstellung Kluftingers als Trottel, als der Hauptprotagonist vom Frühstücksbuffet beeindruckt, all die Verhaltensweisen aufzeigt, die ein geistig unterbelichteter Tourist beim Anblick des üppigen Angebots an den Tag legt.

Das hat der liebe Kommissar nicht verdient; die Autoren haben diese Erzählweise nicht nötig. Sie sollten diese Masche nicht wieder aufnehmen, denn der nächste „Kluftinger“ wird es auch ohne diese Platitude in die Charts der meistgekauften Bücher schaffen.

Ig-Nobelpreis und die sarkastische Variante eines Negativ-Preises, der Darwin Award

Ignoble  und der Ig-Nobelpreis

 Dieser auch Anti-Nobelpreis genannte Preis ist sicherlich eine der ernsthafteren Auszeichnungen einer ganze Reihe von „Negativen Auszeichnungen“ (http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Negative_Auszeichnung ).

Unnütze und/oder skurrile wissenschaftliche Leistungen werden mit dieser satirischen Auszeichnung gewürdigt. Die Kategorien , in denen die Preisträger gesucht und gefunden werden entsprechen weitgehend den Kategorien wie sie vom Nobelpreis bekannt sind.

Veröffentlicht wurden die Arbeiten teilweise in seriösen wissenschaftlichen Journalen, die mir aus Chemie und Medizin geläufig sind. Dann handelt es sich offensichtlich um Arbeiten, die auf der Grundlage ernsthafter Forschung geschahen und nicht aus Jux  während der Teestunde in einem Institut oder anderswo ausgeheckt wurden, mit dem Ziel,  für die Jury bestehend aus der Reaktion der Annals of Improbable Research und Mitgliedern der Universitäten Harvard und Ratcliffle, auffällig zu werden.

 Human Toxicology, in der die Arbeit der taiwanesischen Forscher, die 2008 den Ig-Nobelpreis für Chemie für ihren Beweis erhielten, dass Cola kein effektives Spermizid ist, veröffentlicht wurde, gehört zu den ernst zu nehmenden Journalen. Ähnlich scheint die gewürdigte Arbeit über  die „Beendigung von unbehandelbarem Schluckauf durch rektale Fingermassage“  zu sein. Für diese Arbeit, erhielten spanische Forscher 2006 den Preis für Medizin.  Ob die im gleichen Jahr im Fachbereich Biologie ausgezeichnete Arbeit über den Beweis,  dass Malaria übertragende weibliche Moskitos vom Limburger Käse genau so angezogen werden wie vom Geruch menschlicher Füße, halte ich, schaue ich mir die verschiedenen Veröffentlichungen an, doch ob der originären Ernsthaftigkeit der Forschung für suspekt.

 Egal, ob bewusst auf das Ziel einer Auszeichnung hingearbeitet wurde oder ob eine  Arbeit sich als unwürdig, schmachvoll oder auch schändlich darstellt, eine Auszeichnung mit dem Ig-Nobelpreis hat etwas. Gaudi für die einen, Peinlichkeit für die anderen. Bei der Gaudi machen wir gern mit und bei den Peinlichkeiten haben lassen wir dann mal so richtig unsere Schadenfreude raus.

 Pleiten, Pech und Pannen sozusagen für Intellektuelle und solche, die es gern sein wollen.

Deftiger ist der Darwin Award

Kann der Ig-Nobelpreis als satirische Negativ-Auszeichnung verstanden werden, ist die Verleihung des Darin Awards die sarkastische Variante eines Negativ-Preises.

Wie man sich vorstellen kann, geht der Name auf Charles Darwin zurück und bezieht sich auf seine Erkenntnisse über die natürliche Auslese. Vereinfacht ausgedrückt kann nur der Starke oder Pfiffige überleben. Lebensuntüchtige tun ihrer Umgebung einen Gefallen, wenn sie sich nicht fortpflanzen. Genau derartige Personen werden geehrt. Meist sind sie dann aber schon tot oder unfruchtbar. Damit haben sie bereits ein Kriterium für die Preiswürdigkeit erfüllt. Andere wesentliche sind , dass dem Ereignis, um das es geht nachweislich stattgefunden haben und auf einer außergewöhnlichen Fehleinschätzung der Situation entstanden sein, ferner muss der Vorfall selbst verschuldet sein.

 Zu den bekanntesten Preisträgern gehört der Rechtsanwalt der die Stabilität einer Fensterscheibe beweisen wollte und sich daher gegen selbige im 24. Stockwerk warf. Der Ausgang der Geschichte ist vorstellbar, er wäre sonst nicht Preisträger geworden.

 Einen genialen Einfall hatte auch ein brasilianischer Priester, der den legendären Lehnstuhl-Larry toppen wollte. Der Brasilianer war in einem Überlebensanzug mit einem recht speziellen Flugobjekt abgehoben. An einen Lehnstuhl hatte er 1000 mit Helium gefüllte Ballons gebunden und war , ausgerüstet mit einem Navigationsgerät und einem satellitentlefon gestartet. Der Flug des erfahrenen Skydivers war gut vorbereitet gewesen, einige Monate zuvor hatte er bereits einen Test mit vier Stunden Flug bis in eine Höhe von über 5000 Metern erfolgreich abgeschlossen. Beim neuerlichen Versuch klappte es dann nicht so gut. Auf 6000 Meter Höhe geriet er über den Atlantik, mit dem GPS-Gerät kam er nicht klar und statt nun mit dem Fallschirm abzuspringen, setzte er per Telefon noch einen Notruf ab. In Ermangelung der Koordinaten bei seinem letzten Telefonat, konnte ihn jedoch niemand lokalisieren. Ein Leichenteil, das seine DNS beinhaltete, waren dann der beweis, dass er sich aus dem genpool verabschiedet hatte. Da auch die anderen Kriterien für die Verleihung des Darwin Awards erfüllt waren, wurde Priester Antonio posthum entsprechend damit geehrt.

Auch hier: Pleiten, Pech und Pannen – oder nicht soft gespült sondern hardcore

Veröffentlicht in: on 9. Oktober 2009 at 17:15 Kommentare (3)
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Lyoner Viertel statt Bürostadt Niederrad

Ortsunkundigen sei es kurz erklärt: Es gibt in Frankfurt an der A5, kurz vor dem Frankfurter Kreuz – wenn man von Norden kommt – die Bürostadt, viele Bürogebäude mit theoretisch 30.000 Büroarbeitsplätzen. Ein Drittel der Gebäude steht leer.

Vor zwei Jahren stellte die Stadt Franfurt eine große Idee vor: Die Umwandlung leerer Bürohäuser in Wohnungen, einer Mangelware in Frankfurt. 3000 Wohnungen sollten entstehen, die Stadt wollte sich an den Kosten beteiligen.

Über ein Jahr passierte nichts. Planungen brauchen halt ihre Zeit. Inzwischen ist dann doch ein Anfang gemacht worden.

Hausnummer 19 der Lyoner Straße ist von Planen eingehüllt, dahinter wird offensichtlich entkernt. Dies ist das einzige Projekt, an dem derzeit die euphorisch vorgetragene Idee der Stadt umgesetzt wird.

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Die Kosten werden wesentlich höher sein, als ursprünglich errechnet. Trotz der drei zusätzlichen Stockwerke, um die der Bau erweitert wird, wird es schwierig sein, das Wohnhaus gewinnbringend zu vermieten. Die Mieten der knapp 100 Zwei- und Drei-Zimmerwohnungen sollen zwischen 10 und 11 Euro liegen. Mit Aldi, Lidl und Rewe sowie einigen kleineren Läden in der Umgebung, ebenso einigen Arztpraxen, gibt es ja eine gewisse Infrastruktur, ein Bus hält fast vor dem Haus und zur S-Bahn-Station in Niederrad ist es nicht weit.

Trotzdem werden die künftigen Bewohner zumindest am Wochenende in einer toten Stadt wohnen, denn die anderen 2900 Wohnungen werden so schnell nicht gebaut – wenn es überhaupt dazu kommt. Inzwischen ist den Planern offenbar die Erkenntnis gekommen, dass nicht jedes leerstehende Bürogebäude geeignet ist, in Wohnungen umgewandelt zu werden, was übrigens der Schreiber dieses Beitrags als Insasse eines Großraumbüros mit großer Raumtiefe schon immer angezweifelt hat.

Die neue Idee für eine bessere Nutzung heißt nun „Nachverdichtung“. Das würde bedeuten, heute großzügig angelegte Grundstücke mit Wohnhäusern zu zu bauen. Zudem sieht das Konzept den Umbau der S-Bahn-Station vor (kann ja nur besser werde, diese triste, düstere Location), sowie einen Hotelturm mit Ladengalerie. Zudem sollen die Grünanlagen ansprechender gestaltet werden. Das erscheint mir auch notwendig, wenn nachverdichtet wird, nur kenne ich dort keine Grünanlagen, es sei denn, die schmalen Grünstreifen neben der Lyoner Straße sind damit gemeint.

Eins würde jedoch erhalten bleiben – welches Projekt auch immer realisiert würde:

Den Bewohnern wäre garantiert, dass sie von Zeit zu Zeit in den zweifelhaften Genuss der Ausdünstungen des in der Nähe angesiedelten Klärwerkes kommen. In unseren Büros sitzen wir durch die Filter der Klimaanlagen vor diesen Gerüchen geschützt an unseren Schreibtischen. Ich stelle mir die Bewohner dann an einem schönen Sonntag Morgen am Frühstückstisch  auf dem Balkon vor – und die Kläranlage hat gerade mal wieder gerülpst.

Der Ig-Nobelpreis, ob Coca-Cola Spermien tötet und Wassermelonen Viagraersatz sind

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Neulich wurde in WordPress ganz nebenbei über die potenzfördende Wirkung von Melonen berichtet ( http://karu02.wordpress.com/2009/09/24/silvaplana/ ). Ein Verzehr von 1,5 Kilogramm pro Tag bedeutet die ausreichende Zufuhr des gefäßerweiternden Inhaltsstoffes Citrullin, bei dem eine Viargra ähnliche Wirkung nachgewiesen wurde. Die Wirkung sei aber nicht so „organspezifisch“ wie die Viagras berichtet Bhuimu Patil und Kollegen von der TexasA&M Universität.

 Hat nun ein Teil der Bevölkerung den Zusammenhang von Melonenverzehr und Potenzförderung erkannt, sucht ein anderer die Fortpflanzungsfähigkeit zu unterbinden.

 In diesem Jahr sind gerade wieder die Ig-Nobelpreise (sh  http://de.wikipedia.org/wiki/Ig-Nobelpreis )verliehen worden.

Das erinnerte an den 2008 verliehenen Preis in der Kategorie Chemie. Die Schlagzeile der Berichterstattung lautete Cola tötet Spermien.

Gewürdigt wurde damit zum einen eine bereits 1985 veröffentlichte Arbeit von Sharee Umpierre und Kollegen , die an der Universität von Puerto Rico in wissenschaftlichen Tests nachwiesen, dass Colagetränke, insbesondere Cola light, über spermizide Wirkung verfügen.

 Mediziner vom Veterans General Hospital in Taipei desillusionierten dann allerdings zwei Jahre später all diejenigen, die Hoffnung in das Verhüterli Cola-Trinken  oder postcoitale Waschungen mit Cola gesetzt hatten.

Hong, Shieh, Wu und Chiang berichteten in Human Toxicology , Vol.6, Nr.5, Seite 395-6, dass die Motilität der Spermien ( die bekanntlich neben der Spermiendichte als ein Parameter zur Bestimmung der Wirksamkeit dient)  sowohl bei Verwendung klassischer Cola als auch coffeinfreier Cola führender Hersteller nicht signifikant sinkt. Die Forscher raten deshalb von postcoitalen Waschungen mit Cola-Getränken ab. Sie bezeichnen diese Methode als ineffektiv und weisen darauf hin, dass bei derartiger Praxis Komplikationen wie Entzündungen auftreten können.

 Beide „Cola –Forschungsteams“ wurden im vergangenen Jahr mit dem Ig-Nobelpreis geehrt.

 Meine Erwartung, dass in diesem Jahr nun die Arbeitsgruppe um Bhuimu Patil für deren  Forschung zum Wohle der Menschheit mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichnet würden oder zumindest mit dem echten Nobelpreis für Medizin, hat sich leider nicht erfüllt.

Nun werden  beim „echten“ Preis Forscher geehrt, die zur Aufklärung des Unsterblichkeitsenzyms beigetragen haben – da wird die Diskussion um Fortpflanzung das „Wie erfolgreicher?“ oder „Wie nicht?“ wohl demnächst überflüssig.

Brauchen wir den Goldriesling – oder braucht der Goldriesling uns?

Ein Kurzurlaub in Dresden und Umgebung wurde zweigeteilt: Besichtigungen am Tage, Verkostungen regionaler Weine in diversen Lokalitäten abends.

In beiden Bereichen konnten wir uns einen kleinen Überblick verschaffen. Gesehen und probiert haben wir längst nicht alles, obwohl wir uns große Mühe gegeben haben. Dabei könnte der unbedarfte Tourist denken, dass die wesentlichen Sehenswürdigkeiten Dresdens in drei Tagen abgeklappert werden können, wo es doch Leute gibt, die sich für einen Europatrip nicht mehr Zeit nehmen.

Und von den Produkten der sächsischen Reben aus zirka 470 Hektar Weinbergen, kann doch eine mittelgroße Reisegruppe in dieser Zeit eine ganze Jahresernte verkosten. Der unbedarfte Tourist unterschätzt allerdings sowohl die Zahl der Sehenswürdigkeiten als auch die Menge des Weins – und damit auch die Zahl der Weingüter , Winzer und Rebsorten.

Eine der wenig angebauten und selteneren Sorten ist der Goldriesling. Im Jahre 2007 wuchsen diese Reben auf nur 16 Hektar und es werden inzwischen wohl nicht viel mehr geworden sein. Diese Rebsorte hat den Vorteil, dass sie im Frühjahr spät treibt und  früh im Jahr reift, ideal für die nördliche Lage des Anbaugebiets.

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Anderswo wird dieser Wein auch kaum angebaut. Er stammt aus dem Elsass, wo er 1893 aus Riesling und Courtillier Musqué Précoce gezogen wurde. Der zweite Name beinhaltet schon einen wesentlichen Teil des Geschmacks, das Bukett zeigt eine leichte Muskatnote, vom Riesling stammt die Säure. Der Goldriesling ist in der Regel ein leichter Wein wenig lagerfähiger Wein von hellgelber Farbe, empfohlen wird er zur Bowle, zum Genuss als Schoppenwein und für eine Schorle.

Das führt dann allerdings zu der Frage, ob wir den Goldriesling überhaupt brauchen. Einen Schoppenwein, der zu einem Preis um die 9 Euro angeboten wird, einen Wein zu diesem Preis für meine Schorle? Das muss für mich nicht sein. Dafür hole ich mir lieber einen Wein aus der Pfalz oder Rheinhessen für weniger als 4 Euro die Flasche.

Es war interessant den Goldriesling kennen zu lernen. Wenn ich in Sachsen bin, trinke ich  jedoch lieber einen der anderen Weine des Anbaugebietes, ob es nun ein Grauer Burgunder, ein Weißburgunder, Kerner oder Müller-Thurgau ist.

Und so zweifele ich daran, dass wir den Goldriesling brauchen -  Winzer in den nördlichen Randgebieten Sachsens wohl offensichtlich – und damit braucht der Goldriesling uns.

 

P.S. Das Etikett des  Goldrieslings auf dem Foto stammt von dem von mir sehr geschätzten, feinen Weingut Drei Herren, Radebeul, ( www.weingutdreiherren.de ), das einen mir sehr gut mundenden Grauburgunder anbietet.

 

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Veröffentlicht in: on 1. Oktober 2009 at 21:40 Kommentare (2)
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Ich bin ein Single-Tasker und das ist gut so – und Multi-Tasker können nichts besser oder nur schneller schlechter

Klar, ich kann gleichzeitig die Meisen an der Futterglocke beobachten, die  Schnürsenkel binden, mit meiner Frau diskutieren, ob wir abends zum Italiener oder doch lieber zum Chinesen Essen gehen wollen und dabei noch am Kaffee nippen – das sind zwar einige Aufgaben, die ich gleichzeitig erledige, aber Multitasking kann das doch wirklich nicht genannt werden.

Ist Autofahren Multitasking, wenn ich lenke, schalte, und noch schaue, ob ein Radfahrer von hinten angeschossen kommt, wenn ich rechts abbiegen will?

 Multitasking ist für mich einer der am meisten falsch verwendeten Begriffe und eine fragwürdige Arbeitsweise.

 Unter Multitasking verstehe ich die gleichzeitige Bearbeitung anspruchsvoller Aufgaben.

Dazu schreibt Oliver Voß in der Wirtschaftswoche: Schreiben, Mailen, Telefonieren – wer mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigt, kann sich schlechter konzentrieren und ist unproduktiv. Der Effekt scheint dauerhaft zu wirken“. Voß zitiert damit eine Studie „Cognnitive control in media multitaskers“, die an der Stanford University in Palo Alto, CA, mit 262 Studenten von Eyal  Ophir, Clifford  Nass und Anthony  D. Wagner durchgeführt wurde.

 Das Ergebnis ist niederschmetternd für die „Ich-bin –Multi-Tasking-fähig“-Protzer. Bei einfachen Erinnerungstest schnitten die Multitasker schlechter ab als Normalos. Bei anderen Tests versagten die Multitasker. Sie werden von unwichtigen Dingen abgelenkt, arbeiten daher unkonzentrierter und zudem auch noch langsamer.

Mitautor Eyal Ophir sagt, es untersucht wurde, was Multitasker besser können. Es wurde nichts gefunden.

 Meine  These:  Multitasker sind nicht oder wenig in der Lage zu priorisieren, eingehende Informationen nach Relevanz zu ordnen und unwichtige Aufgaben hintan zu stellen. Darüber stelle ich immer wieder fest, dass sie sich leicht von wichtigen Dingen ablenken lassen – oder ist eine Diskussion mit mir über ein bedeutendes Projekt unwichtiger als gerade mal gleichzeitig die Mails zu checken, was neben einer fatalen Unhöflichkeit mir gegenüber ist, dass wichtige Einzelheiten der Diskussion sowohl nicht immer erfaßt als auch nicht gespeichert werden.

 Dagegen  habe ich mir angewöhnt, konzentriert eine Aufgabe nach der anderen abzuarbeiten und komme trotz – wie ich meine – sorgfältiger Bearbeitung aller Aufgaben – zu einem schnelleren und besseren Ergebnis in der Summe aller zu erledigenden Aufgaben. Eine Überprüfen, ob sich Prioritäten in der Zwischenzeit geändert haben, ist dabei von Zeit zu Zeit selbstverständlich.  

 Während einer Telefonkonferenz mal einen Schluck Kaffee trinken, dass kann ich trotzdem, ohne den Anspruch zu erheben, ein Multitasker zu sein.

Rücklagesperren in Münchener SB-Backshops und das Fummeln an Obst und Gemüse in SB-Märkten

Eine neue Hygieneverordnung für Backshops in München sorgt seit Anfang September  für Unmut und Freude.

 Unmut bei den Backshop- Betreibern im Raum München, die dazu verpflichtet werden, ihre Brötchen- und Gebäckfächer in den Selbstbedienungsregalen mit Rücklegesperren auszurüsten, damit einmal entnommene und unter Umständen berührte Teile nicht wieder zurückgelegt werden können. Bisher sind die Regale in Deutschland und europaweit mit einer Sichtklappe ausgerüstet und die Backwaren können durch angehängte Zangen entnommen werden. Die Rücklagesperre soll bewirken, dass einmal entnommene Ware auch gekauft wird und eine Kontamination durch das Zurücklegen vermieden wird. Die Backshop-Betreiber wehren sich gegen diese Neuerung und befürchten Umsatzrückgänge. In den Bedienbäckereien hätte der Kunde die Möglichkeit, die Auswahl selbst dann noch zu ändern, wenn die Ware in der Tüte sei, hier würde ein Kaufzwang entstehen, außerdem  würden beispielsweise für Hotels und Catering-Events andere Maßstäbe angelegt, da dort die Verbraucher die Ware gar mit den Händen anfassen und wieder zurück legen könnten.

 Freude erzeugt die neue Verordnung dagegen bei den Bedienbäckereien, da man sich erhofft, die in den letzten Jahren an die SB-Backshops verlorenen Kunden teilweise wieder zurück gewinnen zu können.

 Ob oder welchen Kunden es freut, sagt das BÄKO-magazin, das offizielle Organ des Bäcker- und Konditorhandwerks , dem diese Information entnommen wurde, nicht.

 Mich stört die Möglichkeit zum Befummeln von Lebensmitteln, die damit verbundene mangelnde Hygiene besonders bei Obst und Gemüse schon lange. Darum scheint sich derzeit jedoch keine Lebensmittelüberwachungsstelle oder das Ministerium für Verbraucherschutz zu scheren.

 Wenn ich samstags im SB-Frischemarkt an den Tomatenkisten warten muss, bis der Kunde vor mir durch Drücken und Tasten vieler Früchte sich für die richtigen drei oder vier entschieden hat, gehe ich nach meiner Taktik vor: ich schiebe die oberen Tomaten zur Seite und wühle mich nach unten durch um von dort noch – wie ich meine – unberührte Ware hervor zu graben. Die Idee hatte vermutlich bereits ein anderer Jäger und Sammler vor mir und meine Taktik wird zur Farce. Und weil das alles so ekelig ist, kaufe ich dann lieber abgepackte Ware oder gehe an eine Bedientheke.

 Am Montag treffen sich die Obst- und Gemüsefummler dann wieder im Büro und diskutieren, ob man noch Krawatte tragen soll, weil die doch schweinegrippenmäßig kontaminiert sein könnte, oder über Sinn und Unsinn der Rücklegeklappen bei SB-Backshops, ansonsten desinfizieren sie sich mehrmals täglich bei der Arbeit die Hände.

 Und am Samstag heißt es dann wieder: wie finde ich die festen Tomaten in der Kiste im Supermarkt oder die, die noch keiner befummelt hat.

Veröffentlicht in: on 8. September 2009 at 18:34 Kommentare (2)
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